Isotope Soap – Monitored By Zu Tse

Keine Ahnung, warum ich Isotope Soap bisher noch nicht hier drin hatte. Jetzt bietet sich jedenfalls wieder eine Gelegenheit, denn via Emotional Response ist neulich eine Compilation ihrer bisherigen EPs ershienen. Hinter dem ganzen verbirgt sich ein Projekt des schwedischen Punkveteranen Peter Swedenhammar (!!!), der vor langer Zeit mal bei Raped Teenagers (meine Fresse, würden die heute auf die selbige bekommen mit dem Namen…) und Pusrad aktiv war, in den vergangenen Jahren aber vor allem mit seinem Blog Killed By Death Records eine Anlaufstelle von starkem historischen Wert geschaffen hat. Mit den namensgebenden Bootleg-Compis hat der gute nach meinem Wissen aber nix zu tun, obwohl auch die ja zuerst in Schweden ihren Lauf nahmen.
Okay, viele Worte zu dem Typen. Die Musik von Isotope Soap ist hingegen sehr leicht zu umschreiben. Synth- und Garage Punk, der an Devo von gestern (die alten Leute finden die jetzt wieder cool, hab ich gehört…), an Ausmuteants und Andy Human & The Reptoids von heute erinnert. So einfach wie gut.

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Le Prince Harry – Be Your Own Enemy

Ungewohnt flott nach dem Vorgänger vor zwei Jahren ist der dritte Langspieler des Lütticher Duos auf dem zuverlässigen Spezialistenlabel Teenage Menopause erschienen und trumpft mit ihrem bislang wohl stärksten Bündel an geballter Songpower auf. Soundmäßig hat man sich aber nicht groß umorientiert, das ist auch gut so. Erneut gibt es köstlich reinknallenden Synth-/Elektropunk zu genießen, dessen Herz aber eindeutig in der Garage zuhause ist. Etwa wie ein Mix aus S.B.F. und den energischeren Momenten von Digital Leather.

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Freak Genes – III

Ich dachte eigentlich, dass ich das letzte Album Quack Quack des ultrasympathischen Duos hier irgendwann schon gepostet hätte. Aber nein, das muss ich seinerzeit mal wieder verpeilt haben. Dann hol ich’s halt anlässlich ihrer neuen LP nach. Darf ich vorstellen: Freak Genes, ein britisches Duo bestehend aus Andrew Anderson, der auch bei den Hipshakes und den famosen Proto Idiot mitmischt und Charlie Murphy, den man vielleicht von den ebenfalls sehr geschätzten Red Chords kennt. Was die zusammen fabrizieren klingt aber nach keiner dieser Bands. Dafür setzt es eine hochgradig verschrobene Mischung aus verschrammeltem Fuzz-/Garagepop und verspultem Elektro-/Synthpunk. Seit der letzten Platte hat sich der Fokus klar zugunsten der elektrischen Sounds verschoben. Da haben einerseits sicher uralte bekannte wie Desperate Bicycles, Television Personalities oder die derzeit scheinbar mal wieder als sehr schick geltenden Devo als Inspiration gedient. Manchmal drängt sich mir der Begriff Bubblegum Suicide geradezu auf. Und aktuell könnte man da Parallelen zu Wonder Bread, ISS, Buck Gooter oder Whatever Brains drin erkennen.

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V.A. – American Idylls

Das Szenebollwerk Sorry State Records aus Raleigh, North Carolina macht einen auf Flex Your Head und haut eine ambitionierte Compilation in Form einer Doppel-LP raus, die in satten 49 Songs von 19 Bands als Momentaufnahme der örtlichen Punkszene verstanden werden will. Wenn auch tendenziell das räudig oldschoolige Hardcoregedöns in mal mehr, mal weniger origineller Daseinsform dominiert, kann man sich kaum über mangelnde Vielfalt beklagen – American Idylls klingt wie ein Rundumschlag von so ziemlich vielem, was auch dieses Blog antreibt, und das auf überwiegend sehr starkem bis grandiosem Niveau. Einige Bands, die hier schon mal vorgekommen sind und andere, die ich besser mal im Auge behalte. Keine Zweitverwertung, sondern zu 100% exklusives Material wurde hier verbraten. Vielleicht die essenzielle Punkcompilation in diesem Jahr.

Powerplant – People In The Sun

Das Londoner Ein-Mann Synth- und Garagepunk-Projekt legt nach einigen bereits sehr köstlichen Singles und EPs seinen ersten abendfüllenden Release vor. Ich muss sagen, damit toppt der Verantwortliche Theo Zhykharyev die bisherigen Kurzspieler noch um ein gutes Stück; die Platte besteht eigentlich nur aus waschechten Highlights. Ausgeprägter als bisher ist außerdem ein gewisser psychedelischer Vibe, der mich an Pow! denken lässt. Außerdem Pflichtprogramm für alle, die etwa Digital Leather, Ausmuteants, Deletions oder Leisure etwas abgewinnen können.

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Clarko – Medeocre Man 7″

Ein neuer Kurzspieler aus dem Hause Iron Lung Records mit ganz vorzüglichem, devofiziertem Synthpunk, den man aktuell auch irgendwo in der Nachbarschaft von Wonder Bread, Ausmuteants oder Dr. Rot einordnen kann.

Channel 83 – Internet ALERT ’99

Yay! Drei neue Minuten gepflegte Schrottästhetik vom Synthpunk-Projekt aus Orlando, Florida. Wem die letzte EP schon etwas zu behämmert klang, der wird diese hier erst richtig hassen. Die drei Songs senken nachweislich den IQ des Hörers. Das gute dabei: Einem geschädigten Denkvermögen ist das scheißegal.

Public Interest – Between

Der Post- und Synthpunk auf dem ersten Tape von Public Interest aus Oakland gibt sich ziemlich variabel, lässt z.B. mal den kalten Synthwave raushängen, klingt ein anderes mal nach einer elektrifizierten Variante von Diät und nach Useless Eaters im spacigen Abgroovemodus. Oder wie etwa Ausmuteants und Puff vermutlich klingen würden, wenn beide Bands mal irgend etwas mal ernst nähmen.

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Heavy Larry – Pseudo Science

Erfreuliche Geräusche gibt’s aus der Synthpunk-Ecke zu vermelden. Mal wieder aus Australien, war ja klar. Aber diesmal klingt das so gar nicht nach dem heimischen Ausmuteants-Umfeld, sondern eher nach der verschrobenen LoFi-Ästhetik von US-Bands á la Wonder Bread, Channel 83 oder C57BL/6. Ist gekauft.

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Digital Leather – FEEET

Eine verdammt notwendige Compilation von Shawn Foree und seinem großartigen Synthpunk-Projekt Digital Leather ist seit kurzem vom Düsseldorfer Label Stencil Trash Records zu bekommen. Forees Musik sauge ich mir seit anderthalb Jahrzehnten mit dem Strohhalm rein und hab immer noch nicht genug davon. Da kommt es gelegen, dass FEEET überwiegend die obskureren Ecken seiner umfangreichen Diskografie plündert. Die meisten dieser Songs sind irgendwann mal auf diversen Tapes erschienen und viele sind nun erstmals Digital und auf Vinyl zu bekommen. Nur ein Teil davon war mir bislang geläufig und einige derjenigen, die ich schon kenne hätte ich gerne mal in digitaler oder physischer Form gehabt. Einen Track hier kennt nicht mal Discogs.

Das ganze klingt keineswegs nach Krümeln vom Tisch, sondern ergibt in der Summe ein sehr starkes und homogenes Album. Wer also einen guten Einstieg in die gleichzeitig so quirlige wie auch zappendustere Welt von Digital Leather sucht wird hier fündig. Außerdem Pflichtprogramm für diejenigen, die zwar mit Forees Werk vertraut sind, aber nicht schon seit 15 Jahren auf obskuren Labels erschienene Kassetten aus den Staaten importieren. Und auf wen keines der beiden Kriterien zutrifft, der sollte hier hier dennoch zugreifen, weil das Teil einfach eine von Anfang bis Ende brilliante Platte ist.

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