Qualm - Passive

qualm
Ab­ge­fuck­tes Hard­core­zeugs aus Ams­ter­dam oh­ne ir­gend­wel­chen neu­mo­di­schen Bull­shit, da­für aber mit ei­ni­gen lo­cke­ren Schrau­ben und ei­ner ge­häuf­ten Sup­pen­kel­le voll Noi­se. Und groß­ar­ti­gen Ly­rics wie et­wa "Grrrlmwwh drrrr Da­aaaaaaah!" oder "Rawrrrrl murrrwl Bluuuuumbl!". Die Ein­ord­nung in's kor­rek­te Sub­gen­re über­las­sen wir mal dem Ord­nungs­amt. Ja, Hard­core Punk kann im­mer noch was, wenn er sich ab und zu mal den Stock aus'm Arsch zieht.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream →

Fakes & Harsh Reality - Split Tape

harsh reality
Die­se Split­kas­set­te zwei­er Bands aus Mont­re­al hat ei­ne eher grot­ti­ge und ei­ne aus­ge­zeich­ne­te Sei­te. Fan­gen wir mit der grot­ti­gen an: Die vier Songs von Fakes wä­ren ei­gent­lich ganz er­träg­li­cher, wenn auch un­ori­gi­nel­ler Ga­ra­gen­punk. Was das gan­ze je­doch kom­plett her­un­ter­zieht ist der über­trie­ben be­müh­te, nerv­tö­ten­de Quietsch­ge­sang mit dem die Sän­ge­rin si­cher furcht­bar durch­ge­knallt und weird rü­ber­kom­men will. Weckt bei mir aber nur mü­des gäh­nen. Zu oft ge­hört, zu kli­schee­haft und am En­de ein­fach so ner­vig wie der Typ auf'm Kon­zert hin­ter dir, der es für an­ge­bracht hält, pau­sen­los whoo­hoo in dein lin­kes Ohr zu schrei­en und nicht an den Bli­cken der Leu­te merkt, dass sie ihn am liebs­ten um­brin­gen wür­den. Ei­ne der schlech­tes­ten (Gesangs-)Angewohnheiten der jün­ge­ren In­die­land­schaft, hier bis zum Er­bre­chen durch­ge­zo­gen.
Das Tape mal um­zu­dre­hen kann ich hin­ge­gen sehr emp­feh­len, denn die B-Sei­te macht das al­les mal lo­cker wett. Har­sh Rea­li­ty spie­len dre­cki­gen, me­lo­di­schen In­die­rock voll fuz­zi­ger Gi­tar­ren­wän­de, der die Her­zen de­rer er­freu­en dürf­te, die die un­ge­schlif­fe­ne De­büt-EP von Milk Mu­sic moch­ten. Oder man stel­le sich ei­ne räu­di­ge Lo­Fi-Va­ri­an­te von Di­no­saur Jr's Bug mit ei­ner noch deut­li­che­ren Noi­se-Kan­te vor. Macht sau­mä­ßig Lau­ne und lässt ei­nen die lau­si­ge A-Sei­te schnell ver­ges­sen.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream →

The New Christs - Incantations

new christs
Wär fast an mir vor­bei ge­gan­gen, dass die Band um den aus­tra­li­schen Punkopa und Ex-Ra­dio Bird­man Front­mann Rob Youn­ger mal wie­der 'ne Plat­te auf­ge­nom­men hat. Ge­fällt mir ein gan­zes Stück bes­ser als so ei­ni­ges was die al­ten Her­ren in den Neun­zi­gern und Nullern ver­bro­chen ha­ben. Sie lau­fen hier noch mal zur al­ten Höchst­form auf, In­can­ta­ti­ons braucht sich nicht hin­ter den ganz frü­hen Al­ben und EPs der Band ver­ste­cken. Wenn auch das Tem­po ent­spann­ter ge­wor­den ist, der ab­ge­han­ge­ne Vi­be je­ner Plat­ten ist prä­sen­ter als je zu­vor und die elf Songs sind al­le­samt Voll­tref­fer.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream →

Wrong Hole - 2012

wrong hole
Die­ses Trio aus To­ron­to sperrt un­ter an­de­rem Mit­glie­der der Ga­ra­gen­post­pun­ker Teen­an­ger und den Hard­core­spaß­vö­geln Bru­tal Knights zu­sam­men in ei­nen Pro­be­raum. Das End­re­sul­tat ist stu­pi­der bis schmerz­frei­er Fuz­z­punk für die Mo­men­te wenn Dro­gen al­lein nicht mehr aus­rei­chen.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream

Sneeze - Wilt

sneeze
Punk­trio aus Mas­sa­chu­setts, spie­len Fuzz-las­ti­gen Punk­rock mit ei­ner aus­ge­prägt grungi­gen Kan­te und leich­ten Spu­ren von Mitt­neun­zi­ger-Emo­ge­döns. Wie­der mal ein sehr über­zeu­gen­der 90s-Flash­back. Das trägt die Ge­ne al­ter Hau­de­gen wie et­wa Ri­val Schools, Su­per­chunk oder Di­no­saur Jr in sich, passt ak­tu­ell aber auch halb­wegs in ei­ne Rei­he mit Bands wie Ca­li­for­nia X, Ki­cking Spit, So­lids oder Pa­le An­gels.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream →

VEXX - VEXX EP

vexx
VEXX aus Olym­pia wis­sen wie man rich­tig Är­sche ver­sohlt. Ih­re De­büt-EP weckt Er­in­ne­run­gen an die kur­ze Um­bruch­pha­se so um '80-81, als Punk­rock lang­sam in Rich­tung Hard­core zu mor­phen be­gann und für die Zu­kunft des Gen­res noch al­le Op­tio­nen of­fen stan­den. Ge­nau­er könn­te man das viel­leicht als Mi­schung aus Bad Brains und X (Ka­li­for­ni­en, nicht Aus­tra­li­en) be­schrei­ben, auch Wi­pers oder Ze­ro Boys könn­ten da mit rein­spie­len. Die Plat­te klingt da­bei aber er­staun­lich frisch, so gar nicht von ges­tern. Das ist nicht zu­letzt der Ver­dienst von Front­frau Ma­ry­ja­ne Dun­phe und ih­rem ur­ge­wal­ti­gen aber auch fle­xi­blen Stimmor­gan. Wenn sie an­fängt aus­zu­tei­len geht man bes­ser mal in De­ckung.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream →

Coolies - Punk is Bread

coolies
Ei­ne im bes­ten Sin­ne ka­put­te EP hat das neu­see­län­di­sche Trio uns hier auf's Band ge­rotzt. Schwer ein­zu­ord­nen, das Gan­ze. Wir ha­ben hier ein der­be sä­gen­des Noi­se­punk-Ge­wit­ter zum Auf­takt und ei­nen re­lax­ten aber schrä­gen In­diero­cker, das war's dann auch größ­ten­teils schon an (trotz­dem aus­ge­zeich­ne­ter) Song-Sub­stanz. Der gan­ze Rest? Chao­ti­sche Jams und di­ver­ser Krach auf ei­ner Ska­la von un­auf­ge­räumt bis to­tal krank. Ge­nau mei­ne Tas­se Tee.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream →

Woolworm & Grown Ups - Split 7"

woolworm grown ups
Schö­ne Split­schei­be zwei­er Ka­na­di­scher Bands. Wool­worm aus Van­cou­ver über­zeu­gen mit schram­me­li­gem, me­lan­cho­li­schem In­die­rock. Grown Ups aus Cal­ga­ry hin­ge­gen prä­sen­tie­ren ei­ne un­ge­mein lau­te­re, pun­ki­ge Va­ri­an­te des­sel­ben.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream →

Blessed State - Head Space

blessed state
Ich hab ei­gent­lich schon lan­ge auf­ge­hört das ak­tu­el­le Ge­sche­hen im Hard­core ak­tiv zu ver­fol­gen. Zu ein­ge­fah­ren und kon­ven­tio­nell ist mir der größ­te Teil die­ser Sze­ne, der ich im Grun­de doch ei­ni­ges ab­ge­win­nen könn­te. Rück­bli­ckend kann man sa­gen, dass das Gen­re be­reits mehr­mals schein­bar vor die Hun­de ge­gan­gen ist und sich dann doch je­des mal auf die ei­ne oder an­de­re Art wie­der er­neu­ert hat, schon lan­ge be­vor ich alt ge­nug war, mich da­für zu in­ter­es­sie­ren. In letz­ter Zeit schwin­det bei mir aber die Hoff­nung, dass Hard­core noch­mal im grö­ße­ren Stil fri­schen Wind er­fährt und sich aus der krea­ti­ven Sack­gas­se ma­nö­vriert.
Ei­nen klei­nen Hoff­nungs­schim­mer bie­tet dann ei­ne Plat­te wie von die­ser Band aus Nort­hamp­ton, Mas­sa­chu­setts, die zwar auch nichts bahn­bre­chend neu­es bie­tet, es da­für aber schafft ei­ne ak­tu­el­le­re Spiel­form wie­der mit ein paar ver­gan­ge­nen, di­rekt oder in­di­rekt ver­wand­ten mu­si­ka­li­schen Strö­mun­gen zu vei­nen.
Die Plat­te geht los mit eher ty­pi­schem me­lo­di­schem Hard-/E­mo­core wie ihn et­wa Fu­cked Up zu gro­ßer Po­pu­la­ri­tät ver­hol­fen ha­ben und viel­leicht ver­mischt mit ten­den­zi­ell eher ste­reo­ty­pen 90er Emo-/Post­core-Ver­satz­stü­cken. So weit so ver­traut. Aber et­wa in der Mit­te des ers­ten Songs pas­sie­ren dann Din­ge, die so gar nicht so rein pas­sen wol­len. Zu­erst mel­det sich plötz­lich ei­ne Schram­mel­at­ta­cke, die ein­deu­tig den Geist frü­her Di­no­saur Jr. wach­ruft, ge­folgt von ei­nem Gi­tar­ren­so­lo (ja eh schon ein ziem­li­ches Gen­re-Ta­bu) im zwei­ten Song, das ge­ra­de­zu le­bens­echt J. Ma­scis chan­nelt .
Im wei­te­ren Ver­lauf der Plat­te kris­tal­li­sie­ren sich dann Hüs­ker Dü als wei­te­res ver­bin­den­des Ele­ment her­aus, an al­len Ecken und En­den fin­det man hier Riffs und Har­mo­nien, die ge­nau so gut Out­takes aus de­ren bei­den größ­ten Klas­si­ker-Al­ben Zen Acar­de oder New Day Ri­sing sein könn­ten.
Das reicht na­tür­lich nicht um ein größ­ten­teils ka­put­tes Gen­re zu re­ha­bi­li­tie­ren, aber es ist ei­ne sehr in­ter­es­san­te Plat­te da­bei her­aus­ge­kom­men, hin und her ge­ris­sen zwi­schen eher ge­wöhn­li­chen Gen­re-Stan­dards und dem lo­bens­wer­ten Ver­such, eben die­sen zu ent­flie­hen. Auf je­den Fall end­lich wie­der mal ei­ne Plat­te, an der ich wirk­lich mei­nen Spaß ha­be. Ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Trotz­dem muss sich Hard­core mehr an­stren­gen und auf­hö­ren im ei­ge­nen Saft zu ver­si­ckern, um in Zu­kunft noch für ir­gend­wen au­ßer sich selbst re­le­vant zu sein.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream

The Fur Coats - The League of Extraordinary Octopuses

fur coats
In der Pelz­mo­de­ab­tei­lung des In­ter­nets fin­det man die­ses spa­ßi­ge Power­pop-/ Pop­punk-Trio aus Chi­ca­go. Nicht gleich weg­ren­nen wenn ich Pop­punk sa­ge, das ist näm­lich kei­ne Kin­der­mu­cke mit auf­ge­kleb­tem Iro, son­dern viel eher in den Ur­vä­tern des Gen­res ver­an­kert; ins­be­son­de­re die Buz­zcocks fin­den sich hier im­mer wie­der. Da­zu hat's noch 'ne leicht ga­ra­gi­ge Kan­te und ei­nen ho­hen Fuzz-Fak­tor. Au­ßer­dem he­ben sie sich mit durch­weg aus­ge­zeich­ne­ten Songs vom Gen­re-Ein­heits­brei ab und leh­nen sich ge­le­gent­lich ein klei­nes biss­chen aus dem Fens­ter; ich glau­be hier und dort auch mal sub­ti­le An­klän­ge von The Gun Club oder sehr frü­hen Wire zu ver­neh­men. Ei­ne Är­sche tre­ten­de Glücks­pil­le ist das.


Wei­ter­le­sen & Al­bum-Stream