Stove aus Newtown, Connecticut ist die neue Band von Steve Hartlett, Frontmann der kürzlich aufgelösten Ovlov. Der Sound ist ähnlich geblieben: Shoegaze-lastiger Indierock mit Dinosaur Jr-artigem gebrate. Deutlicher zur Geltung als bei Ovlov kommt aber eine melancholisch-powerpoppige Note im Songwriting, die man so auch in der Blütezeit von Guided By Voices verorten könnte.
Ein schönes Tribute-Album an die Shoegaze- und Noisepop-Urväter hat das brasilianische Shoegaze-Blog The Blog That Celebrates Itself da kompiliert. Sechzehn überwiegend sehr gelungene Neuinterpretationen von Bands, die mir persönlich bisher noch kein Begriff waren.
Tolles Indierock/Shoegaze-Zeugs aus Sterling, Virginia. Eher konservativ zwar, dafür aber mit einem guten Händchen für simple, mitreißende Melodien und einem leicht punkigen Einschlag. Gelegentlich hört man etwas Dinosaur Jr., Swervedriver oder Superchunk durch.
Schon etwas älteres, dafür umso brillianteres Zeug aus Aomori, Japan. The Earth Earth spielen klassischen Shoegaze der alten MBV-Schule, ohne dabei zu sehr in bewährten Strickmustern hängen zu bleiben. Vielmehr nutzen sie den altbewährten Sound als Basis um eine Fülle verschiedener Einflüsse darin zu vereinen. Ein klanglich reichhaltiges und abwechslungsreiches Album.
Das zweite Album der Band aus San Francisco ist mal wieder ein Leckerbissen geworden. Die Platte startet mit den zwei bereits bekannten, starken Songs von der Mirror Flexi, aber auch die restlichen Songs reißen mit. Schnörkellos rockender Shoegaze á la Swervedriver trifft auf etwas 90er Post-/Emocore. Das ist ihre schlichteste, gradlinigste Veröffentlichung bisher. Was bei anderen Bands aber schnell in der Eintönigkeit versinken würde, wird hier vom ausgezeichneten Songmaterial mit Leichtigkeit getragen.
Schöner Siebenzollbierdeckel aus Athens, Georgia. Shoegazepop, der sehr effektvoll die Dynamik aus LoFi-Elektrobeats, zuckersüßen Melodien und derbem Geschredder zelebriet, kombiniert mit einer ausgesprochen fluffig-poppigen Produktion. Die A-Seite erinnert mich an älteres Zeugs von Ceremony (die aus Fredericksburg, nicht die New Yorker). Die B-Seite treibt es noch etwas weiter, erdreistet sich, da auch noch Autotune-Vocals draufzulegen. Kann eigentlich nur Scheiße sein, ist es aber nicht.
Hat etwas gedauert bis ich die New Order-Referenz geschnallt hab. Deren Einfluss ist auch durchaus wahrnehmbar auf diesem schon nicht mehr ganz neuen Album der Band aus der autonomen Gemeinschaft Galicien im Nordwesten Spaniens. Das Klanggewand in dem die bezaubernden Melodien verpackt sind ist aber deutlich im Shoegazepop zuhause, mit vereinzelten Ausflügen in Richtung Industrialpunk/-pop und Psychpop. Das hat ordentlich Wumms unter der Haube und lässt mir jederzeit die Sonne aus dem Arsch scheinen.
Das schlimste scheint ja überstanden zu sein in Sachen Shoegaze-Revival und jetzt wo die meisten halbgaren Trittbrettfahrer wieder von der Bildfläche verschwunden sind, kommen auch regelmäßig wieder ein paar Qualitätsreleases daher. Wie die neue Day Ravies, die’s auf Vinyl ab September vom geschätzten Sonic Masala Records gibt, als Download aber jetzt schon durch das Bandeigene Label Strange Pursuits zu bekommen ist. Zwischen besagtem Shoegaze-Pop, sonnigem Psychrock und oldschooligem Noise- und Indiepop, ist die abwechslungsreiche Platte bis zum bersten mit tollen Ideen und Melodien abgefüllt.