Warp Lines – Human Fresh

Melodischen Punk-Krempel der Luxusklasse setzt es auf auf dem neulich via Dirt Cult erschienenen Debütalbum der Warp Lines aus Ottawa. Was in der ersten Hälfte vor allem an Bands wie The Estranged, Red Dons und 90er Klassiker á la Leatherface, Samiam, Sugar erinnert, zeigt andererseits aber auch mit fortschreitender Laufzeit zunehmende Tendenzen in Richtung Noise Rock und Postcore, irgendwo zwischen Meat Wave, Polvo und extra-melodischen Jawbox.

Album-Stream →

Arse – Safe Word

War ja klar, dass die Band aus Sydney erneut an der ersten Theke aufschlägt. Wie zu erwarten sind auch die vier neuen Songs ein Feuerwerk der kanalisierten Wut und des Unbehagens - unter roher Kraftanwendung auf so engen Raum komprimiert, dass eine gleichwertig heftige Entladung schon vorprogrammiert ist. Der auf der Debüt-EP teilweise erzielte Geschwindigkeitsrausch wird hier etwas zurückgefahren, was dem allgemeinen Energielevel aber nicht sonderlich schadet - sebst oder gerade wenn sie wie in Ill Nature mit angezogener Handbremse eine an alte Amphetamine Reptile-Schule erinnernde Hydraulikpresse zum besten geben.

Album-Stream →

Ztuped – Demo

Wunderbar pervers dreckiges Zeug aus Washington, DC, das in einem Spektrum zwischen Hard-, Post, Garage- und Weirdcore ganz ungeniert eigenwillig rumkrawallt - eine ordentliche Dosis an kaputtem, KBD-mäßigem Punk und ein gelegentlicher Syntheinsatz tragen ebenfalls sehr zum Genuss bei.

Album-Stream →

Kansakunnan Ylpeys – Kansakunnan Ylpeys

Ein hocheffektives Gemisch aus ca. 70% altschuligem Noise Rock, aufgefüllt mit ebenso zeitlosem Postcore, kommt von dieser Band aus Oulu, Finnland. Gemessen an durchschnittlichen Genreverhältnissen sind hier Riffs und Rhythmen auf ein ungewöhnlich handliches Format zurechtgetrimmt, was ihren Songs ein verdammt windschnittiges Profil verleiht. Eine angemessen tight agierende Band dahinter weiß die ganze Angelegenheit mit großzügig dimensionierter Antriebskraft zu versorgen.

Album-Stream →

Das Drip – Das Drip

Das Drip kommen aus Raleigh, North Carolina, haben unter anderem personelle Verstrickungen mit Whatever Brains und ISS im Spiel - im Vergleich dazu aber einen weitaus radikaleren Sound. Saumäßig Gas gebender Hard- und Postcore mit anflügen von Noise und Garage ist hier nämlich am Start, dessen Pfade kaum verschlungener und exzentrischer sein könnten; der es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht hat, jede Genrekonvention und -grenze zu brechen und/oder überschreiten. Das erste Demo der Band hatte ich seinerzeit noch verschlafen; was sie dann aber auf der (saumäßig empfehlenswerten!!!) Amarican Idylls Compilation fabrizierten machte schon mächtig Bock auf mehr davon. Und mehr davon kurbeln sie jetzt in einer Spielzeit runter, für die zwölf Zoll breites PVC schon stark überqualifiziert erscheint, ohne dass ihre Songs dabei überladen klingen. Diese Damen und Herren haben definitiv einen Plan.

Album-Stream →

Politics Of Jam – Heaven And Earth Magic

Diese EP von Politics Of Jam aus Miami ist ein astreiner Flashback zum Post-/Emocore der mittleren/späten 80er mit klassischem DC-Einschlag. Wer jetzt an Dag Nasty, Rites of Spring und Embrace denkt, liegt auch genau richtig. In der zweiten Hälfte wird außerdem noch etwas Boston in den Mix geworfen, in Form eines gewissen Moving Targets-Vibes.

Weiterlesen →

Macros – Macros

Durchweg kompetenten Noiserock und Postcore schmettert einem die erste EP dieser Combo aus Melbourne mit ordentlich Schmackes um die Ohren, verbindet dabei erfolgreich den potenten Vorschub heimischer Genre-Mitstreiter á la Bench Press und Batpiss mit den geringfügig sperrigeren Tendenzen von Bands wie Marriage + Cancer oder Goya.

Album-Stream →

Rolex – X

Der würdige Abschluss der Kurzspieler-Pentalogie (das mit den Cassingles hat man wohl inzwischen aufgegeben...) von Rolex aus Los Angeles liefert ein weiteres mal ausgezeichnet schrägen Postpunk und -core mit Garagekante - diesmal wird es sogar ein bisschen funky. Wird höchste Eisenbahn für ein ganzes Album davon!

Help – Help

Ausgezeichneten Scheiß auf der Grundlage von Noise Rock, Sludge Punk und Postcore gibt es auf dieser EP von Help aus Portland zu begutachten, der nicht nur mit angemessenen Vorschub, sondern öfter auch mal mit für sein Genre untypischer Melodiösität überzeugt und in meinem Kopf Assoziationen zu Death Pedals, USA Nails oder Tunic triggert.

Album-Stream →

Die! Die! Die! – O

Den Neuseeländern stand ich in vergangenen Jahren immer etwas gespalten gegenüber, aber mit ihrer neuesten EP reißen die mich dann doch mal wieder richtig mit. Auf den letzten Kurzspielern gab es ja eh schon Anzeichen einer deutlich kompromissloseren Marschrichtung, aber erst hier lassen sie den für meinen Geschmack immer etwas zu gefälligen Noise Pop-/Post Punk-Hybrid - für den sie wohl am meisten bekannt sind - weitgehend hinter sich zugunsten von ungleich stacheligerem Noiserock und einem Energielevel, wie man ihn von der Band schon seit einem guten Jahrzehnt nicht mehr zu hören bekam.

Album-Stream →