Tweens - Tweens
Eigent­lich hab ich ja die Schnauze voll von den 60s Teen­pop- und Girl­group-beein­fluss­ten Bands die in den letz­ten Jah­ren rum­ge­hypt wur­den. Keine von denen wurde m.E. dem Hype auch nur annä­hernd gerecht. Best Coast schreibt seit­dem immer wie­der den glei­chen Song und ver­sucht dabei so furcht­bar ultra cute rüber zu kom­men, dass ihre Welt in rosa Plüsch ver­sinkt. Fran­kie Rose und ihre Bands Dum Dum Girls und Vivian Girls konn­ten zwar die eine oder andere Ohr­wurm-Sin­gle für sich ver­bu­chen, ihre Alben bestan­den aber über­wie­gend aus unin­spi­rier­tem Füll­ma­te­rial. Das sie sich dann auch noch zuneh­mend in eine gafäl­lig-pop­pi­gere Rich­tung ent­wi­ckel­ten, trug dann natür­lich auch nicht beson­ders zu mei­ner Begeis­te­rung bei.
Als aber Tweens vor zwei Jah­ren ihr Debüt "Live at the Mohawk" - eine wun­der­bar grot­tige und unge­schlif­fene LoFi-Auf­nahme ihres aller­ers­ten Gigs - auf uns los­lie­ßen, war ich sofort hin und weg. Da war sowohl der unwi­der­steh­li­che Pop, ohne den das Genre undenk­bar wäre, aber die­ses schräge Trio fügte dem gan­zen auch wie­der die nötige Schau­fel Dreck hinzu, den sowas schon braucht um bei mir zu zün­den.
Nun liegt mir hier ihr ers­tes "rich­ti­ges" Album vor, mit einer deut­lich zugäng­li­che­ren Pro­duk­tion und einem durch­aus eta­blier­ten Label im Rücken. Die gute Nach­richt: Sie haben sich nicht voll­kom­men glatt­bü­geln las­sen. Das ganze ist zwar weit ent­fernt vom alten Lofi-Sound, aber die Pro­duk­tion macht ordent­lich Druck und zeigt immer noch genug Zähne. Es ist zwar nicht jeder Song ein Voll­tref­fer, aber es gibt auch keine wirk­li­chen Aus­fälle. Einige der deut­lich vom 77er Punk gepräg­ten Pop­me­lo­dien werde ich so schnell nicht mehr aus mei­nem Kopf bekom­men, und das ist ja schon mal kein schlech­tes Zei­chen.


Ähnlicher Lärm:
Red Temp­les - Queen /​​ Spring /​​ Intrepid Auf der ers­ten EP die­ser New Yor­ker Band gibt's old­schoo­lig melo­di­schen Punk-/In­die­rock, der so auch aus den spä­ten 80ern kom­men könnte. Mich erinnert's beson­ders an die alten bostoner Post­pun­ker Moving Tar­gets. Queen/​Spring/​Intrepid by Red Temp­les
Bozmo - Lea­ther Umbrella Bozmo ist ein ein­sa­mer Solo­mu­si­kant aus Ber­ke­ley. Lea­ther Umbrella hat er mit ein­fa­chen Mit­teln in Pro­be­räu­men und Schlaf­zim­mern auf­ge­nom­men. Das klingt aber kei­nes­wegs bil­lig, son­dern ein unge­heuer war­mer Retro­sond ist das Ergeb­nis. Sehr authen­ti­scher, fuz­zlas­ti­ger Psych­pop, den die letz­ten 50 Ja…
Trust Punks - Dou­ble Bind Die Neu­see­län­der schlu­gen ja schon mit ihrem Debüt­al­bum ein paar kleine Wel­len, ihr aktu­el­ler Lang­spie­ler gefällt mir aber um län­gen bes­ser. Kraft­vol­ler Post­punk trifft hier auf psy­che­de­li­sche Klang­flä­chen, melan­cho­li­schen Jangle Pop und Indie­rock, getra­gen durch gekonn­tes Spiel mit Melo­die und …