Ein überwiegend sehr starkes zweites Album von einer Band aus Chicago, die sich einem Sound irgendwo zwischen melancholisch bis euphorisch lärmendem, atmosphärischem Indie Rock und Noise Pop verschrieben hat. Das hat Anklänge an Hüsker Dü und Replacements, an so Indierock/Noise/Shoegaze-Grenzgänger wie Swervedriver, Bailter Space, frühe Catherine Wheel sowie an aktuellere Acts wie Japandroids, Tideland, Ovlov oder Wild Moth. Geht sowas von klar!
Während das im letzten Sommer erschienene No Gravity Girls irgendwie nicht so recht bei mir zünden wollte, trifft der vierte Langspieler wieder ziemlich ins Schwarze. Soundmäßig ist das nach wie vor die charmante Verschmelzung aus Noise Pop, Shoegaze, entschlossenen Punkattacken und der sonnigeren Seite von 60s Psychedelia, wie sie man vom Berliner Ein-Mann-Projekt gewohnt ist. Auch im Jahr 2018 klingt das noch vollkommen eigenständig. Deutlich zugelegt hat aber das zugrunde liegende, vergleichsweise aufgeräumte Songmaterial, das keineswegs mehr nach Gaffertape und Sekundenkleber klingt, sondern in sich geschlossen und aus einem Guss.
Tender Age aus Portland liefern hier ein rundum überzeugendes Langspieldebüt ab. Das enthält einen dichten Sound aus klassischem Indie Rock, Noise Pop, Shoegaze und vereinzelten Spuren von Slowcore. Klar haben die sich die eine oder andere Scheibe bei den Breeders und 90er Sonic Youth abgeschnitten, aber auch aktuelle Bands wie Melkbelly kommen mir da öfter mal in den Sinn.
Mit verdammt gutem Lärm der melodischen Sorte hat das Langspiel-Debüt dieser Band aus Seattle einen perfekten Treffer gelandet, nicht zuletzt aufgrund von saustarkem Songmaterial und einem Sound zwischen 90er Indie Rock und Shoegaze, der zum Beispiel an alte Helden wie Polvo oder Swervedriver erinnert, außerdem an aktuelle Bands wie etwa Ovlov, Pardoner oder Tideland.
Shoegaze aus Pittsburgh, Pennsylvania der sehr klassischen, songorientierten Machart, aber auch mit psychedelischen Elementen verquickt, die eher in der Gegenwart verankert scheinen. Die Aufnahmen zu diesem Album sind über einen Zeitraum von sechs Jahren mit offenbar sehr unterschiedlichen technischen Mitteln entstanden, was sich in einem recht wechselhaften Klangkostüm und einem etwas fragmentierten Gesamteindruck äußert. Dennoch, einiges an starkem Material verbirgt sich hinter der etwas unebenen Oberfläche.
Die aktuelle digitale Single vom New Yorker Solokünstler Zoltán Sindhu aka Traumatologia (der wie’s scheint auch bei den Indierockern Pom Pom Squad für den Bass zuständig ist) kommt nach zwei auf den ersten Blick deutlich nebulöseren, von dichten Nebelwänden, sinisteren Stimmen und verdrängten Erinnerungen durchzogenen EPs geradezu vor wie eine Popsingle. Greifbarer als bisher gewohnt, verlieren die zwei neuen Songs aber keineswegs ihren Blick auf die dunklen Orte der Psyche, die nach wie vor zwischen den Schichten aus Noise und Melodien ihr Unwesen treiben.
Die ersten beiden EPs waren wie ein schwarzer Abgrund, in den man erst mal versinken, sich an die Dunkelheit gewöhnen musste um die Schönheit darin zu erkennen. Hier nähert sich Sindhu scheinbar von der anderen Seite her. Die Musik wirkt im ersten Moment einladend und farbenfroh, offenbart erst nach und nach die Risse, den Verfall, die Wunden die sich dahinter verbergen. Alle drei bisherigen EPs tragen diese Gegensätzlichkeit in sich, ohne jemals stumpfen Elendstourismus zu betreiben. Es ist die mal offensichtliche, mal im Dunkeln verborgene Wärme und Menschlichkeit, die mich an dieser Musik so fasziniert und sie aus der großen Masse hervorhebt.
Traumatologia gehört derzeit zu den interessantesten Projekten im Dunstkreis von Noise, Ambient und elektronischen Klängen. Ich bin sehr gespannt, wohin die Reise noch gehen wird.
Die aktuelle EP dieser New Yorker Band gefällt mit einem Sound, der gekonnt Elemente aus 90er Indierock und Shoegaze vermischt und von einem kräftigen Postpunk-Motor vorangetrieben wird. Die alten Swervedriver ruft das ins Gedächtnis oder – wie z.B. im Noisepop-Highlight Hot House – frühe Wavves.
Das Debütalbum der Band aus dem Kalifornischen Stockton vor drei Jahren war ja schon eine sehr, sehr hörenswerte Angelegenheit, aber was das Trio auf Album Nummer zwei abliefert ist pure Fuzz-/Noisepop-Perfektion, die sich in zehn tadellosen Songperlen wie Honig über den Hörer ergießt, dabei aber auch ordentlich auf den Putz haut. Der Sound weißt Ähnlichkeiten zu den auf dem gleichen Label veröffentlichenden Londonern Slowcoaches auf, wird aber noch um deutliche Shoegaze-Einflüsse verfeinert. Die melodische Finesse von Chapterhouse trifft auf Swervedrivers unbedingten Willen zum rockenden Lärm. Widerstand zwecklos.
Die Shoegazer aus dem britischen Doncaster sind jetzt auch schon ein gutes Jahrzehnt aktiv und warum sie an dieser Stelle bisher noch nicht aufgetaucht sind, kann ich mir im nachhinein auch nicht so ganz erklären. Bezüglich ihrer neuesten EP (eigentlich schon ein Album, gemessen an der Spielzeit) gibt es jedenfalls keine Ausrede mehr, denn diesen den vier Songs stimmt einfach alles. Die Platte gehört zu den rundesten, kompaktesten Stücken an traditionellem Shoegaze, die ich dieses Jahr zu hören bekam.
Wow Bob, wow. Auf einmal lag ganz unscheinbar der Link zu diesem von vorne bis hinten geilen Tape zwischen den Emails von „Band die glaubt nach einer viel besseren Band zu klingen“ und „Band die versucht dem Indie-Trend der Stunde zu entsprechen“. Es sind Einreichungen wie diese, für die es sich dennoch lohnt, sich der Masse an völlig fehlgeleiteten Promoanfragen auszusetzen.
ViewMaster kommen aus Vancouver und alle Bandmitglieder spielen oder spielten bereits in diversen lokalen Kapellen, von denen mir bisher keine einzige bekannt war. Vor gut anderthalb Jahren erst gegründet, kann das Trio schon einen gänzlich ausgereiften Sound und tadelloses Songmaterial vorweisen (wer selbst nachvollziehen will, wie krass und rapide sich ihre Musik entwickelt hat, kann ja mal in ihr altes Demo reinhören…). Darin trifft vorzüglich drückender Sonic Youth-Noise auf eine Verschmelzung von früh-90er Indie-/Alternative Rock und Shoegaze, wie man sie einstmals von Swervedriver oder frühen Catherine Wheel zu hören bekam. Hinzu kommen noch deutliche Postpunk-Einflüsse und das alles stützt sich auf ausnahmslos starke, fast schon kriminell griffige Songs. In der Gegenwart kann man außerdem eine entfernte Verwandtschaft zu Bands wie etwa Die! Die! Die!, Piles, Fist City oder Never Young feststellen.