Lightfoils - Chambers

Ei­gent­lich mag ich Shoe­ga­ze ja sehr. Hät­te ger­ne häu­fi­ger was da­von im Blog. Dass dies je­doch sel­ten zu­stan­de kommt ist wohl der frus­trie­ren­den Ei­gen­schaft der ak­tu­el­len Gen­re-Ge­nera­ti­on ge­schul­det, dem all­ge­mei­nen Klang­tep­pich mehr Be­ach­tung zu schen­ken als et­wa grif­fi­gen Songs oder mit­rei­ßen­den Ar­ran­ge­ments. Light­foils aus Chi­ca­go ste­chen da po­si­tiv raus als ei­ne der we­ni­gen Aus­nah­men. Auf al­te Tu­gen­den be­son­nen und mit schlaf­wand­le­ri­scher Si­cher­heit aus­ge­führt schüt­teln sie Shoe­ga­ze der ul­t­ra­klas­si­schen Mach­art aus dem Är­mel, bei dem al­le be­weg­li­chen Tei­le ta­del­los in­ein­an­der grei­fen und je­de Hand­be­we­gung sitzt.

Fluung - Satellite Weather

Flu­ung aus Se­at­tle lie­fern auf ih­rem ers­ten Lang­spie­ler ei­nen aus­ge­spro­chen an­ge­neh­men Flash­back zu der gol­de­nen Ära des ame­ri­ka­ni­schen In­die Rock, an­ge­rei­chert um ein we­nig Shoe­ga­ze und ver­ein­zelt mal et­was fol­ki­ges Ge­schram­mel. In die­ser spe­zi­el­len Kom­bi­na­ti­on er­in­nert mich das z.B. an Built To Spill, Swer­ve­dri­ver oder Ar­chers Of Lo­af. Und an ak­tu­el­le Bands wie Ovlov, Wa­s­her oder Tape/​Off. Die durch­weg star­ken Songs die­ser Plat­te müs­sen sich da­bei hin­ter kei­ner der ge­nann­ten Bands ver­ste­cken.

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Xtr Human - Reflections

Nach ei­nem Lang­spie­ler und ei­ner EP, die für mei­nen Ge­schmack noch et­was zu ge­ne­risch da­her­plär­ren, hört man auf der neu­es­ten EP von XTR Hu­man aus Ber­lin ein sehr of­fen­sicht­li­ches Wachs­tum und ei­ne Band, die letzt­end­lich zu sich selbst ge­fun­den hat. Auf der Ba­sis von ein­gän­gi­gem Post Punk, der sich auch sehr gut in das Gen­re-Re­vi­val zur Jahr­tau­send­wen­de ein­ge­fügt hät­te, ver­klei­den sie die neu­en, eben­falls deut­lich ge­reif­ten Songs in schil­lern­de Shoe­ga­ze-Tex­tu­ren und kul­mi­nie­ren meist in ei­nem opu­len­ten Cho­rus von die­ser spe­zi­el­len Art, wie sie uns im letz­ten Jahr­zehnt weit­ge­hend ver­schütt ge­gan­gen ist. In eben die­sen me­lo­di­schen Mo­men­ten füh­le ich mich öf­ter mal an das spä­te­re Werk von Parts & La­bor er­in­nert, in an­de­ren an die an die Shoe­ga­ze-/Psy­che­de­lic Noi­se-Klas­si­ker von Bail­ter­space und - um mal et­was ak­tu­el­le­re Ver­glei­che zu be­mü­hen - an bri­ti­sche Ver­tre­ter wie Au­to­bahn oder Eagulls.

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Problem People - Nobody Knows

Ein über­wie­gend sehr star­kes zwei­tes Al­bum von ei­ner Band aus Chi­ca­go, die sich ei­nem Sound ir­gend­wo zwi­schen me­lan­cho­lisch bis eu­pho­risch lär­men­dem, at­mo­sphä­ri­schem In­die Rock und Noi­se Pop ver­schrie­ben hat. Das hat An­klän­ge an Hüs­ker Dü und Re­pla­ce­ments, an so In­diero­ck/­Noi­se/Shoe­ga­ze-Grenz­gän­ger wie Swer­ve­dri­ver, Bail­ter Space, frü­he Ca­the­ri­ne Wheel so­wie an ak­tu­el­le­re Acts wie Ja­pan­dro­ids, Ti­de­land, Ovlov oder Wild Mo­th. Geht so­was von klar!

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Fir Cone Children - The Straight & The Curly

Wäh­rend das im letz­ten Som­mer er­schie­ne­ne No Gra­vi­ty Girls ir­gend­wie nicht so recht bei mir zün­den woll­te, trifft der vier­te Lang­spie­ler wie­der ziem­lich ins Schwar­ze. Sound­mä­ßig ist das nach wie vor die char­man­te Ver­schmel­zung aus Noi­se Pop, Shoe­ga­ze, ent­schlos­se­nen Punk­at­ta­cken und der son­ni­ge­ren Sei­te von 60s Psy­che­de­lia, wie sie man vom Ber­li­ner Ein-Mann-Pro­jekt ge­wohnt ist. Auch im Jahr 2018 klingt das noch voll­kom­men ei­gen­stän­dig. Deut­lich zu­ge­legt hat aber das zu­grun­de lie­gen­de, ver­gleichs­wei­se auf­ge­räum­te Song­ma­te­ri­al, das kei­nes­wegs mehr nach Gaf­fer­tape und Se­kun­den­kle­ber klingt, son­dern in sich ge­schlos­sen und aus ei­nem Guss.

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Tender Age - Becoming Real Forever

Ten­der Age aus Port­land lie­fern hier ein rund­um über­zeu­gen­des Lang­spiel­de­büt ab. Das ent­hält ei­nen dich­ten Sound aus klas­si­schem In­die Rock, Noi­se Pop, Shoe­ga­ze und ver­ein­zel­ten Spu­ren von Slow­core.  Klar ha­ben die sich die ei­ne oder an­de­re Schei­be bei den Bree­ders und 90er So­nic Youth ab­ge­schnit­ten, aber auch ak­tu­el­le Bands wie Melk­bel­ly kom­men mir da öf­ter mal in den Sinn.

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Big Bite - Big Bite

Mit ver­dammt gu­tem Lärm der me­lo­di­schen Sor­te hat das Lang­spiel-De­büt die­ser Band aus Se­at­tle ei­nen per­fek­ten Tref­fer ge­lan­det, nicht zu­letzt auf­grund von saustar­kem Song­ma­te­ri­al und ei­nem Sound zwi­schen 90er In­die Rock und Shoe­ga­ze, der zum Bei­spiel an al­te Hel­den wie Pol­vo oder Swer­ve­dri­ver er­in­nert, au­ßer­dem an ak­tu­el­le Bands wie et­wa Ovlov, Par­do­ner oder Ti­de­land.

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Barlow - In A Stranger's Car

Shoe­ga­ze aus Pitts­burgh, Penn­syl­va­nia der sehr klas­si­schen, song­ori­en­tier­ten Mach­art, aber auch mit psy­che­de­li­schen Ele­men­ten ver­quickt, die eher in der Ge­gen­wart ver­an­kert schei­nen. Die Auf­nah­men zu die­sem Al­bum sind über ei­nen Zeit­raum von sechs Jah­ren mit of­fen­bar sehr un­ter­schied­li­chen tech­ni­schen Mit­teln ent­stan­den, was sich in ei­nem recht wech­sel­haf­ten Klang­kos­tüm und ei­nem et­was frag­men­tier­ten Ge­samt­ein­druck äu­ßert. Den­noch, ei­ni­ges an star­kem Ma­te­ri­al ver­birgt sich hin­ter der et­was un­ebe­nen Ober­flä­che.



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Traumatologia - C​.​C.

Die ak­tu­el­le di­gi­ta­le Sin­gle vom New Yor­ker So­lo­künst­ler Zol­tán Sind­hu aka Trau­ma­to­lo­gia (der wie's scheint auch bei den In­diero­ckern Pom Pom Squad für den Bass zu­stän­dig ist) kommt nach zwei auf den ers­ten Blick deut­lich ne­bu­lö­se­ren, von dich­ten Ne­bel­wän­den, si­nis­te­ren Stim­men und ver­dräng­ten Er­in­ne­run­gen durch­zo­ge­nen EPs ge­ra­de­zu vor wie ei­ne Pop­sin­gle. Greif­ba­rer als bis­her ge­wohnt, ver­lie­ren die zwei neu­en Songs aber kei­nes­wegs ih­ren Blick auf die dunk­len Or­te der Psy­che, die nach wie vor zwi­schen den Schich­ten aus Noi­se und Me­lo­dien ihr Un­we­sen trei­ben.

Die ers­ten bei­den EPs wa­ren wie ein schwar­zer Ab­grund, in den man erst mal ver­sin­ken, sich an die Dun­kel­heit ge­wöh­nen muss­te um die Schön­heit dar­in zu er­ken­nen. Hier nä­hert sich Sind­hu schein­bar von der an­de­ren Sei­te her. Die Mu­sik wirkt im ers­ten Mo­ment ein­la­dend und far­ben­froh, of­fen­bart erst nach und nach die Ris­se, den Ver­fall, die Wun­den die sich da­hin­ter ver­ber­gen. Al­le drei bis­he­ri­gen EPs tra­gen die­se Ge­gen­sätz­lich­keit in sich, oh­ne je­mals stump­fen Elends­tou­ris­mus zu be­trei­ben. Es ist die mal of­fen­sicht­li­che, mal im Dun­keln ver­bor­ge­ne Wär­me und Mensch­lich­keit, die mich an die­ser Mu­sik so fas­zi­niert und sie aus der gro­ßen Mas­se her­vor­hebt.

Trau­ma­to­lo­gia ge­hört der­zeit zu den in­ter­es­san­tes­ten Pro­jek­ten im Dunst­kreis von Noi­se, Am­bi­ent und elek­tro­ni­schen Klän­gen. Ich bin sehr ge­spannt, wo­hin die Rei­se noch ge­hen wird.

Curelight Wounds - Constant Mind

Die ak­tu­el­le EP die­ser New Yor­ker Band ge­fällt mit ei­nem Sound, der ge­konnt Ele­men­te aus 90er In­die­rock und Shoe­ga­ze ver­mischt und von ei­nem kräf­ti­gen Post­punk-Mo­tor vor­an­ge­trie­ben wird. Die al­ten Swer­ve­dri­ver ruft das ins Ge­dächt­nis oder - wie z.B. im Noi­se­pop-High­light Hot House - frü­he Wav­ves.


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