Datenight – Clueless and Hangless

Zuerst war ich mir ja nicht so sicher, ob diese Angelegenheit nicht etwas zu entspannt wird für meinen Geschmack, aber letztendlich kann mich auch dieses mal wieder die schiere Kraft des Songwritings überzeugen auf einem Album, das irgendwie den Eindruck einer gemischten Tüte von Outtakes und sonstigen Krümeln erweckt – ein Eindruck der durchaus stimmen könnte und noch bestärkt wird davon, dass die Songs hier einfach alphabetisch sortiert sind. Die Songs selbst sind aber durchweg makellose A-Ware.

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Daughter Bat and the Lip Stings – Secret Tape

Die Band aus Sydney hat noch nie enttäuscht und hält den Standard hoch auch auf ihrer neuesten, streng geheimen EP – so unglaublich geheim, dass diesmal sogar die Songtitel unter Verschluss bleiben müssen. Was ich verraten darf ist aber, dass diese Songs mal wieder ordentlich die Scheiße regeln in einem weiteren makellosen Batzen aus Lo-Fi Power Pop, Garage-, Fuzz- und Eggpunk. Aber nicht weitersagen, okay?

Noise Violations & Sprgrs – Split

Das australische Label Painscale Records liefert hier das bislang stärkste in einer Serie von Split-Tapes ab. Hauptattraktion dabei ist klar die längere Seite, welche das Debüt der Noise Violations aus Brisbane darstellt. Die zünden hier ein einzige unwiderstehliche Abfahrt aus Hooks und Melodien zu einem Schauspiel aus leicht eierlastigem Garage Punk mit Echos von so einschlägigen Hausnummern wie z.B. Satanic Togas, R.M.F.C., Ghoulies, Booji Boys, Metal Guru, Erik Nervous oder Gee Tee, um nur einige zu nennen.
Die andere Seite enthält dann die zuvor schon veröffentlichte 2022er EP von Sprgrs aus Granada, Spanien. Die lohnt sich auch nochmal anzuhören, besonders für Freunde von catchy tanzbarem Lo-Fi Punkgedöns etwa der Marke Prison Affair, Beer, Nuts Pringue, Dee Bee Rich und Beta Maximo.

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M.O.T.O. – The Wall of Phlegm

Was für ein verdammtes Juwel! Paul Caporino, der Mann hinter dem kultigen, seit gut vier Jahrzehnten bestehenden Garage Punk und Power Pop-Projekt M.O.T.O. setzt wieder einen Fuß in die Öffentlichkeit mit einem neuen Batzen von fuzzigen Songartefakten, die hier mal wieder im bewährten Solo 4-Spur Lo-Fi Modus daherkommen. Los geht es mit einem verfickten Motörhead-Cover und was der Herr daraufhin an Songmaterial abfackelt ist ein einziges Feuerwerk an Hooks, Riffs und Melodien, eines seiner hochwertigsten Bündel an Ohrwürmern ohne Frage, ein modernes Meisterwerk des LoFi-Pop wenn ihr mich fragt! Viele der Songs gab es auch schon mal bei irgendeiner Gelegenheit zu hören aber ganz ehrlich, wen interessiert’s? Das Ding hier spult sich ab wie ein all-killer-no-filler Best Of seines kreativen Outputs der vergangenen zwei Dekaden, präsentiert in frischen und bislang ungehörten Recordings.

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Balloon Thief – Balloon Thief

Nach einer schon sehr netten EP aus dem letzten Jahr verfeinert das neueste Werk dieser Band aus Providence, Rhode Island die Rezeptur noch mal deutlich in vielfacher Hinsicht und ihr Mix aus Garage Punk und Power Pop erreicht ein ganz neues Level an Catchyness, das auch an reichlich anderen starken Krempel wie Sweet Reaper, Power Pants, Gee Tee, Alien Nosejob, Set-Top Box oder Satanic Togas denken lässt.

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Silicone Values – Disposable Music / New Cold War?

Des vereinigten Königreichs tollste Kapelle in Sachen melodischer Post Punk und Power Pop hat eine neue digitale Single am Start und ihr habt es hoffentlich schon geahnt: Es ist mal wieder das großartigste Ding in dieser verfickten Welt – sechseinhalb Minuten pure Ekstase und Verzückung und übrigens, was habt ihr eigentlich die ganze Zeit so gemacht und warum füllt diese Band noch keine verdammten Arenas, wie es in einer gerechten Welt der Fall wäre? Außerdem, wo bleibt eigentlich die inzwischen echt mal überfällige Compilation-LP auf Drunken Sailor oder Erste Theke oder Total Punk? Argh! Für nix zu gebrauchen manchmal, ihr Leute da draußen…

Wristwatch – II

Die zweite LP des Duos aus Madison, Wisconsin liefert Nachschub von ihrer speziellen Machart der leicht Devo-fizierten, eingängigen kleinen Garage-/Post Punk und Power Pop-Konstrukte mit ein paar Wire-Momenten obendrein. Was auf der ersten Platte noch etwas gleichförmig und ermüdend rüberkam, hat auf der neuen einiges an Klasse, Reife und Vielfalt dazugewonnen und erinnert mich an so unterschiedliche Bands wie Powerplant, Andy Human & The Reptoids, Nick Normal, Smirk, Deletions, Why Bother?, Isotope Soap und Erik Nervous.

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Pogy & Les Kefars – Dans Ton Retro

Die Debüt-LP dieser Band aus Marseille – ursprünglich schon 2021 erschienen und kürzlich auf dem Lyoner Label Echo Canyon wiederveröffentlicht – ist ein bodenloser Quell der unverschämt Ohrwurm-lastigen Power Pop-Songperlen, auf das nächste Level gehoben von super robustem Songwriting. Mich lässt das an eine ganze Fülle von einschlägigen Hausnummern denken wie Tommy and the Commies, Warm Soda, Radioactivity, Mr. Teenage, Corner Boys, Bad Sports oder Patsy’s Rats.

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Metal Guru – Metal Guru

Das Split-Tape mit Dadgad war schon ein großes Vergnügen und auf ihrer neuesten EP, welche auch ihr auch ihre erste Veröffentlichung im vollen Band-Lineup markiert, verfrachtet die Band aus Rom (zuvor als die Ein-Mann-Band Mustard agierend) den Genuss in höhere Sphären mit einem allgemeinen Vibe, der die besten Momente relativ melodischer Garage Punk-Phänomene á la Liquids, Booji Boys oder Erik Nervous ins Gedächtnis ruft, erweitert um eine Spur von Psychedelic und British Invasion ähnlich zu, sagen wir mal, Resonars im abschließenden Song Samurai.

Motorbike – Motorbike

Auf dieser Platte erinnert mich irgendwie fast jeder Song an eine andere Band, was ja schon mal nicht falsch sein kann. Auch dass viele davon Australier sind, ist sicher kein schlechtes Zeichen! Der Opener zum Beispiel hat Echos von The Estranged, Red Dons, Xetas, Civic, einen Schimmer von Saints und Birdman. True Method hat die schmierigen Garage Rock-Qualitäten der Golden Pelicans und noch irgendwas anderes was ich gerade nicht so festnageln kann. In Throttle präsentiert sich eine primitive Feedtime-Energie und in den darauf folgenden drei Songs geht der energische Garage Punk etwa von Ex Cult oder Sauna Youth in eine melodischere, powerpoppige Richtung á la Radioacticity, Bad Sports, Mind Spiders oder Bed Wettin‘ Bad Boys über. Potential To Ride ähnelt dem psychedelischen Post Punk-Vibe von Public Eye, Waste Man oder Marbled Eye und zum Abschluss gibt es zwei Songs mit der unverdünnten Wucht der australischen Überflieger Split System, Polute, Jackson Reid Briggs and the Heaters. Das alles sitzt felsenfest auf ausgezeichnetem Songhandwerk und wird von einer angemessen tighten Performance zu einem ausnahmslos arschtretenden Ding von einem Album verpresst.

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