Lamictal – Hard Pill To Swallow

Die Kalifornier Lamictal kommen nach zwei ziemlich irren EPs im letzen Jahr mit einer erneut sehr starken Kassette daher, auf der ihre Vision insgesamt etwas fokussierter wirkt, was vielleicht auch nur das Ergebnis von einer geringfügig polierteren Produktion sein mag… wobei poliert hier dann auch wieder das falsche Wort ist, denn ihre Mixtur aus Garage Punk, Hard-, Post- und Weirdcore ist weiterhin ganz schön versifft, unvorhersehbar und hyperaktiv, überwältigt mal eben die Sinne in weniger als vier Minuten und hat sich dann auch schon wieder verpisst. Essenzieller Scheiß für Frende von Bands wie Big Bopper, Rolex und frühen Patti.

Album-Stream →

Warp – Automatic Gratuity

Ich hatte diese Band aus San Francisco schon ziemlich aus den Augen verloren, die jetzt überraschend mit einem Nachfolger zu ihrem beeindruckenden 2019er Album aufwartet. Die neue EP präsentiert ihren verschrobenen Sound an den Tellerrändern von Noise Rock, Hard- und Postcore in etwas roherer aber gleichzeitig auch verfeinerter Form, die reichlich Echos von einigen der herausragenden Noise- und Weirdcore-Phänomenen jüngerer Zeit beinhaltet, unter anderem von Warm Bodies, Sniffany & The Nits, Vexx, Dots, Judy & The Jerks oder Mystic Inane.

Album-Stream →

Atol Atol Atol – Koniec sosu tysi​ą​ca wysp

Das Ding hier ist jetzt nicht mehr wirklich neu – letzten Herbst von der Band selbstveröffentlicht – aber es hat erst mal eine Tape-Veröffentlichung auf dem Leipziger Label U-Bac gebraucht bevor ich die wirklichen Qualitäten dieses Albums erkannt habe. Im Nachhinein sind jene wirklich keine Überraschung, sind hier doch Leute der polnischen Post-/Art-/Math Punk-Bollwerke Ukryte Zalety Systemu und Kurws mit am Werk. Das verspricht ein ganz wunderbares, schlaues und strukturiertes Chaos erster Güte und die Platte liefert genau das im Überfluss, erinnert dabei neben den erwähnten Bands auch mal ein bisschen an Spray Paint, Lithics oder gar einen Anflug von Faraquet oder Swell Maps!

Album-Stream →

Advoids – Advoids

Mitglieder von Diode und Freakees bescheren uns hier eine weitere Attacke des wunderschön entgleisten Krachs, der grob an den Koordinaten von Post Punk, Post- und Weirdcore vorbeischrammt. in All The World geht ein repetitives, The Fall-mäßiges Riff nahtlos in pure Hardcore-Anarchie über. Give Me Mine hat dann hingegen eher so eine gewisse Energie als träfen frühe Minutemen auf James Chance. Desweiteren mag man hier drin Spuren von Flipper, Saccharine Trust oder The Pop Group wiederfunden oder alternativ, den Bogen zu jüngeren Bands wie Rolex, Big Bopper oder Gay Cum Daddies schlagen.

Album-Stream →

Fugitive Bubble – Delusion

Die erste Langspiel-Kassette der Band aus Olympia, Washington – nach zwei nicht weniger geilen Tapes auf dem tollen Label Impotent Fetus – liefert mal wieder gehörig ab in Sachen des unvorhersehbaren, freimütig plündernden Hard- und Postcore mit zusätzlichen Inhaltsstoffen von Garage Punk und einem Anflug von Wahnsinn, kein bisschen daran interessiert sich althergebrachten Vorstellungen darüber zu fügen, wie sich dieses Ding namens Punkrock abzuspielen hat. Wenn man denn unbedingt muss, kann man den Krempel unter anderem in der Nähe von so unterschiedlichen Bands wie Das Drip, Warm Bodies, Vexx, Judy & The Jerks, Mystic Inane, Hotmom, Gen Pop oder Sniffany & The Nits vermuten.

Album-Stream →

Sniffany & The Nits – The Unscratchable Itch

Der erste Langspieler der Londoner ist ein überlaufendes Fass aus wurderbar entgleistem Hard- und Postcore mit einem oft unerwartet melodischen Unterbau. Auf den ersten Blick hat das etwas von einem Mittelweg zwischen Judy and the Jerks und der Weirdcore-Kanone Warm Bodies, aber da ist auch noch mehr Zunder am Start hier mit Momenten, die Vergleiche zu einem diffusen Klumpen recht unterschiedlicher Bands á la Acrylics, Crisis Man, Murderer, Kaleidoscope oder Straw Man Army nahelegen.

Album-Stream →

Soft Torture – Soft Torture

Diese Band aus Philadelphia bringt Generationen von Punks zusammen, zählt zu seinen Mitgliedern Chuck Meehan von den Hardcore-Dinosauriern YDI, neben Mitgliedern jüngerer Bands wie Blank Spell, Haldol und DeStructos. Ihre erste EP explodiert dem Hörer unvermittelt ins Gesicht mit seinen achteinhalb Salven des unvorhersehbaren, chaotischen und Noise-infizierten Hard-/Post-/Weirdcore, der sich grob im Spektrum dessen bewegt, was man in jüngerer Zeit etwa von Bands wie Kaleidoscope, Daydream oder Fugitive Bubble zu hören bekam.

Album-Stream →

Big Jar of Mayo – Big Jar of Mayo

Wieder mal Qualitätsware aus dem Hause Deluxe Bias. Diese Cassingle von absurd kurzer Laufzeit zwischen KBD-getränktem Weirdcore, Garage- und Post Punk wird klar für erfreuliche Zustände bei denjenigen sorgen, die bereits eine gesunde Erektion für Bands wie Mystic Inane, Rolex oder Fried E/M aufgebaut haben.

Fugitive Bubble – Fugitive Bubble // C-Krit – C-Krit

Impotent Fetus heißt das famose neue Kassetten-Sublabel des nicht weniger fantastischen Stucco-Imperiums, welches zuletzt schon mit dem Septic Yanks Tape viel Freude in die Welt gebracht hat. Inzwischen bieten sich da auch schon wieder zwei neue Pfützen aus Noise zum drin Baden an, von zwei Bands unklarer Herkunft. Der Qualitätsstandard wird dabei jedenfalls weiterhin rechtwinklig gehalten. Von wegen impotent…
Fugitive Bubble sauen dabei wunderbar mit einer überaus einfalls- und abwechslungsreichen Variation von abgefuzztem Hard-, Noise- und Weirdcore rum, die mich abwechselnd mal an Das Drip, Warm Bodies, Vexx sowie den frühen Output von NAG oder Kaleidoscope erinnert.
C-Krit hingegen klingen ziemlich nach einem struwweligen Mischköter aus Soupcans, No Trend und Lumpy & The Dumpers. Obendrein ist auch ihre Darbietung des alten Screaming Sneakers-Evergreens Violent Days pures Gold.

Album-Streams →

Das Drip – _

Schade zu erfahren, dass diese EP – nicht allzu lange nach ihrem Genre-trotzenden/-fickenden/-dekonstruierenden/-sprengenden Album im letzten Jahr – schon der Schwanengesang der heißesten Hardcore-Hausnummer in North Carolina sein soll. Also nehmt die Chance wahr noch mal über Das Drip’s ambitionierten Hardcore/Postcore/Artcore/Weirdcore – definitiv niemals Boringcore – zu staunen.

Album-Stream →