Steilen Scheiß veranstaltet diese New Yorker Band auf ihrem Debütalbum in Form eines etwas surreal anmutenden Sounds aus Post- und Hardcore, Post-, Blues- und Cowpunk. In etwa wie ein gemeinsamer Fiebertraum von Wymyns Prysyn und Gun Club. Ein stilistischer Frankensteinbastard, wie ich ihn so bislang noch nicht zu hören bekam. Und dabei so aus einem Guss, dass die Grenzen zwischen den Songs zunehmend verfließen, was letztendlich nur noch weiter zur unwirklichen Atmosphäre der Platte beiträgt.
Hätte man mir diese Splitscheibe zweier Bands aus Leesburg und Chicago als ein volles Album einer einzigen Band verkauft, wäre mir - abgesehen von etwas unterschiedlicher Fidelität der Produktion - überhaupt nichts aufgefallen, so sehr ähnelt sich der Sound von Football und White Savage. Beide Bands bewegen sich selbstbewusst im Umfeld von Garage und Psychedelic, Noise Rock, Sludge Punk und ein wenig Postcore, dabei lassen sie aber auch gar nix anbrennen. In verschiedenen Momenten erinnert mich das z.B. mal an The Blind Shake, ein anderes mal an Hot Snakes. Knallt ganz vortrefflich.
Diese Band aus Portland bewegt sich in einem ähnlichen Fahrwasser wie etwa Bad Breeding oder Acrylics, also auf der Schnittstelle zwischen Hardcore, Postcore und -punk mit subtilem Garagenschliff, dem sie aber als gewisses Etwas noch einen ordentlichen Batzen Chaos zusetzen. Gelungener Fön.
Ziemlich interessanter Stoff, die erste EP von Old Ghoul aus Reading. Es entfaltet sich darauf eine seltsam anmutende Mischkultur die zu etwa gleichen Teilen Assoziationen zu Slint hervorruft, zu dissonantem No Wave-Lärm und zu Frühneunziger-Postcore á la GVSB und artverwandtem Zeug aus den Dunstkreisen der damaligen Chicago/Washington-Connection.
Die Londoner Molar fielen vor zwei Jahren schon mal äußerst positiv auf in Form einer Split EP mit Pale Kids. Auf ihrer neuesten EP wirkt ihr Sound zwischen Postpunk/-core, Noise und vermehrten Flashbacks zum 90er Indierock-Sound noch eine ganze Nummer ausgeformter, dabei aber auch verdammt abwechslungsreich.
Postcore aus Gainesville, Florida, der kräftig am Fundament zu rütteln versteht. Besagtes Fundament kann das aber problemlos aushalten, stützt es sich doch unter anderem auf die Vorarbeit alter Klassiker von Drive Like Jehu oder Unwound, alten Dischord-Sound á la Jawbox, Embrace und natürlich auch ein wenig Fugazi. Oder man könnte auch Parallelen zu jüngeren Werken von z.B. Hit Bargain, Lié und Little Ugly Girls ziehen. Pickt euch raus, was euch davon am besten gefällt. Gutes Zeug jedenfalls.
Sergio, der Mann hinter dem immer spannenden und massiv 12XU-kompatiblen Musikblog Retratando Voces, hat neuerdings auch ein eigenes Label am Start und mit seiner ersten Veröffentlichung, dem Debütalbum von Cubane Vale aus Madrid, bereits einen ausgezeichneten Treffer gelandet. Der Lärm darauf ist mehr als nur ein bisschen schräg - irgendwo in den etwas eigenwilligeren Randgebieten von Post Punk, Noise und Postcore zu verorten, erweist sich das Album als ein hyperaktiver Springteufel, der aber trotz einer ausgeprägten Affinität für chaotische Strukturen und Arrangements jederzeit die Kontrolle über das Geschehen behält. Das hat ein bisschen was von aktuellen Genre- Grenzgängern wie Gumming, Labor oder Soupcans, hat außerdem auch gewisse Parallelen zu ihren Stadtnachbarn Juventud Juché. Aber nicht zuletzt finde ich mich auch öfter mal an etwas abseitigere Vertreter der älteren Noiserock-Geschichte á la Brainiac oder Slug erinnert und vereinzelt gibt's auch Anklänge an Sonic Youth in der wilden Mittachtziger-Phase zu erahnen.
Dead Tenants aus New York machten schon auf ihrem selbstveröffentlichten Debütalbum vor vier Jahren ganz schön was her. Auf Already Dead Tapes And Records ist nun ihr zweiter Langspieler als Tape und digital zu bekommen. Da setzen die noch mal ordentlich einen drauf und ihre recht abgefahrene Mischung aus Noiserock, Post Punk und -core kommt darauf verdammt kompakt und kurzweilig rüber. Bands, die willkürlich mit krummen Takten und Polyrhythmen hantieren gibt es in ihrem Genrespektrum wie Sand am Meer. Aber solche, bei denen das ganze auch noch musikalischen Sinn ergibt und den kantigen Strukturen zum Trotz so verdammt arschtretende Grooves fabriziert... Solche Bands sind rar gesät.
Crumb aus Vancouver wussten mir schon auf ihrem Demo vor 'ner ganzen Weile ganz gut zu gefallen und auch ihre aktuelle EP ist eine schön kurzewilige Angelegenheit in ihrer Mischung aus oldschooligem Hardcore, Post Punk und -core, bei dem Freunde z.B. von Acrylics oder Bad Breeding ruhig mal ein Ohr riskieren dürfen.
Nachdem mich das erste Album der Band aus Fort Lauderdale, Florida mit seinem recht unspannenden Hardcore alles andere als vom Hocker gehauen hat, bin ich absolut positiv überrascht von der Stärke des Nachfolgers. Das alte Geknüppel haben sie darauf gegen einen Postcore-Sound mit starker Jawbox-Note und noiserockiger Kante eingetauscht. Das steht ihnen auch bei weitem besser und obgleich sie dem alten Genre beim besten Willen keine neuen Tricks beibringen, haben sie eine durchgehend kurzweilige und abwechslungsreiche Platte fabriziert, die einfach jederzeit weiß was sie tut.