Reality Group aus Melbourne haben in den Jahren '16/'17 bereits ein verdammt starkes Demo und eine ebenso hochwertige EP rausgehauen, danach hat es dann ein paar Jahre gedauert bis wir nun ihren ersten ersten Langspieler vorliegen haben. Dem hört man dafür die vergangene Zeit auch klar an in Form eines gereiften, aber dankenswerter Weise keineswegs gezähmten Sounds. Diese elf Songs lösen alle Versprechen der frühen EPs ein; ein lecker gepanschtes Gebräu ist das, bestehend aus Elementen von Garage-, Art- und Post Punk, das Leute mit Affinitäten zu Bands wie Pinch Points, Uranium Club, Andy Human & The Reptoids, Erik Nervous, Lithics oder gar frühen Teenanger sich auf keinen Fall entgehen lassen dürfen.
Wie ihr sicher schon mal mitbekommen habt, werde ich zum willenlosen allesfresser wenn es um jegliche kaputte Sounds von Connie Voltaire, dem Garagenkönig von Minneapolis geht. Während neues Material seines wohl bekanntesten Projekts Neo Neos (oder dessen ausgewachsener Band-Inkarnation Neotypes) noch auf sich warten lässt, zeigt sich dieser neue Batzen von Flatulenzen seines Hardcorepunk-Alter Egos Cells in der Zwischenzeit mehr als tauglich, meine Sucht zu stillen.
Nachdem sein letzes Jahr erschienenes Langspieldebüt mit den Beta Blockers die eine oder andere Socke von den Füßen geblasen hat, gibt es ein paar Neuigkeiten zu berichten von einer der schillerndsten Figuren des gegenwärtigen Garage Punk. Erstmal gab es da bereits im Winter ein Tape unter dem Alias Psykik Vylence, auf dem er mit angemessen rohen Sounds aus der Hardcore-Grabbelkiste experimentiert - das Ergebnis ist eine wahre Freude. Und außerdem ist jetzt eine neue digitale EP zu haben, auf der er wie auch schon bei Psykik Vylence wieder alles solo aufgenommen hat. Aber ob jetzt mit oder ohne Beta Blockers - Erik Nervous macht einfach das, wofür ihn die meisten kennen und liebgewonnen haben: Geringfügig verstrahlten und einfallsreichen Garage Punk mit eingebauter Ohrwurmgarantie. Diesmal gibt es obendrein eine mehr als nur obskure Wahl für eine Coverversion (in der Tat hab ich noch nie von Taste Test gehört...) und zum Abschluss einen unfertigen, aber verdammt Wind erzeugenden Instrumentaltrack mit dem Versprechen, dass die Vocals bald nachgeliefert werden. Muss man einfach gern haben, so was.