Corner Boys - Waiting For 2020

Schnau­ze schon voll von 2019? Er­zähl mir was neu­es. Wai­ting for 2020 ist neu. Mit ih­rem ers­ten Lang­spie­ler knal­len die Cor­ner Boys aus Van­cou­ver zum ers­ten mal so rich­tig rein bei mir, nach­dem die bis­he­ri­gen EPs noch nicht so rich­tig zün­den woll­ten. Das ist erst­klas­si­ger Power­pop mit Punk­an­trieb und Ga­ra­gen­zu­satz, au­ßer­dem mit Ähn­lich­kei­ten zu Bad Sports, Boo­ji Boys oder Ste­ve Ada­myk Band - je­weils um ei­ne aus­ge­präg­te 77er Kan­te er­gänzt.

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B'schißn & Ponys auf Pump - Split

Gu­tes Punk­fut­ter mal wie­der aus dem Hau­se Phan­tom Re­cords auf ei­ner Split-LP zwei­er Bands, die kaum bes­ser zu­sam­men auf ei­ne Plat­te pas­sen könn­ten. Bei­de Bands er­zeu­gen un­po­lier­ten und aus­ge­zeich­ne­ten DIY-Punk­rock. B'schißn aus Hal­le (Saa­le) kom­men da­bei mit ei­ner gu­ten Por­ti­on Ga­ra­gen­knarz da­her, wäh­rend die Ber­li­ner Po­nys auf Pump et­was schram­me­li­ger klin­gen und mit ih­rem Syn­the­insatz ei­nen ge­wis­sen Pis­se-Vi­be auf­kom­men las­sen.

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Buffet - All American

Ver­dammt, ma­chen die Jungs Spaß. Buf­fet kom­men aus der Klein­stadt Ana­cor­tes auf der Fi­dal­go-In­sel, Wa­shing­ton und ihr ers­tes Al­bum ist ei­ne ein­zi­ge Gra­na­te, die ir­gend­wo zwi­schen den Wel­ten von Post-/Hard­core der klas­si­schen West­küs­ten­prä­gung und me­lo­di­schem Fuzz Punk ope­riert. Letz­te­rer darf wahl­wei­se mal an frü­he No Age, Ma­le Bon­ding oder Ter­ry Malts er­in­nern . Und mit Thro­ne gibt's dann auch noch ei­nen ab­so­lut er­freu­li­chen Flash­back zum Emo­co­re der frü­hen Neun­zi­ger zu be­wun­dern.

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Benzin - Demo

Die Ber­li­ner mal wie­der, ei­ne wei­te­re Band von der X schon mit Y bei Z ge­spielt hat. Ich hab da den Über­blick schon lan­ge ver­lo­ren. Ten­den­zi­ell geht's dies­mal eher Ga­ra­gen­mä­ßig zu in den sie­ben kur­zen, schnör­kel­lo­sen, treff­si­che­ren Punk­kon­ser­ven, in­klu­si­ve old­schoo­li­gem Hard­core­vi­be. Wie aus der Ecke zu er­war­ten stimmt die En­er­gie und das zu­grun­de lie­gen­de Ma­te­ri­al.

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Pallet - Days Since Accident

Ich muss sa­gen, das De­büt­al­bum die­ser Band aus Syd­ney ver­wirrt mich et­was. Nicht weil da ir­gend­was nicht zu­sam­men passt, son­dern weil ih­re Mu­sik ge­ra­de sehr spe­zi­fisch an die Post­co­re- und In­die­rock-Ära der spä­ten 80er/​ frü­hen 90er er­in­nert, oh­ne dass mir auch nur ein halb­wegs treff­si­che­rer Ver­gleich aus der Zeit in den Sinn kommt. Ir­gend­wie ist das dem glei­chen Gen­pool ent­sprun­gen, hat aber sei­nen ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen, ei­ge­ne Lo­gik. Die deut­lichs­te und auch lang­wei­ligs­te Re­fe­renz sind mal wie­der So­nic Youth, aber dann auch wie­der ge­kreuzt mit Su­perch­unk-Me­lo­dien. In an­de­ren Mo­men­ten klingt mir das nach ei­ner un­wahr­schein­li­chen, aber na­mens­tech­nisch na­tür­lich wun­der­ba­ren Jaw­box/­Jaw­brea­k­er-Ver­qui­ckung. Und noch wei­te­re Bands im Span­nungs­feld der be­reits ge­nann­ten Eck­punk­te fal­len mir ein wie Bitch Ma­gnet, Stunt­man, Ke­ro­se­ne 454, Mo­ving Tar­gets oder frü­he Pos­ter Child­ren. Und ge­gen­wär­ti­ge Acts wie Tree­house oder Tape/​Off ste­hen dem auch nicht all­zu fern. Wie dem auch sei, es bleibt am En­de ei­ne saustar­ke De­büt­plat­te üb­rig, die alt­her­ge­brach­te Stil­mit­tel auf stets et­was un­er­war­te­te Art und Wei­se zu ei­nem va­ge ver­trau­ten Gan­zen zu­sam­men­schweißt, das sich ir­gend­wie alt an­fühlt aber gleich­zei­tig aus­ge­spro­chen frisch klingt.

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Primitive Teeth - Primitive Teeth

Ich hat­te mehr Mu­sik mit Day­light Rob­be­ry-Be­zug ver­spro­chen, hier ist sie. Pri­mi­ti­ve Tee­th ist ei­ne recht neue Band um Day­light Rob­be­ry Front­frau und Bas­sis­tin Chris­ti­ne Wolf. Der Sound ist im Ver­gleich zur an­de­ren Band et­was ge­dros­selt und ei­ne Spur dunk­ler ge­ra­ten, das Song­ma­te­ri­al er­neut von ers­ter Gü­te - wie ja auch nicht an­ders zu er­war­ten war.

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Gad Whip - Ward 24 7"

Neu­er Klein­krem­pel von den bri­ti­schen Post­pun­kern. Die A-Sei­te geht im eher ge­mäch­li­chen, Dub-in­fi­zier­ten Beat vor­an, die B-Sei­te knallt hin­ge­gen ein en­er­gi­sches Mi­nia­tur-Pun­k­epos in Ci­ne­ma­scope vor den Latz. Dass letz­te­res stär­ker mei­nen Nerv trifft, ver­steht sich von selbst.

Endless Column - Endless Column

Hat­te gar nicht er­war­tet dass es sie noch gibt, dIe­se Band aus Chi­ca­go, die sich un­ter an­de­rem Per­so­nal mit den Red Dons und Day­light Rob­be­ry teilt. Aus dem Um­feld letz­te­rer Band wird hier in den kom­men­den Ta­gen auch noch mal et­was auf­tau­chen. End­less Co­lumn tra­gen je­den­falls un­ver­kenn­bar die Hand­schrift von Red Dons-Front­mann Doug Burns, kom­men ein biss­chen rü­ber wie ei­ne et­was ent­spann­ter da­her schram­meln­de Va­ri­an­te eben die­ser Band, ge­fil­tert durch die See­le ei­nes trau­ri­gen Sur­fers. Oder nach ei­ner power­pop­pi­gen Ver­si­on von The Es­tran­ged. Und dass die Songs über je­den Zwei­fel er­ha­ben sind, das ver­steht sich ja wohl von selbst.

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Nightwatchers - La Paix Ou Le Sable

Die letz­te EP der Night­wat­chers aus To­lou­se mach­te bei mir be­reits ei­nen star­ken ers­ten Ein­druck und ih­re ers­te LP nimmt nun an glei­cher Stel­le die Fä­den wie­der auf. Zeug auf der Schwel­le von Post Punk und straigh­tem, kraft­vol­lem Punk­rock, der un­ter an­de­rem die Red Dons chan­nelt, ab und an auch mal ei­ne Spur The Es­tran­ged oder Ra­dio­ac­ti­vi­ty. Aber ganz be­son­ders hau­en sie in ei­ne Ker­be, die in den letz­ten Jah­ren ganz be­son­ders in Frank­reich Hoch­kon­junk­tur hat - ge­mein­sam mit dor­ti­gen Bands wie et­wa Te­le­cult, Li­tovsk oder Youth Avo­iders.

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Isotope Soap - Monitored By Zu Tse

Kei­ne Ah­nung, war­um ich Iso­to­pe Soap bis­her noch nicht hier drin hat­te. Jetzt bie­tet sich je­den­falls wie­der ei­ne Ge­le­gen­heit, denn via Emo­tio­nal Re­spon­se ist neu­lich ei­ne Com­pi­la­ti­on ih­rer bis­he­ri­gen EPs ershie­nen. Hin­ter dem gan­zen ver­birgt sich ein Pro­jekt des schwe­di­schen Punk­ve­te­ra­nen Pe­ter Swe­den­hammar (!!!), der vor lan­ger Zeit mal bei Raped Teen­agers (mei­ne Fres­se, wür­den die heu­te auf die sel­bi­ge be­kom­men mit dem Na­men…) und Pus­rad ak­tiv war, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren aber vor al­lem mit sei­nem Blog Kil­led By De­ath Re­cords ei­ne An­lauf­stel­le von star­kem his­to­ri­schen Wert ge­schaf­fen hat. Mit den na­mens­ge­ben­den Boot­leg-Com­pis hat der gu­te nach mei­nem Wis­sen aber nix zu tun, ob­wohl auch die ja zu­erst in Schwe­den ih­ren Lauf nah­men.
Okay, vie­le Wor­te zu dem Ty­pen. Die Mu­sik von Iso­to­pe Soap ist hin­ge­gen sehr leicht zu um­schrei­ben. Syn­th- und Ga­ra­ge Punk, der an De­vo von ges­tern (die al­ten Leu­te fin­den die jetzt wie­der cool, hab ich ge­hört…), an Aus­mu­tean­ts und An­dy Hu­man & The Rep­to­ids von heu­te er­in­nert. So ein­fach wie gut.

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