Zephyr Lake - Silken

zephyr lake
Wie­der mal was tol­les vom eu­ro­päi­schen Fest­land. Ze­phyr La­ke aus Bar­ce­lo­na ha­ben ihr neu­es Kurz­spie­ler-Tape am Start und dar­auf gibt's ast­rei­nen, Noi­se-af­fi­nen Punk­rock zu hö­ren. So in et­wa ei­ne Mi­schung von frü­hen Di­no­saur Jr mit ein paar Grunge-Ge­nen, an­ge­rei­chert um den Noi­se­rock von z.b. Fudge Tun­nel oder frü­hen Hel­met. Kann was.

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Piles - Piles

piles
Wow, das ist ja mal ein un­er­war­tet kom­pro­miss­los vor­wärts­ge­prü­gel­ter Bro­cken aus me­lo­disch-noi­si­gem Post-/Punk-/In­die­ge­döns. Was Pi­les (nicht mit den ges­tern hier ge­fea­tureten Pi­le ver­wech­seln) aus Mil­wau­kee hier ab­feu­ern ist ge­nau mei­ne Kra­gen­wei­te. Wer drin­gend auf Nach­schub an schnel­lem me­lo­di­schem Krach mit ge­wis­sen Ähn­lich­kei­ten zu Ma­le Bon­d­ing, Ja­pan­dro­ids, No Age, frü­hen Wav­ves oder Cloud Not­hings sucht, wird hier ga­ran­tiert sei­nen Spaß dran ha­ben. Da­zu kom­men noch leich­te Ga­ra­gen- Post­punk- und Shoe­ga­ze-Ele­men­te, De­ckel drauf und fer­tig ist die Saue­rei.
Und mein Rat­schlag: Nicht da­nach goog­len, es sei denn ihr wollt un­be­dingt mit ganz und gar un­äs­the­ti­schem Bild­ma­te­ri­al kon­fron­tiert wer­den. Ich tra­ge kei­ne Ver­ant­wor­tung für even­tu­el­le psy­chi­sche Schä­den.

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Weak Nerves - Cheapskates /​ Bedroom Rot

weak nerves
Schö­ner Kurz­spie­ler ei­nes Lon­do­ner Tri­os, des­sen Sound ir­gend­wo im me­lo­di­schen Punk­rock der Mitt­neun­zi­ger zu ver­or­ten ist und ge­ring­fü­gig an der da­ma­li­gen In­diero­ck/E­mo/­Post­core-Schnitt­stel­le kratzt. Auch leich­te Grunge-und Shoe­ga­ze-Ein­flüs­se sind zu ver­or­ten. Ei­ne Plat­te al­so, die sich ge­müt­lich zwi­schen den Stüh­len plat­ziert, aber trotz­dem an­ge­nehm ver­traut wirkt. Wie ein ver­schro­be­ner al­ter Be­kann­ter, der sich seit­dem kein biss­chen ver­än­dert hat.

Thank you, One for the Peop­le!

Marvin Berry & The New Sound - Bootleg

marvin berry and the new sound
Auch wenn es viel­leicht et­was ver­nied­li­chend bis ab­wer­tend klingt, Boot­leg, das De­büt­al­bum der Band aus Brook­lyn NY ist ein­fach ei­ne schö­ne, spa­ßi­ge Plat­te. So al­le paar Wo­chen kommt mir mal wie­der so ei­ne un­wi­der­steh­li­che Power­pop-Schei­be un­ter, mit ei­nem Sound der so alt ist, dass mei­ne El­tern sich nicht mehr dran er­in­nern, mit Ohr­wurm­fak­tor hun­dert und Po­phooks die zwangs­läu­fig die so­for­ti­ge Aus­schüt­tung von Glücks­hor­mo­nen trig­gern. Mar­vin Ber­ry & The New Sound ste­chen aber aus dem gan­zen noch­mal et­was raus, oh­ne ober­fläch­lich et­was an­ders zu ma­chen als ähn­li­che Bands. Es ist ein­fach die stim­migs­te Zu­sam­men­stel­lung von elf me­lo­di­schen Ro­ckern, die ich seit län­ge­rem ge­hört ha­be. Ge­er­det im be­reits er­wähn­ten Power­pop der 60er und 70er, mit dem Vor­wärts­drang von 77er Punk­bands ge­spielt, gu­cken mehr als ein­mal frü­he The Jam um die Ecke. Im ak­tu­el­len Um­feld füh­le ich mich auch stark an die Wa­shing­to­ner Tit­le Tracks er­in­nert.

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Teledrome - Teledrome

teledrome
Nor­mal mach ich um so wa­vi­ges Zeug 'nen gro­ßen Bo­gen, aber die­ses to­tal aus der Zeit ge­fal­le­ne Ding aus New-/Cold­wave, Punk-, Power­Pop und Go­th-Ver­satz­stü­cken ist dann doch ein­fach zu geil um mich kalt zu las­sen. Saugt ei­nen so­fort rein in ei­ne selt­sa­me Par­al­lel­welt aus Früh­acht­zi­ger Sci­ence Fic­tion-Fil­men und Teen­ager­ko­mö­di­en, Cy­ber­punk, Dis­co­ku­geln und La­ser­ka­no­nen. Voll­kom­men un­sub­ti­ler Pop mit ei­ner an­ste­cken­den Dreis­tig­keit und hau­fen­wei­se Hits, die in ei­ner ge­rech­te­ren Welt auch wirk­lich wel­che wä­ren. Zu­rück in die Zu­kunft von ges­tern. Sis­ters of Mer­cy auf Gum­mi­bär­chen. Ra­mo­nes auf Mi­kro­chips. Ak­tu­ell viel­leicht noch Di­gi­tal Lea­ther in ei­nem ge­lack­te­ren, drock­vol­le­ren Klang­kos­tüm. Und bes­se­re Songs.

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Beast Fiend - Beast Fiend Rules

beast fiend
Be­ast Fiend aus San Fran­cis­co ru­len voll. Hab ich zu­min­dest ge­le­sen. Ha­ben sie freund­li­cher­wei­se auf's Plat­ten­co­ver drauf­ge­schrie­ben, da­mit ich's nicht selbst nach­prü­fen muss. Und was rult da denn so? Be­ast Fiend spie­len flot­ten Post­punk der ganz of­fen­sicht­lich auf den prä­gnan­ten Har­mo­nien der Wi­pers ba­siert, rei­chern das Gan­ze aber mit ge­wis­sen Post­core- und Noi­se-Ein­flüs­sen an. Ob das jetzt wirk­lich so al­les an­de­re weg­rult weiß ich nicht, mal auf ei­nen Lang­spie­ler war­ten. Aber sau­mä­ßig hö­rens­wert ist die Plat­te schon, je­den der schmut­zi­gen null Eu­ro wert, für die sie die Plat­te auf Band­camp ver­schleu­dern, oder was auch im­mer du be­reit bist da­für zu zah­len.

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Dasher - Yeah I Know

dasher
Mit ei­nem Jahr Ver­spä­tung sto­ße ich auf die­ses Trio aus At­lan­ta, Geor­gia. Schön er­bar­mungs­lo­ser Noi­se-/Post­punk, sim­pel und ef­fek­tiv, kurz und schmerz­haft. Zwi­schen­durch scheint aber auch mal die ei­ne oder an­de­re son­ni­ge Pi­xies-Me­lo­die durch.

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Solids - Blame Confusion

solids
Wenn die ehe­ma­li­ge In­die-Au­to­ri­tät ih­re na­mens­ge­ben­de Mist­ga­bel mal wie­der zum auf­spie­ßen ei­ner lau­ten Gi­tar­ren­band in Form ei­nes bei­na­he-Ver­ris­ses zur An­wen­dung bringt, kann man fast dar­auf wet­ten dass ich drauf ab­fah­re. So auch im Fall der So­lids aus Mon­tré­al, de­ren trei­ben­den Noi­se­punk sie als zu sim­pel und lang­wei­lig ab­tun. Nun ist das be­sag­te Ma­ga­zin in letz­ter Zeit ja auch eher da­für be­kannt, je­den mit­tel­mä­ßi­gen Elek­tro­pop-Act oder auf­st­eben­den Kom­merz­rap­per zum nächs­ten gro­ßen Ding zu er­nen­nen, der Be­zug zu trei­ben­dem Gi­tar­ren­krach ist den Schrei­bern dort schon vor vie­len Jah­ren ab­han­den ge­kom­men. Das er­klärt wohl auch das Pro­blem des Re­zen­sen­ten, die ei­gent­li­che Stär­ke des Al­bums zu er­ken­nen, das Fleisch des gan­zen liegt näm­lich in dem (ge­nau!) simp­len aber ef­fek­ti­ven und im­mer stim­mi­gen Gi­tar­ren­ge­schram­mel, hin­ter dem die eher un­auf­fäl­li­gen Ge­sangs­me­lo­dien zu­recht in den Hin­ter­grund tre­ten müs­sen um die me­lo­di­schen Krach­at­ta­cken um­so mehr er­strah­len zu las­sen. Wie zu­recht an­ge­merkt, wa­gen So­lids kei­ne Ex­pe­ri­men­te, üben sich viel­mehr in In­diero­cki­ger Form­voll­endung. Hier wird nicht ei­ne über­flüs­si­ge No­te ge­spielt, da­für im­mer ge­nau die rich­ti­ge. Ir­gend­wann ver­wi­schen bein Hö­rer et­was die Gren­zen zwi­schen den Songs, die Plat­te spült in ih­rer ho­mo­ge­nen Wucht wie ei­ne rie­si­ge Wel­le über den ent­zück­ten Hö­rer. Trotz­dem leis­ten sie sich in den ein­zel­nen Songs kei­ne Schwä­chen, je­der da­von kann auch für sich selbst ste­hen.
Als Ein­ord­nungs­hil­fen muss man zwangs­läu­fig mal wie­der Ja­pan­dro­ids und No Age an­füh­ren oder die (noch) recht un­be­kann­ten Weed aus Van­cou­ver. Auch Di­no­saur Jr. oder So­nic Youth blit­zen mal durch und ei­ne ge­wis­se Nä­he zum Emo­core der frü­hen Neun­zi­ger hört man ganz klar raus. Wer mit der­ar­ti­gem me­lo­di­schem Krach et­was an­zu­fan­gen weiß, wird mit die­ser Plat­te noch lan­ge sei­nen Spaß ha­ben.

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Kicking Spit - Negative Feedback

kicking spit
Jetzt erst­mal tief Luft ho­len, denn die­ser Post wird zwangs­läu­fig in ei­ner ein­zi­gen Na­me­drop­ping-Or­gie en­den. Ki­cking Spit kom­men aus dem klei­nen Kuh­dorf New Bruns­wick im Bun­des­staat New Jer­sey und in so ei­ner Um­ge­bung bleibt ja ger­ne mal die Zeit et­was ste­hen. Pas­send da­zu klingt ih­re Mu­sik nach so ziem­lich al­lem was so zwi­schen '85 und '95 or­dent­lich Krach und Lau­ne ge­macht hat. Am stärks­ten ver­tre­ten wä­ren da erst mal die me­lo­di­schen Gi­tar­ren­wän­de von Hüs­ker Dü und Di­no­saur Jr. Dann gibt's noch ein paar klei­ne Hard­core-At­ta­cken, Mel­vins-Riffs, ge­wis­se Grunge­an­lei­hen, früh­neun­zi­ger Noi­se­rock á la Fudge Tun­nel oder Green Ma­gnet School, Su­per­chunk-Me­lo­dien und auch die frü­he Emo-Pha­se klingt et­was an. Al­les mit drin.
Da­mit po­si­tio­nie­ren sie sich in der Nä­he von ak­tu­el­len Bands wie Ca­li­for­nia X und Milk Mu­sic, ver­ste­cken brau­chen sie sich vor de­nen aber über­haupt nicht. Ne­ga­ti­ve Feed­back ist ei­ne wahn­sin­nig spa­ßi­ge Plat­te, rand­voll mit me­lo­di­schem Krach, die be­sag­ten Bands in nichts nach­steht. Die ro­he Pro­duk­ti­on, die so klingt als wä­re sie vom dre­cki­gen Bo­den ei­nes halb­lee­ren Clubs auf­gemopt wor­den, ver­edelt die gan­ze An­ge­le­gen­heit dann noch voll­ends. Die Plat­te kam schon letz­ten Som­mer raus, aber nie­mand hat's da wirk­lich mit­ge­kriegt. Ich auch nicht. Kä­me die Band aus Los An­ge­les oder sonst ir­gend­ei­ner an­ge­sag­ten Me­tro­po­le, hät­ten sich be­stimmt schon al­le drauf ge­stürzt. Bleibt zu hof­fen, dass sie in nächs­ter Zeit doch noch ihr Pu­bli­kum fin­den.

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The Estranged - The Estranged

the estranged
Und schon wie­der gei­les Zeug aus Port­land. Dies­mal gibt's me­lo­disch-düs­te­ren Punk­rock der tem­po­mä­ßig et­was ge­dros­sel­ten, nichts des­to trotz sehr trei­ben­den Sor­te. Auf­grund von Sound und Her­kunft drän­gen sich na­tür­lich mal wie­der Ver­glei­che zu den Wi­pers auf, aber das ist auch nur die hal­be Wahr­heit. Min­des­tens ge­nau so oft er­weckt die Plat­te As­so­zia­tio­nen zu der me­lan­cho­li­sche­ren Sei­te aus­tra­li­scher Punk­klas­si­ker á la Ra­dio Bird­man oder The Saints und di­ver­sem Zeug was da­nach noch kam. So was trifft bei mir ja schon mal per de­fault den rich­ti­gen Nerv. Ex­pe­ri­men­te gibt es hier kei­ne, die Songs bil­den ei­ne an­ge­nehm ho­mo­ge­ne Ein­heit und weil die Band auch in Sa­chen Song­wri­ting nichts an­bren­nen lässt, über­zeugt die Plat­te von An­fang bis En­de.

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