Vacation – Rare Earth

Die Band aus Cincinnati, Ohio ist und bleibt ein rares, dem Zeitgeist trotzendes Juwel. Erneut liefern die hier einen makellosen Haufen neuer Banger die gleichermaßen catchy und kraftvoll nach vorne gehen, zu verorten zwischen den groben Hausnummern von Power Pop, Garage Punk, Noise Pop und oldschoolig-melodischem Indie Rock, übersprudelnd mit euphorischen Vibes die mit allen Mitteln unserer dunklen Timeline ins Gesicht spucken. Das geht jedes mal voll ins Schwarze, nicht zuletzt dank bemerkenswerter Kunstfertigkeit in der Kreation einfach-effektiv-eleganter, prefekt ausbalancierter und mit Schmackes performter kleiner Songperlen, die sie im finalen Schliff zu überlebensgroßem Cinemascope expandieren.

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Jimsobbins / Cindy7 – Split

Noch eine überzeugende Ladung des stark Eggpunk-verwandten Garage- und Synthpunk-Lärms erreicht uns in der Form dieser knusprigen Split-Kassette zweier Bands aus Providence, Rhode Island. Jimsobbins sind ein Duo bestehend aus Adam und Lucy. Ist das der gleiche Adam, der auch bei Balloon Thief mitmischt? Plausibel aber unbestätigt. Stößt hingegen noch die Vokalistin Ella dazu, dann mutieren sie zum Trio Cindy7. Jimsobbins sind dabei die stärker nach typischer Eggpunk-Kost klingende Band und erinnert an so Zeug wie Daughter Bat and the Lip Stings, Gee Gee, Billiam and Toe Ring... plus ein scheppernder Hauch von Neo Neos in Leopard. Letztere Tendenz zieht sich auch durch die Seite von Cindy7 und bringt sogar noch mehr von diesem rumpeligen DIY-Charme mit, wobei im Opener Gonna Break durchaus auch ein bisschen oldschool No Wave-Energie ihr Werk tut, wohingegen die zwei abschließenden Songs mit einem zunehmenden Maß an chaotischem Hardcorepunk gewürzt sind.

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Teen Line – Collecting To Collect

Diese schicke Kassette auf Weather Vane Records von einer Band, die unter anderem Mitglieder mit Vintage Crop gemein hat, zieht mich sofort in ihren Bann mit einer absolut zeitlosen Spielart des eleganten, formvollendeten Power Pop, der sich insbesondere durch weit über'm Durchschnitt operierendes Songwriting-Handwerk absetzen kann. Denkt dabei mal an solch mehr oder weniger aktuelle Bands wie Bed Wettin' Bad Boys, Tommy and the Commies, Bad Sports, The Wind-Ups, Datenight, Ex-Gold, Vacation, Mr. Teenage, Yups, Frozen Teens... pick your poison! Auch wenn das ganze etwas einseitig beladen ist mit den meisten Hits auf der A-Seite und einem klaren Durchhänger in der zweiten Hälfte, schafft es das Album dennoch mit dem rausschmeißer Hold Music, sich zu einem glorreichen Finale aufzuschwingen wie eine zwischendrin ähnlich richtungslos dahin dümpelnde Twin Peaks Staffel 2. Guter Trick!

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Electric Prawns 2 – Hot Wheels / I’m Hooked / I Love Rock & Roll (I Love It)

Nach ihrem ausufernden, zwei Stunden laufenden Lo-Fi Garage-/Post-/Eggpunk-Monolithen Prawn Static For Porn Addicts im letzten Jahr kehrt die Band aus Moffat Beach, Australien zurück mit einem Bündel von im direkten Vergleich fast schon mittel- bis hochfidelig klingenden Singles und EPs. Alle drei davon untermauern meine Einschätzung von damals, dass diese elektrischen Schalentiere einfach arschtretende Songs aus dem Ärmel schütteln, die sich eigentlich gar nicht in so einem Nebel aus LoFi-Dreck verstecken müssen um ihre Wirkung zu tun. Nu ja, aber ich mag das ja in ungewaschen und zottelig und hier treffen sie die Produktionsmittel betreffend überwiegend einen durchaus gangbaren Mittelweg. Knorke!

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No Brains – Cheap Shot // The Celebrities – Redd Karpet

Zwei neue Veröffentlichungen sind hier diese Woche reingerollt, die mit ganz unverblümt oldschooliger Ästherik hantieren und beide überzeugen auf etwas unterschiedliche Art und Weise. No Brains aus dem niederländischen Utrecht präsentieren eine kompromisslos geradeaus gehende Mischung aus zeitlosem Garage Punk und vage KBD- und Hardcore-verwandten Geräuschkulissen der frühen '80er Jahre. Das bewerte ich mit 0/10 Sternchen für Originalität und 20/10 Sternchen für unnachgiebigen Druck und Energie. Ergibt gemittelt 10/10 Punkte. Du siehst das anders? Pfft, die Mathematik gibt mir Recht. Komm drauf klar.
Ebenfalls reichlich Garage-Action hat die brandneue EP der Kalifornier The Celebrities aus dem US-Garagenbollwerk Total Punk Records im Gepäck, wenn auch mit einem stärkeren Powerpop- und '77-Vibe. Etwas relaxter im Tempo, ist das nichts desto trotz ein Bündel einwandfrei spaßiger Tunes mit einer starken Dead Boys-meet-Dickies-Energie unter der Haube, ein exquisiter Zuckerrausch der sich, zugegeben, manchmal ganz schön käsig zu werden traut aber dankenswerterweis wird das jederzeit mit meisterlich gearbeiteten Wänden aus Fuzz gekontert. Ich geb dem 11/10 Punkte für den Glamour und die Starpower. Tja, Mathe halt. Kannste nix machen.

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Antenna – Antenna

Schön, diese Engelsstimme wieder singen zu hören! Erst vor wenigen Wochen meldete sich Shogun, der den meisten hier wohl als das Frontmann-Nervenbündel von Royal Headache bekannt sein dürfte, mit der Debüt-EP von Finnoguns Wake eindrucksvoll zurück, einem Duo, das er zusammen mit Finn Berzin gegründet hat (vergessen wir dabei aber auch nicht die tolle 2018er Shogun and the Sheets 7"). Jetzt gibt es ohne allzu große Vorwarnung noch die erste EP einer weiteren neuen Band von ihm hinterhergeschoben, auf der sie vom Songmaterial her dem alten Royal Headache-Vibe ziemlich nahe kommen, wenngleich sie sich dabei ein gutes stück weit vom sägenden Garage-Sound weg, hin zu einer etwas polierteren Ästhetik zwischen den Parametern von geradlinigem, melodischen Punkrock, Noise- und Power Pop bewegen und obendrein mit einem unerwarteten Leatherface-Einschlag aufwarten. Geil!

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Sex Mex – Cold, Not Cute

Eine neue EP der Band aus San Antonio, Texas und wie immer freue ich mich verkünden zu dürfen, dass Sex Mex immer noch sehr nach Sex Mex klingen. Ihr Mix aus Garage- und Synth Punk, Noise- und Power Pop transportiert nach wie vor meisterhaft die Ästhetik der melodisch-eingängigsten Artefakte aus der alten Reatard-Ära. Zuverlässiger Scheiß, der auf keine dummen Ideen kommt und stattdessen einfach Melodien und Hooks abfackelt als gäbe es kein Morgen.

Die EP lässt sich hier leider nicht einbetten, aber drübven auf Bandcamp könnt ihr sie trotzdem hören.

Vaguess – Thanks // No Thanks

Ein Fixpunkt in der Garagenszene der letzten Jahre ist zurück mit einer diesmal wieder etwas größer angelegten LP via Erste Theke Tonträger, nachdem die vergangenen paar Jahre eher durch ein Stück weit unter dem Radar fliegende Kassetten- und Digital-Releases geprägt waren. Das Ding hier kommt nicht weniger eklektizistisch daher als besagte jüngere Veröffentlichungen, aber gleichzeitig auch um einiges fokussierter, entschlossener und konsistenter als das vorhergegangene Geschepper. Das Zeug umspannt ein Spektrum aus kräftig vorangehendem Post Punk (When It's Gone, A.P.A.C.) , melancholischen Indie Rock-Balladen (Texas Cloud), flauschigem Synth-Pop (Let U Know), geradeaus-rockenden Garage-/Fuzz Punk-Explosionen - reichlich Speck zum festbeißen und alles zusammengehalten von Vinny Earley's immer selbstsicheren, häufig brillianten Songwriting-Fähigkeiten. Mit Weekend Shadows und Carryon gibt es dann zu guter Letzt noch zwei dieser göttlichen Power-/Fuzz Pop-Ohrwürmer wie sie der Typ einfach perfektioniert hat.

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Rude Television – I Want To Believe

Die Band aus West Palm Beach, Florida kam mir erstmals anlässlich einer Splitkassette mit AJ Cortes and The Burglars unter und seitdem wurde das Zeug nur umso stärker mit jeder neuen Veröffentlichung - die neueste EP ist da keine Ausnahme und liefert eine neue Charge von kompakt-catchy Powerpop-, Garage- und Synth Punk-Sprengladungen die in mir Assoziationen zu so einschlägigen Namen wie Gee Tee, Erik Nervous, Vaguess and Satanic Togas erwecken.

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Gremlin – Same Fate / Bliss

Nach der noch ganz frischen Sensation von einer Debüt-EP lässt auch die neue digitale Single der Band aus Cincinnati erwartungsgemäß nichts anbrennen. Same Fate ist ein kompaktes, absolut ökonomisch agierendes Stück Garage Punk, woraufhin Bliss wiederum die leicht psychedelischen und melodischen Tendenzen der Band anzapft mit deutlichen Anklängen an so Zeug wie Radioactivity, Ex-Gold oder Bad Sports.