Pile - Special Snowflakes /​ Mama's Lipstick 7"

Pile - Special Snowflakes / Mama's Lipstick 7"
Diese 45er Fris­bee­scheibe ist bei wei­tem meine am sehn­lichs­ten erwar­tete Ver­öf­fent­li­chung des noch jun­gen Jah­res. Ihr 2012er Album Drip­ping, auf dem die Bostoner ihren leicht grungi­gen Indie-/Noi­se­rock um aus­ge­prägte Post­core-Ele­mente á la späte Fugazi oder die sträf­lich unbe­ach­te­ten Far­aquet erwei­terte, zeigte eine Band die sich selbst gefun­den hat und dabei noch ambi­tio­nierte und schlaue Song­kon­strukte aus dem Ärmel schüt­telte als wür­den sie sich sowas mor­gens auf's Brot schmie­ren.
Auf ihrem neu­es­ten Out­put stre­cken sie sich noch deut­lich wei­ter aus und stram­peln sich end­gül­tig frei von jeg­li­chen Ver­glei­chen, sie klin­gen mehr als je zuvor nach sich selbst. Das ganze bewegt sich wie­der­rum zuneh­mend weg vom Post­core hin zu aus­ufern­den, gera­dezu pro­gres­si­ven Song­struk­tu­ren, aber keine Angst, hier gibt es kein selbst­ver­lieb­tes Hip­pie­geg­nie­del zu hören. Son­dern zwei per­fekt aus­for­mu­lierte Kom­po­si­tio­nen, die zusam­men die epischs­ten und doch abso­lut boden­stän­di­gen zehn Minu­ten Indie­rock erge­ben, die man in der aktu­el­len Musik­land­schaft hören wird.
Wenn sie die­ses Niveau bald noch auf einem Lang­spie­ler hal­ten kön­nen, erwarte ich nicht weni­ger als einen hand­fes­ten Klas­si­ker. Bis dahin schrei­ben andere Bands schon mal Kon­zept-EPs über sie.
Klei­ner Hin­weis für alle, die vor den absurd hohen Por­to­ge­büh­ren für die Scheibe zurück­schre­cken: Man kann die bei­den Songs auf der Band­camp-Seite ein­zeln als Down­load erwer­ben, auch wenn's den Kom­plett­down­load nur im Bundle mit der 7" gibt.

Big French - Downtown Runnin

Big French - Downtown Runnin
Ganz kru­des Zeug von die­ser New Yor­ker Band. Zach Phil­lips von Blan­che Blan­che Blan­che ist mit an Bord, und wer mit des­sen Haupt­pro­jekt ver­traut ist weiß jetzt schon, dass er sich über gar nix wun­dern darf. Hier haben wir eine Platte vol­ler psy­che­de­li­schem Pro­gres­sive-Glam-Punk-Noise-Post-Pop-irgend­was. Yep. So als hät­ten sich frühe Gui­ded By Voices beim jam­men zu viel LSD ins Bier gekippt und dabei Helium geat­met, das würde den durch­ge­hen­den Fal­sett­ge­sang erklä­ren. Zer­fah­rene, chao­ti­sche drei­ßig Minu­ten, auf­ge­teilt in 18 kurze Song­skiz­zen und durch­drun­gen von vie­len mit­rei­ßen­den Pop­mo­men­ten. Und bevor man seine her­un­ter­ge­fal­lene Kinn­lade wie­der unter Kon­trolle hat, ist der Spuk auch schon wie­der vor­bei.

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