Ceremony – Distance

Ceremony
Ceremony aus Fredericksburg, Virginia (nicht verwechseln mit der gleichnamigen kalifornischen Garage-/HC-Band) drehen ja schon seit Jahren ihre Runden durch diverse Musikblogs und -publikationen, aber so wirklich überzeugen konnten sie mich bisher nicht. Die bisherigen Alben und EPs klangen mir einfach mal zu überzuckert um auf Albumlänge zu funktionieren, ein anderes mal einfach zu zerfahren und unausgereift. Dem allen haftete oft der Geruch einer Band an, die noch zu sich selbst finden muss.
Auf Distance machen sie jetzt einen gewaltigen Sprung vorwärts. Endlich finden sie hier eine gute Balance zwischen Krach und Melodie. Es schadet auch nicht, dass hier einige ihrer besten Songs versammelt sind. Musikalisch ist das irgendwo zwischen C86-Pop und dem frühen Proto-Shoegaze von The Jesus And Mary Chain zu verorten. Auch etwas Noise- und Garagenrock steckt da mit drin. Und nach wie vor ist das ganze mit eingängigen Popmelodien garniert. Nur halt nicht mehr so aufdringlich. Ein bisschen wie die poppigeren Momente von A Place To Bury Strangers, wenn jene denn noch mal ein ordentliches Album hinkriegen würden.
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Tideland – Lull

Tideland
Shoegaze-Bands gibt’s derzeit mal wieder wie Sand am Meer. Gute Schoegaze-Bands muss man aber noch genau so mit der Lupe suchen wie schon vor so zehn Jahren, als das Genre noch nicht ins öffentliche Bewusstsein zurückgehypt wurde und als eher tot galt. Zu den durchaus vorhandenen hörenswerten Bands ist seitdem vor allem eine riesige Menge unausgereifter Müll hinzugekommen.
Tideland aus Sterling, Virginia sind eine von den guten Shoegazer Bands. Denn sie scheinen zu wissen, dass ein brav nach Genrekonventionen modellierter Sound nicht reicht, dass man letztendlich jede Band – egal welcher Musikrichtung – an der Qualität des Songwritings, an ihren Hooks und Arrangements und vielleicht auch ein kleines bisschen an ihren spielerischen Fähigkeiten misst. Nicht an einem Image oder einer ach-so-tollen Produktion.
Dieses Album ist ein perfektes Beispiel dafür, denn Tideland spielen einen Sound der klassischer kaum geht. My Bloody Valentine sind natürlich als unvermeidbare Referenz heranzuziehen und ein bisschen Swervedriver klingt durch. Dazu kommen weitere Anklänge aus dem Punk- und Alternative-Umfeld der späten 80er, besonders Dinosaur Jr. haben hier noch eindeutige Spuren hinterlassen. Und anders als die meisten musikalisch verwandten Bands schaffen es Tideland den allgemeinen Spirit und die treibende Energie dieser Ära zu transportieren. Das, und gute Songs. So einfach ist das. Höre und lerne.
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Cousins – Bathhouse

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Die Platte ist schon vor ein paar Monaten erschienen, bin aber erst jetzt darauf gestoßen. Großartige Band aus Milwaukee. Spielen eine Mischung aus Noiserock und Shoegaze, mit genügend Dreck unter den Fingernägeln um nicht in die gefällige Seichtigkeit zu verfallen die mir in letzter Zeit den Spaß an genremäßig verwandten Bands doch sehr verdirbt. So macht’s wieder Laune!
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Tiger! Shit! Tiger! Tiger! – Forever Young

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*PLOPP* Es werde Blog.
Und den Auftakt macht mal eine Band aus Italien, die noisig-melodischen Postpunk spielt, mit eindeutigem Surf- und Shoegaze einschlag und angenehm dreckig produziert. Zugegeben, nicht gerade die originellsten Einflüsse im Jahr 2013, aber innerhalb des Genres gehört’s zum besten was ich in letzter Zeit gehört hab und ist gar nicht zu vergleichen mit dem ganzen halbgaren Schmodder der sonst aus dieser Ecke so durch die Blogs gejagt wird.
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