Broken Arm – Life Is Short

broken arm

Ein explosives und ungemein rockendes Gemisch aus Garageneinflüssen, Postpunk/-core und Noiserock hauen uns Broken Arm aus Leeds auf ihrem zweiten Album sehr gekonnt um die Ohren. Das startet mit einem lupenrinen Riff aus dem Stooges-Insolvenzbestand und entwickelt sich dann weiter zu einer Melange aus den zugänglicheren Beiträgen des AmRep-Kataloges wie etwa Tar und artverwandten Bands aus der Noise- und Postcore-Ecke vom Schlage Jawbox, Hot Snakes, Bluetip oder gar Nation Of Ulysses. Dazwischen finden sie immer wieder mal Zeit für einen flotten Punkklopper.

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XAXAXA – Sami maži i ženi

XAXAXA

Mal wieder Bock auf etwas Sprachbarriere? Ich darf vorstellen: Die Mazedonischen Leatherface! Oder so ähnlich. Der Einfluss der Britischen Kultband ist schon nicht zu überhören, aber auch von den anderen großen Einflussfaktoren für besseren Melodischen Punkrock wie etwa Hüsker Dü, Dinosaur Jr und Samiam in der Clumsy-Phase haben sie sicher eine Scheibe abgeschnitten. Dabei steuern sie das ganze aber in eine deutlich melancholisch verträumtere Richtung und der der Produktionsstil lässt bei den langsameren Songs auch eine leichte Shoegaze-Atmosphäre aufkommen.


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Mannequin Pussy – Gypsy Pervert

mannequin pussy

Lass uns mal über Muschis reden. Mumu-Core ist schwer angesagt letzter Zeit. Da gab es zum Beispiel einen Muschiaufstand, dessen Protagonistinnen für ein keines Ständchen an einem ungewohnten Ort in den Knast gingen. Eine andere ihrer Art behauptete später von sich, ein gar perfektes Miezekätzchen zu sein. Selbstredend sind nicht alle Muschis gleich. Bei erstgenannter hinkte doch die musikalische Relevanz empfindlich hinter der politischen her. Die andere stellte sich nach dem ersten Schock doch eher als eine muffige Brise hyperventilierter heißer Luft heraus. Nichts desto trotz, mit Muschi muss man derzeit rechnen.
Diesmal also eine Schaufenstermuschi. Gefällt mir um längen besser. Das Trio kommt aus New York, ein Mitglied (mit-Glied, haha!) hat gar keine Muschi und Tiny Engines (siehe auch letzter Post) hat gerade ihr ursprünglich als Tape erschienenes Debütalbum wiederveröffentlicht. Das ist ausgezeichneter und recht vielseitiger Krach, der irgendwo zwischen Noisepop, Post- und Garagenpunk oszilliert. Ich schreib jetzt besser nicht weiter, bevor sich das hier zu einem Muschitourette auswächst. Muschi, Muschi, Muschi.



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Cayetana – Nervous Like Me

cayetana

Ok, hier ist mal ’ne Platte, der vermutlich bald größere Aufmerksamkeit zukommen wird; die Hypemaschine (ja, genau!) ist schon warm gelaufen. Und zurecht, Cayetana aus Philadelphia decken nicht nur erfolgreich den Bedarf an der selten gewordenen Art von introspektivem und doch ernst zu nehmendem Indierock mit punkiger Kante (dankenswerter Weise wissen sie dabei abgedroschenes Emogeflenne zu umschiffen), sondern sie legen dabei auch noch ein durchgehend bemerkenswertes Songniveau an den Tag. Aktuell fallen mir da höchstens Restorations, Swearin‘ oder Big Eyes als eher hinkende Vergleiche ein. Klar ist das alles an und für sich ein alter Hut und sicher gibt’s derzeit so einige Bands mit ’nem ähnlichen Soundgewand, aber kaum eine die ich qualitativ erwähnenswert fände.


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Monster Treasure – Monster Treasure

monster treasure

Starkes Debütalbum von einem Trio aus dem kalifornischen Stockton. Dreizehn ultramelodische Punkrocker mit erhöhtem Fuzzfaktor und leichten Shoegaze-Untertönen. Das erinnert mich mal sehr an das Solowerk von Bob Mould oder noch mehr an seine 90er Band Sugar, aber auch für Freunde von Wavves dürfte das hier von interesse sein. Die Gesangsharmonien der beiden Mädels lassen aber auch Assoziationen zu frühen Vivian Girls zu.



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Xetas – Silence / The Knives

xetas

Auch auf Austin’s 12XU Records erschien dieses siebenzöllige Dings der ebenfalls dort beheimateten Xetas. Der erste Track klingt so etwas nach Saints mit einem deutlichen Schlenker in Richtung Postcore/-punk. Die Flip klingt dann mehr als hätten letztere sich ein bisschen X an Bord geholt. Sowohl die Kalifornier als auch die Australischen X, passt beides irgendwie. Dass das in der musikalischen Timeline nicht wirklich zusammengeht ist mir schon klar…


Und als kleiner Bonus sei noch dieser hübsch derbe Remix erwähnt:

Digital gibt’s das ganze nach meinem Wissen (leider) nur bei iTunes.

Thank you, Urbankill!

The Gotobeds – Poor People Are Revolting

gotobeds

Das Texanische Label mit dem besten Namen hat kürzlich gleich zwei herausragende Tonkonserven abgesondert. Die erste davon kommt von den Gotobeds aus Pittsburgh. Die musikalischen Referenzen lesen sich wie ein who is who der letzten vierzig Jahre Punk- und Indierockgeschichte. Am offensichtlichsten erinnert das an die zugänglichsten Werke von Sonic Youth, manchmal vermischt mit einer kleinen Note von Pavement-Geschrammel. Auch zum schlauen Rock-Dekonstruktivismus von Wire oder Mission of Burma lässt sich hier der Bogen schlagen. Und erinnert sich hier noch wer an die britischen Artpunker Ikara Colt aus der frühen Nullerjahren?
In Kurzform: Genau meine Tasse Tee. Die Songs brauchen sich auch nicht hinter den großen Namen verstecken; das ist ein ausgefuchstes Stück treibender Rock’n’Roll und ein Highlight jagt das nächste auf dieser Platte.



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Fat Creeps – Must Be Nice

fat creeps

Diese Band aus Boston spielt eine recht eigenwillige und wandlungsfähige Form entspannten Indierocks. Ob straighter Punkrock, verträumt-psychedelische Ausreißer, garagiger Surfpop oder leichte Anflüge von Postpunk; all das schüttelt das Trio souverän aus dem Ärmel und macht sich dabei noch des einen oder anderen Ohrwurms mitschuldig.


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Bloody Knees – Stitches

bloody knees

Neue EP der Band aus Brighton und ein gewaltiger Sprung nach vorne, verglichen mit der im Frühjahr erschienenen Splitsingle mit Birdskulls. Das ist melodischer Mittneunziger-Punkrock mit leichtem Emo-Einschlag (Jawbreaker lassen grüßen…), aber auch mit ordentlich Dreck unter den Fingernägeln und deutlicher Grunge-Kante. In der aktuellen Musiklandschaft positioniert sie das wohl in komfortabler Reichweite zu Pale Angels oder Weak Nerves.


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