Kings Quest - Kings Quest EPDie begrü­ßens­wer­tes­ten Ent­de­ckun­gen schei­nen immer aus dem Nichts zu kom­men. Auf diese wun­der­volle EP der Band aus dem kana­di­schen Ottawa wäre ich von alleine nie gesto­ßen, wenn nicht die flei­ßi­gen Leute von Weird Canada so auf­merk­sam den dor­ti­gen Musik­un­ter­grund beob­ach­ten und doku­men­tie­ren wür­den. Kings Quest spie­len scham­me­li­gen und melo­di­schen Indie Rock, der ober­fläch­lich zwar aus der aktu­el­len Indie-/Dream­popp-Trick­kiste schöpft, aber doch ganz ein­zig­ar­tig klingt und ange­nehm wenig mit dem der­zei­ti­gen Zeit­geist kon­form geht. Prä­gen­des Ele­ment sind die mehr­stim­mi­gen, für rock­fi­xierte Ohren doch eher unge­wöhn­li­chen und ver­mut­lich auch ein wenig in der klas­si­schen Musik geschul­ten Gesangs­har­mo­nien der bei­den Sän­ge­rin­nen, gekonn­tert von einer leicht exzen­tri­schen Spiel­art flot­ten Jangle Pops, wel­cher der Schön­heit der Songs immer die rich­ti­gen Dis­so­nan­zen ent­ge­gen zu hal­ten weiß und die melan­cho­li­sche Grund­stim­mung noch wei­ter in den Vor­der­grund rückt. Musik wie aus einer längst ver­ges­se­nen Zeit, in einer uner­forsch­ten Par­al­lel­welt vol­ler selt­sa­mer, beängs­ti­gen­der Schön­heit.

Thank you, Weird Canada!


Ähnlicher Lärm:
Slee­ping Bag - Wet e Das bereits vierte Album die­ser Band aus Bloo­m­ing­ton, Indiana über­rascht mit einem ganz schön aus der Zeit gefal­le­nen Sound, der seine Inspi­ra­tion glei­cher­ma­ßen aus dem Indie­rock der 90er und dem melo­di­schen Post Punk-Revi­val der 00er Jahre zu zie­hen scheint. Die Arran­ge­ments sind dabei auf ein…
Tracy Bryant - Parachute /​​​ Pro­tect Your Head 7" Auf sei­nem ers­ten Solo-Kurz­spie­ler setzt uns Tracy Bryant, der eini­gen viel­leicht als Front­mann von Cor­ners ein Begriff ist, aus­ge­spro­chen lau­ni­gen, melo­di­schen Indie­rock zum Fraß vor. Tracy Bryant - "Parachute"/"Protect Your Head" lim. clear 7" by Tracy Bryant
For­net - For­net Ein sehr schö­nes Debüt-Tape hat die Band aus dem bel­gi­schen Städt­chen Breee da raus­ge­hauen. Wand­lungs­fä­hi­ger Krach, der sich ganz schön selbst­be­wusst irgendwo zwi­schen den Eck­punk­ten von kräf­tig zubei­ßen­dem Post Punk und Noise Rock, kan­ti­gem Indie­rock und einem gele­gent­li­chem Hauch von Psy­che­del…