Creative Adult - Psychic Mess
Die schon seit gerau­mer Zeit um sich grei­fende Welle düs­te­ren und - mal mehr, mal weni­ger - kom­pro­miss­lo­sen Post­punks scheint sich ein­fach nicht tot zu lau­fen. Klar gibt's auch 'ne Menge unin­spi­rier­ter Drecks­ver­öf­fent­li­chun­gen zu ertra­gen, aber es ist doch erstaun­lich mit welch hoher Fre­quenz der­zeit immer wie­der neue Bands auf­tau­chen, die das Genre wie­der um eine oft sub­tile, aber sehr eigene Geschmacks­note berei­chern.
Die Mit­glie­der von Crea­tive Adult aus San Fran­cisco kom­men ursprüng­lich eher aus der Hard­core-Ecke, auf ihrem Debüt­al­bum haben sie sich sound­mä­ßig aber größ­ten­teils davon frei­ge­stram­pelt. Es ist ohne Frage eine der eigen­stän­digs­ten Plat­ten aus dem Genre-Umfeld, von einer Band, die - sehr sym­pa­thisch - offen­sicht­lich zu kei­ner­lei Kom­pro­mis­sen bereit ist. Die Platte ist schon ein ganz schö­ner Bro­cken mit einer für sol­chen Lärm end­los erschei­nen­den Spiel­zeit von über 40 Minu­ten, aber unter der rau­hen Ober­flä­che ver­ber­gen sich ton­nen­weise kleine Hooks, Melo­dien und böse kleine Wider­ha­ken, die sich irgendwo zwi­schen den Syn­ap­sen fest­set­zen und einen dazu ver­an­las­sen, dann doch auf repeat zu drü­cken, um eine wei­tere Runde musi­ka­li­schen Sadis­mus über sich erge­hen zu las­sen. Außer­dem beher­schen die Jungs das Spiel von Zucker­brot und Peit­sche (na ja, Peit­sche über­wiegt hier), streuen auf Song- wie auf Albu­mebene immer im rich­ti­gen Moment die klei­nen melo­di­schen Licht­bli­cke ein, ändern die Marsch­rich­tung ein wenig oder dros­seln das Tempo. Es tritt nie die Über­sät­ti­gung ein, die weni­ger aus­ge­reifte Gen­re­bei­träge oft aus­zeich­net.
Fans von Bands wie den Kopen­ha­ge­ner Lower und Iceage, den eta­blier­ten Noi­sero­ckern Pis­sed Jeans, The Men in ihrer frü­hen Phase oder altem AmRep-Krem­pel wer­den sich hier schnell zuhause füh­len. Manch­mal kingt's auch wie etwas weni­ger abge­spa­cete Dest­ruc­tion Unit.


Thank you, The Mad Macke­rel!


Ähnlicher Lärm:
Dream­de­cay - Yú Das zweite Album der Band aus Seat­tle ist ein recht sper­ri­ges Stück aus abgrün­di­gem Lärm, bestehend aus Ver­satz­stü­cken von Post­punk und Noi­se­rock, durch­setzt von Shoegaze-arti­ger Klang­ver­dich­tung und mit einem nicht zu unter­schät­zen­den Psy­che­de­lic-Fak­tor. In Momen­ten, wenn letz­te­rer über­wiegt, s…
Gust­ave Tiger - Mit­anni Mares Gust­ave Tiger aus Buda­pest ver­pas­sen ihrem sägen­den Noi­se­punk ein paar ganz eigene Del­len. Ihre Debüt-EP mag sich dabei nicht so recht für eine klare Marsch­rich­tung ent­schei­den, wirkt trod­z­dem nicht zer­fah­ren. Eher klingt es ein biss­chen so als wären zwei unter­schied­li­che Inkar­na­tio­nen der glei­che…
Silent Era - 2014 Tape Eine Band aus Oak­land, die her­vor­ra­gend den Bogen schlägt vom Dischord-Post­core/­Proto-Emo­core der mitt­le­ren bis spä­ten Acht­zi­ger über melo­di­schen aber schumm­ri­gen Post­punk á la The Est­ran­ged hin zu aktu­el­len Genre-Grenz­gän­gern wie etwa White Lung oder Cri­mi­nal Code. Oben­drein mit durch­weg überze…