Gleich noch mal sehr netter Synthpunk. Die Deletions aus Harrisburg, Pennsylvania tauchten hier ja schon mal mit ihrem letzten Langspieler Hungers auf. Ihr neues Tape behält dessen verschrobenen LoFi-Charme aufrecht und hat nach wie vor etwas von Digital Leather oder frühen The Faint, bringt darüber hinaus aber auch einen gewissen Garagenfaktor mit.
Auf Album numero fünf setzen die texanischen Punks um Mark Ryan (Radioactivity, Marked Men) die Entwicklung des letzten Langspielers fort. Weniger Garagenlärm, dafür jede Menge pulsierender Synth- und Elektropunk. Wie immer eine runde Sache.
Die fluffigen Synth-Garagenvibes auf diesem schnieken Tape kamen mir auf Anhieb bekannt vor und ausnahmsweise lag ich mit meiner Vermutung sogar richtig: Wir haben es hier mit einer weiteren – diesmal etwas Synth-lastigeren – Band um S.B.F.- und Race Car-Frontmann Raymond Schmidt zu tun. Ihre erste EP enthält den Audiomitschnitt ihrer ziemlich geilen Performance bei Highland Park TV, die es auch als Video zu begutachten gibt. Die müssten bei uns mal zusammen mit Puff! auf Tour gehen.
Nach zwei maximal desorientierenden EPs kommt das Duo Skull Cult aus Bloomington, Indiana auch schon mit seinem ersten Album um die Ecke. Wie zu erwarten entfalten sich darauf knappe zwanzig Minuten Chaos, vielleicht ein ganz kleines bisschen geschliffener als auf den EPs. Aber ihr Sound ist und bleibt wunderbar primitiver Synth- und Garage Punk mit dem gewissen Dachschaden. Eine mit auditiver Information überladene Attacke auf die Sinne, die schmerzunempfindliche Garagen-Aficionados ein weiteres mal in angenehme Wallung versetzen wird.
Eine eiskalte Brise kommt in Form dieser Platte von irgendwo aus Frankreich zu uns rübergeweht, mit Klängen die gleichermaßen sinister und einlullend sind. Minimalistische Kraftwerk-Elektronik wird darauf zusammen mit einer kulturell unbedarften Vorstellung von was auch immer zum Henker ein Chanson sein könnte durch den Suicide-Fleischwolf gedreht; das alles vermengt sich letztendlich zu einem surrealen Albtraum in dem David Lynch und John Carpenter die Bontempi-Orgel bedienen. Gute Nacht, schlaft alle gut.
Das zweite Album des Duos aus Springfield, Missouri gefällt mir auf Anhieb sehr gut, rollt einen Sound aus Synthpop/-punk aus, der in jeder Menge Goth und was-auch-immer-für-ein-Wave (Sorry, hier enden meine Genre-Kompetenzen. RRRHund, übernehmen sie!) getränkt ist. Das Songmaterial ist überwiegend recht einfach gestrickt, der Klangteppich dafür reich an noisigen Texturen. Mehr braucht es auch gar nicht, das Ding fluppt sehr ordentlich. Das definitive Popsong-Highlight When You Were Mine lehnt sich mit seinen starken Shoegaze-Vibes dann aber doch noch vorsichtig aus dem Fenster.
Leisure sind zwei Typen auf zwei Kontinenten, die zwischen ihren Heimstudios in London und New York diverse Geräusche durch die Seekabel schieben. Das Ergebnis davon ist auf ihrem ersten Album zu hören und hat durchaus seinen Charme. Synth- und Garage Punk, an dem Freunde von Useless Eaters, Skull Cult, Pow! oder Ausmuteants sicher einigen Gefallen finden.
Schöne Debüt-EP einer Londoner Band, die darauf einen angenehm kaputten, halbwegs primitiven Garage-/Synthpunk-Hybriden fabriziert. Das klingt etwas nach einer Mischung aus Digital Leather und Ausmuteants, verfeinert (oder eher: vergröbert) mit einer Spur von Giorgio Murderer.
Dreckiger und primitiver LoFi-Synthpunk aus New Orleans mit starken Ähnlichkeiten und möglicherweise auch personellen Überschneidungen (es gibt fast keine Infos zur Band, ist also reine Spekulation…) zu den ebenfalls dort beheimateten Garagepunk-Wundern Giorgio Murderer und Buck Biloxi and the Fucks.
Einen absolut tadellosen Mix aus Garage- und Synth-/Elektropunk gibt’s auf der zweiten EP der Labormäuse aus Los Angeles zu bewundern. Ausmuteants treffen auf elektrifizierte Garagenbands wie etwa S.B.F., Race Car oder Process Of Elimination und etwas krudere Verwandtschaft á la Droids Blood und Wonder Bread. Geht klar, das.