Planner – Canada is the Reason

planner
Toller Post-/Noisecore aus Flensburg, der sich nicht so recht auf ein bestimmtes Subgenre festnageln lassen will. Klingt mal etwas nach Dackelblut- oder früher Turbostaat-Schiene mit englischen Lyrics, mal erinnert es eher an den modernen Post-Hardcore der frühen Nullerjahre, noch angenehm frei von nervigen Metalcore- oder Screamo-einflüssen. Ox vergleicht sie mit Hot Snakes. Auch nicht ganz falsch, wobei Planner da doch irgendwie noch ‘n ganzes Stück oldschooliger klingen. Zwölf Songs in zwanzig Minuten, keine Note zu viel gespielt. Sitzt alles perfekt.
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Red Hare – Nites Of Midnite

Red Hare
Was geht eigentlich heute mit Dischord? Vol.3
Das Dischord-Universum ist klein und von Bandinzest geprägt, wo man auch hinschaut. Jedes Gespräch über diese Bands beginnt zwangsläufig mit endlosem Namedropping, man verliert schnell den Überblick, wer schon mal mit wem was genau gemacht hat. Die bekanntesten Ex-Bands in diesem Fall sind Dag Nasty, Bluetip, Retisonic und noch ein ganzer Haufen anderer. Auf jeden Fall ist die Platte wieder mal ein angenehmer Flashback in die Blütezeit des DC-Hard-/Postcore, der sehr schön die noch deutlich punkigere Phase der späten 80er und ihre Emo-Prototypen, mit dem eher verkopften Sound der Mittneunziger verbindet.
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Alarms & Controls – Clovis Points

Alarms and Controls
Was geht eigentlich heute mit Dischord? Vol.1
Ich muss sagen, es war nicht besonders schwer das Washingtoner Traditionslabel aus den Augen zu verliern, nachdem Dischord zum Ende des letzten Jahrzehnts fast in der Versenkung verschwand und außer ein paar Reissues alter Klassiker nicht mehr viel von sich hören ließ. Auch ein etabliertes, bedeutendes Indie Label muss wohl erst mal den Niedergang des “alten” Musikbusiness verdauen.
Die Veröffentlichungen des Labels haben aber einen besonderen Platz in meinem kleinen Musiknerd-Herzen, hat sich doch der sehr spezielle und einzigartige Dischord-Sound um die Jahrtausendwende wie ein roter Faden durch mein junges Erwachsenendasein gezogen. Seltsam daher, dass ich bisher nicht dazu kam mich genauer mit den aktuellen Veröffentlichungen der Washingtoner Plattenpresse zu befassen, die langsam wieder fahrt aufzunehmen scheint. Hol ich jetzt nach.

Die jüngste Veröffentlichung ist ein Split-Release mit Lovitt Records. Alarms & Controls sind ein Haufen alter Bekannter in der heimischen Szene. Bandmitglieder haben unter anderem schon bei Circus Lupus und Crownhate Ruin mitgemischt und ihre aktuelle Band erinnert soundmäßig sehr stark an einige meiner absuluten Favoriten in der Dischordgrafie: Faraquet, Q and not U, Medications. Also die etwas vertracktere, jazzig-progressiv angehauchte und trotzdem immer locker groovende Variante des klassischen D.C.-Postcore. Wer etwas Geld sparen will, kauft (den Download) am besten im Label-eigenen Shop ein.
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Fins – Fins

finsFins aus Connecticut fielen mir zum ersten mal vor gut einem Jahr mit der noch etwas klapprigen aber vielversprechenden EP “Lawnmower” auf. Auf der neuen von Ben Greenberg (The Men) produzierten Platte klingen ihre Postcore-infizierten Punkexplosionen deutlich wütender, tighter, treibender und ungestümer zugleich. Und während ich auf “Lawnmower” noch Parallelen zu gegenwärtigen Bands aus dem Post-irgendwas-, Noise und Shoegaze-Umfeld gezogen hätte, fühle ich mich hier zunehmend an Hüsker Dü erinnert.
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