Gekonnte Mischung aus Noise Rock, Sludge und Punk hauen einem The Coltranes aus dem kalifornischen Temecula um die Ohren. Etwa so als hätte man die australischen Bluespunker Feedtime mit dem Touch&Go-Sound der späten Achtziger gekreuzt.
Schon wieder ‘n geiles Punkdings aus Kanada, diesmal aus Guelph, Ontario. Die 45er von Start Something könnte man als eine leicht garagenpunkige Version von Mission Of Burma beschreiben, mit einer kleinen Dosis Hüsker Dü drin.
Auf der ersten EP dieser New Yorker Band gibt’s oldschoolig melodischen Punk-/Indierock, der so auch aus den späten 80ern kommen könnte. Mich erinnert’s besonders an die alten bostoner Postpunker Moving Targets.
Mystery Date sind ein Trio aus Minneapolis und ihr erstes “richtiges” Album nach einem Tape und einem Siebenzöller enthält bis zum bersten mit mitreißenden Hooks vollgestopften, powerpoppigen Modpunk, der natürlich Erinnerungen an The Jam, Elvis Costello oder auch Undertones weckt. Die Hits kommen hier Schlag auf Schlag, die Platte ist ein einziger Volltreffer.
Nach ihrem Demo von 2013 legen Prag aus Perth ihre erste EP nach. Die garagigen Elemente sind hier fast vollkommen ausradiert, stattdessen geht das jetzt konsequent in Richtung Noisepunk/-core. Wie Destruction Unit auf 78 gedreht.
Die neue von Meat Wave aus Chicago ist eigentlich ‘ne halbe Mogelpackung, enthält das Teil in Wirklichkeit doch nur vier neue Songs. Dazu ‘n Wipers-Klassiker und zwei Songs vom selbstbetitelten Debütalbum. Aber übel nehmen kann ich’s ihnen nicht, denn diese Zusammenstellung ist in ihrer Gesamtheit um einiges konsistenter als das noch etwas durchwachsene Debüt. Die neuen Songs schieben ihren Postcore in eine deutlich straightere, treibende Richtung, was mir so auch mehr als recht ist.
Fantastischer Punkrock aus dem Küstenstädtchen Porthcawl irgendwo im Süden von Wales. Die ersten paar Songs stürmen voran wie eine garageninfizierte Mischung aus Buzzcocks und Wipers, danach werden zunehmend melancholische Untertöne wahrnehmbar und man fühlt sich auch an Rites Of Spring oder frühe Dag Nasty erinnert, plus Leatherface-artige Gitarrenarbeit. Überhaupt liegt hier die Würze in dem mitreißend melodischen und variablen Geschrabbel und dem ausdrucksstarken Gebell von Sängerin Livi Sinclair. An aktuellen Bands könnte man’s vielleicht noch mit Negative Scanner oder Nervosas vergleichen.
Ein definitives Noise-/Postpunk-Highlight des jungen Jahres ist dieses Tape, auf Misery Loves Co. erschienen. Die Drums bedient bei diesem Trio aus Montreal niemand anderes als Ought’s Tim Keen, was aber keinesfalls von den rohen Kracheruptionen der beiden Saitenquälerinnen ablenken sollte. Was die drei hier für einen ausschweifenden aber doch immer von tighten Grooves getragenen Krawall lostreten ist ein echter Genuss. Wie dem Cover unschwer zu entnehmen ist, wurde das ganze in zwei langen Takes eingeprügelt, entsprechend ungefiltert und direkt kommt der dreckige Punch dieser gut geölten Band rüber. Das ist Noiserock in kompromissloser Form, aber befreit von allen billigen Posen. Ehrlich, brutal, emotional und verstörend.
Diese New Yorker Band beschert Postpunk der treibenden und schnörkellosen Machart mit gelegentlichen Spuren von Wipers, einer ganzen Familienpackung Fuzz und leicht garagigen Untertönen.
Wieder mal eine deutsche Band die nicht saugt. Needle Exchange aus Berlin spielen eine stimmige und arschtretende Mischung aus klassisch eingängigem 77er Punk und Garagenlastigerem Zeug, die eine gewisse Fluffigkeit versprüht ohne dabei überzuckerter Poppunk-Gefälligkeit zum Opfer zu fallen.