Austerity - Anarcho Punk Dance Party

Die Plat­te hält ein, was der Ti­tel ver­spricht. Tanz­ba­rer Scheiß? Aber hal­lo! An­ar­chis­ti­sches Ge­dan­ken­gut? Wird hier Ton­nen­wei­se aus­ge­brei­tet. Sti­lis­tisch ist das nicht un­be­dingt et­was, was man mit An­ar­cho Punk in Ver­bin­dung bringt, aber klar aus dem glei­chen Geist ge­bo­ren. In­fek­tiö­sen Post Punk mit Post­core-Nach­bren­ner be­kommt man ge­bo­ten, der trotz sei­ner Tanz­flä­chen­kom­pe­tenz sich sei­ne Kan­tig­keit be­wahrt und auch in der Lärm­ab­tei­lung kei­ne Skru­pel zeigt, die Nach­barn zu we­cken. Das und die un­über­hör­ba­ren po­li­ti­schen An­sa­gen un­ter­schei­det die Band aus Brighton doch recht stark von der kurz­le­bi­gen Dan­ce­punk-Wel­le im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt. Statt New Yor­ker Cool­ness gibt es ei­ne aus­ge­spro­chen bri­ti­sche, an­ge­piss­te un­ver­blümt­heit, auch wenn die mu­si­ka­li­schen Ein­flüs­se ähn­lich ge­la­gert sein mö­gen. Bei je­nen sind na­tür­lich wie­der mal Gang Of Four zu nen­nen, Mi­nu­te­men, spä­te­re Mem­bra­nes und The Pop Group. In der Ge­gen­wart ste­hen dem Bands wie Tics, Pill und Slumb Par­ty, Spe­cial In­te­rest und UZS nicht ganz fern.

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Sandré - Ave Muñón

Ei­nen ge­wag­ten Rund­um­schlag aus Ver­satz­stü­cken von Post Punk, Post- und Noi­se­core setzt ei­ne Band aus Bar­ce­lo­na hier ab­so­lut treff­si­cher ab, hält da­bei über­zeu­gend die Ba­lan­ce zwi­schen un­mit­tel­ba­rer Spreng­kraft und selbst­be­wus­ter Am­bi­ti­on. Auch die mög­li­chen In­spi­ra­ti­ons­quel­len sind recht breit ge­fä­chert. Auf der in­ter­na­tio­na­len Büh­ne kann man da et­wa Down­town Boys, frü­he Die! Die! Die! und Les Sa­vy Fav her­an­zie­hen, dar­über hin­aus brin­gen San­dré aber auch ei­nen klar in der hei­mat­li­chen Sze­ne ver­an­ker­ten Vi­be, nicht ganz un­ähn­lich zu Bands wie Ju­ventud Ju­ché, Be­tu­ni­zer und Cu­ba­no Va­le.

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Warp - Traffic Control

Warp kom­men aus San Fran­cis­co und zäh­len un­ter an­de­rem Mit­glie­der von Fle­sh World und Blank Squa­re zur Be­set­zung. Ihr Lang­spiel­de­büt tritt schon mal sehr über­zeu­gend Är­sche und kommt in ei­nem wun­der­voll ver­schro­be­nen Sound ir­gend­wo zwi­schen Fuzz- und Ga­ra­ge Punk, Hard- und Post­core, un­ge­schlif­fen und ein­falls­reich. Das hat ein biss­chen was von Vexx oder Dots so­wie ver­ein­zelt auch ei­nen lei­sen Hauch von Pi­xies der Sur­fa Ro­sa-Ära.

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John (timestwo) - Out Here On The Fringes

…und hier ist gleich noch­mal ex­plo­si­ver Post­core und Noi­se Rock von zwei Johns aus Lon­don, die sich mit ih­rem Sound in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zu Gen­re­ver­tre­tern á la Tu­nic, De­ath Pe­dals, USA Nails und frü­hen Id­les be­we­gen, oben­drein aber auch et­was von der kom­pro­miss­lo­sen Fuzz-Ek­sta­se der frü­hen The Men chan­neln. Wenn sie sich dann - wie et­wa in Laszlo - auch noch ein we­nig Me­lo­die zu­trau­en, ist so­gleich für ein wei­te­res High­light ge­sorgt.

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Abdomen - Rash

Ganz un­vor­be­rei­tet er­wischt mich die­se Ra­ke­te aus Noi­se Rock, Hard- und Post­core, ge­zün­det von ei­ner nie­der­län­di­schen Band, die ich in der Ver­gan­gen­heit eher mit so­li­dem Post Punk in Ver­bin­dung ge­bracht hät­te. Der war zwar kom­pe­tent, aber auch deut­lich we­ni­ger span­nend als das, was sie auf ih­rer ak­tu­el­len EP ab­zie­hen. Ein biss­chen wie ein che­misch in­sta­bi­ler Cock­tail mit Be­stand­tei­len von Bad Bree­ding, USA Nails, Ar­se, Acry­lics oder Metz.

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2 Stroke - Crisis, Crisis

Auch EP Num­mer zwei der Band aus Mel­bourne ist wie­der ein wahn­sin­nig gei­les Feu­er­werk zwi­schen den Stüh­len von Fuzz- und Ga­ra­ge Punk, Hard- und Post­core ge­wor­den. Ori­en­tie­rungs­hil­fen wä­ren da un­ter an­de­rem Cu­tie, An­xie­ty, Ka­lei­do­scope, Ar­se, Bad Bree­ding, Acry­lics… sucht euch was aus!

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Warp Lines - Human Fresh

Me­lo­di­schen Punk-Krem­pel der Lu­xus­klas­se setzt es auf auf dem neu­lich via Dirt Cult er­schie­ne­nen De­büt­al­bum der Warp Li­nes aus Ot­ta­wa. Was in der ers­ten Hälf­te vor al­lem an Bands wie The Est­ran­ged, Red Dons und 90er Klas­si­ker á la Lea­ther­face, Sa­mi­am, Su­gar er­in­nert, zeigt an­de­rer­seits aber auch mit fort­schrei­ten­der Lauf­zeit zu­neh­men­de Ten­den­zen in Rich­tung Noi­se Rock und Post­core, ir­gend­wo zwi­schen Me­at Wa­ve, Pol­vo und ex­tra-me­lo­di­schen Jaw­box.

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Arse - Safe Word

War ja klar, dass die Band aus Syd­ney er­neut an der ers­ten The­ke auf­schlägt. Wie zu er­war­ten sind auch die vier neu­en Songs ein Feu­er­werk der ka­na­li­sier­ten Wut und des Un­be­ha­gens - un­ter ro­her Kraft­an­wen­dung auf so en­gen Raum kom­pri­miert, dass ei­ne gleich­wer­tig hef­ti­ge Ent­la­dung schon vor­pro­gram­miert ist. Der auf der De­büt-EP teil­wei­se er­ziel­te Ge­schwin­dig­keits­rausch wird hier et­was zu­rück­ge­fah­ren, was dem all­ge­mei­nen En­er­gie­le­vel aber nicht son­der­lich scha­det - sebst oder ge­ra­de wenn sie wie in Ill Na­tu­re mit an­ge­zo­ge­ner Hand­brem­se ei­ne an al­te Am­phet­ami­ne Rep­ti­le-Schu­le er­in­nern­de Hy­drau­lik­pres­se zum bes­ten ge­ben.

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Ztuped - Demo

Wun­der­bar per­vers dre­cki­ges Zeug aus Wa­shing­ton, DC, das in ei­nem Spek­trum zwi­schen Hard-, Post, Ga­ra­ge- und Weird­core ganz un­ge­niert ei­gen­wil­lig rum­kra­wallt - ei­ne or­dent­li­che Do­sis an ka­put­tem, KBD-mä­ßi­gem Punk und ein ge­le­gent­li­cher Syn­th­ein­satz tra­gen eben­falls sehr zum Ge­nuss bei.

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Kansakunnan Ylpeys - Kansakunnan Ylpeys

Ein hoch­ef­fek­ti­ves Ge­misch aus ca. 70% alt­schu­li­gem Noi­se Rock, auf­ge­füllt mit eben­so zeit­lo­sem Post­core, kommt von die­ser Band aus Ou­lu, Finn­land. Ge­mes­sen an durch­schnitt­li­chen Gen­re­ver­hält­nis­sen sind hier Riffs und Rhyth­men auf ein un­ge­wöhn­lich hand­li­ches For­mat zu­recht­ge­trimmt, was ih­ren Songs ein ver­dammt wind­schnit­ti­ges Pro­fil ver­leiht. Ei­ne an­ge­mes­sen tight agie­ren­de Band da­hin­ter weiß die gan­ze An­ge­le­gen­heit mit groß­zü­gig di­men­sio­nier­ter An­triebs­kraft zu ver­sor­gen.

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