Wild Moth aus San Francisco lassen mal wieder zwei neue Songs los, diesmal in Form einer dieser papierdünnen Flatterscheiben, die sich nach zu oft abspielen fast in Luft auflösen. Die Songs sind aber keine heiße Luft sondern Mirror ist oldschooliger Shoegaze-Pop in Perfektion, das ebenso ausgezeichnete Gallery Of Walls lässt dann die Postpunk-Seite der Band glänzen.
Die zweite EP der Shoegazer aus Melbourne ist wieder ein Volltreffer. Der vorläufige Pokal für’s herausragende Shoegaze-Album ’15 geht zwar klar an Spectres, weil sie die Grenzen des Genres ausloten und sogar ein paar neue Impulse zu setzen wissen. Wem aber eher nach einer authentisch oldschooligen Variante ist, die mit ausgezeichneten Songs auf relaxte aber bestimmte Art losrockt, der wird hier dran seine Freude finden. Solider zweiter Platz, bisher.
Was auf den ersten Blick wie der millionste MBV-Abklatsch vorkommen mag, erweißt sich bei genauerem zuhören doch als eine glitzernde kleine Perle für alle, die des recht überstrapazierten Genres noch nicht überdrüssig geworden sind. Dank hochwertigem Songmaterial und ausgefeilter Arrangements hebt sich die Band aus Rennes deutlich vom typischen Shoegaze-Einheitsbrei ab.
Fuzziger Spätachziger-Indie-Power-Pop mit Spuren von Psych und Shoegaze. Das erste Album der Day Ravies aus Sydney konnte mich trotz toller Momente nicht so ganz überzeugen, zu oft rutschte das ganze in die Sorte von richtungslosem Dreampop-Gesäusel ab, von dem es gerade eh schon zu viel gibt. Dieses Jahr hat das Quartett aber zwei neue Kurzspieler rausgehauen, die das Potenzial dieser Band deutlich besser ausspielen. Nicht nur ist der Sound jetzt etwas bissiger, auch die nötige Songsubstanz ist jetzt durchgehend vorhanden.
Starker Nachfolger zum letztjährigen Debütalbum der Band aus Oakland. Nach wie vor liegen die Koordinaten irgendwo zwischen Postpunk, Noise- und Schoegaze-Zeugs, die vier neuen Songs sind jedoch um einiges ausgereifter als auf dem etwas inkonsistenten Debüt.
Beech Creeps aus New York entwerfen auf ihrem Debütalbum eine höchst vereinnahmende Fusion aus psychedelisch-verwaschenen Noise-Landschaften, offensivem Fuzzpunk, ein paar Zeppelin-ismen, die hier ausnahmsweise mal richtig gut funktionieren und zwischendurch auch mal ein wenig sonnige Noisepop-/Shogaze-Melodieseligkeit mit Surfbrett unter’m Arm.
Brilliantes Zeug aus Bristol. Spectres spielen eine eigenwillige Mischung aus Shoegaze, Noise und düsterer Psychedelia. Das alles vermengen sie zu einem schweren, atmosphärisch dichten Brocken. Der Opener lärmt in in etwa so los als hätte man das Debüt von A Place To Bury Strangers mit frühen Black Rebel Motorcycle Club und etwas Sonic Youth oder Swervedriver verschmolzen. In anderen Momenten kann man sich auch an My Blody Valentine’s „Isn’t Anything“-Phase oder die Psych-lastigeren Momente von Disappears oder Black Angels erinnert fühlen.
Einen gewaltigen Qualitätssprung kann man Bleak Boys aus Aguascalientes in Mexiko anlässlich ihrer neuen EP attestieren. Stellenweise leicht psychedelisches, jedoch kraftvolles Shoegaze-Zeug mit einer guten Portion Noise und Postpunk im Gepäck. Und getragen von ausgezeichnetem Songmaterial.
Sympathiepunkte für die Monty Python-Refezenz. The Larch aus Brisbane spielen punkigen Indierock, der ungefähr so herauskommen sollte, wenn man das melodische Geschrammel früher Dinosaur Jr. und die Noise-Wände von Sonic Youth um eine ordentliche Ladung Shoegaze anreichert.
Zwei herausragende Postpunk Bands aus San Francisco zusammen auf einem Siebenzöller. Beide Bands waren hier auch schon mit ihrem jeweils letzten Album vertreten und auch die beiden neuen Songs setzen deren ausgezeichnetes Niveau fort.