Downtown Boys sind jetzt also auf einem ziemlich bekannten Label gelandet und haben eine selbstbewusste neue Platte am Start, die sich dafür nicht zu entschuldigen braucht. Passenderweise kanalisieren sie ihre Energie hier auch in einen etwas aufgeräumteren, dennoch schön druckvollen und vielschichtigen Sound. Anstatt des Garagen-Fundamentes des Debütalbums toben sich die neuen Songs auf einer bombenfesten Basis aus Postpunk und -core aus. Die produzierende Aufsicht von Guy Picciotto (Rites of Spring, Fugazi) hat sicher mit dazu beigetragen. Es mag reiner Zufall sein, aber hin und wieder fallen mir doch Stilelemente auf, die verdächtig nach Dischord in den 90ern riechen.
Nach einem äußerst appetitanregenden Demo im letztem Herbst legen Reality Group aus Winnipeg, Kanada jetzt eine neue EP nach, die locker das beachtliche Qualitätsniveau des Demos fortsetzt. Zu hören gibt’s fünf weitere Garagepunk-Perlen mit Spuren von Postpunk und ein paar kleinen Überraschungen. Das macht auf den ersten Blick lediglich den Eindruck von solider Hausmannskost. Die Grundzutaten sind altbekannt. Hat man aber erst mal angebissen, entfaltet sich eine unerwartete Geschmacksexplosion.
Nicht nur haben die Punks aus Oakland eine neue 7″ auf Total Punk raus. Auch ein weiterer Kurzspieler, der letztes Jahr auf Goodbye Boozy Records erschien, ist jetzt endlich via Bandcamp digital zu bekommen. Und zwar beide zu ziemlichen Schweinepreisen. Das muss so einfach mal gesagt werden. Nicht das erste mal in letzter Zeit. Wird das jetzt normal auf Bandcamp? Naja, jedenfalls liefern sie hier die gewohnt hohe Qualität ab mit ihrem straighten Rock’n’Roll, der konstant auf der Schwelle zwischen Garage- und Postpunk balanciert und auch etwas 77er Spirit versprüht.
Das Debütalbum dieser Berliner Band zieht mich sofort auf seine Seite mit unverschämt abgehendem Garage Punk und einem gelegentlich etwas postpunkigen Unterton. Das ganze erinnert mich an Bands wie Uranium Club, Ausmuteants, Ex-Cult oder The UV Race.
Die Debüt-EP der Hamburger Band kommt mit recht krudem, No Wave-infiziertem Postpunk daher. Der ist sich scheinbar noch etwas unsicher, was er mal werden will, wenn er groß ist. Das tut dem verschrobenen Charme dieser Platte aber keinen Abbruch, die zuerst vergleichsweise quirlig groovende Vibes versprüht, dann in zunehmend experimentelle Gewässer abdriftet. Besonders letzteres gefällt mir ausgesprochen gut.
Auf der Debüt-7″ dieser Band aus Tokyo setzt es zwei mal fluffigen, maximal glücklich machenden Postpunk, dem selbst das grummelige Kellerkind in mir keinen effektiven Widerstand entgegensetzen kann.
Auch auf EP Nummer zwei weiß die Band aus dem kanadischen Winnipeg sehr gekonnt Ärsche zu versohlen. Ein wahres Vergnügen, wie ihr abermals verfeinerter Sound aus Noiserock, Postpunk und Postcore in seiner gebündelten Wucht den Putz von den Wänden kratzt.
Mit Ultra-LoFi-mäßigem, extra-schrulligem Postpunk und Anklängen an altes New Yorker No Wave-Gedöns wird man auf diesem Tape von Cheap Meat aus Los Angeles abgespeist. Passend zum Namen ist das schön billig, riecht schon etwas verdächtig und macht dennoch Spaß.
Auf ihrer aktuellen digitalen Single legen die New Yorker zwei neue Songs vor, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Falling Down ist schummrig-atmosphärischer Postpunk, wie er auch auf ihrem bisher einzigen Album Bastards Of Young nicht fehl am Platz wäre. Der quirlige Rock’n’Roll von Big City Trippin‘ entfaltet dagegen einen geradezu beschwingten Vibe.
…und noch mal ordentlicher Postpunk, diesmal von einer Band aus dem Calgary, Kanada. Wie schon bei den gestern vorgestellten Weeping Icon klingt hier einiges noch etwas unausgegoren. Blunt BLVD und Line Giver sind die klaren Highlights, die gespannt auf die weitere Entwicklung der Band machen.