Popper Burns – Pure Disgust

Schon etwas länger her, seitdem das Queercore-Wunder Popper Burns aus Austin seinen zweiten Langspieler angekündigt hat. Gute anderthalb Jahre um genau zu sein. Jedenfalls gehört die Platte zu den von mir am heißesten erwarteten Veröffentlichungen seitdem die ersten Klänge des perfekten Openers Apollo 11 mein Trommelfell erreichten und ich fragte mich schon, ob das Ding jemals erscheinen würde. Offenbar sind sie immer noch auf Labelsuche. Ich würde mich ja um die Band und das Album reißen, aber ich bin nun mal (noch?) kein Plattenverticker.
Jetzt ist Pure Disgust jedenfalls schon mal digital auf Bandcamp zu bekommen und bestätigt meine Vermutung, dass wir es mit einem ungeschliffenen Rohdiamanten zu tun haben. Ihr vor Ärger und Frust berstender Post Punk gibt sich dabei durchaus wandlungsfähig, erinnert mich sehr an Shit Giver, ein wenig an ganz frühe Protomartyr und das mitreißende Drama von Bambara oder Iceage. Das ganze kommt in einem wunderbar direkten und dreckigen Sound daher, dessen lose Fäden, Ecken und Kanten nur noch weiter zum speziellen Charme dieser Band beitragen.

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Exit Group – Adverse Habitat

Exit Group sind eine Berliner Kapelle, die sich ihre Mitglieder unter anderem mit Useless Eaters, P.U.F.F., Beekeepers, Life Fucker und noch einigen anderen Bands teilt, die vielen von euch sicher nicht unbekannt sind. Ihr Demo aus dem letzten Jahr ließ schon gewaltig aufhorchen und auch der erste Langspieler auf Castle Face enttäuscht kein bisschen. Zackig-kantiger, mit mechanischer Präzision vorgetragener Post Punk ist das, dem man eine gewisse Nähe etwa zu Rank/Xerox, Marbled Eye, Negative Space oder Institute zusprechen kann.

Keepers – Keepers

Drei Jahre nach ihrer sehr appetitlichen Debüt-7″ ist nun bei Volar Records der erste Langspieler der Band aus San Diego zu bekommen. Darauf geht es vergleichsweise moderat garagig, dafür vermehrt postpunkig zu und es lässt sich eine starke Affinität zum Noise Rock der früh-neunziger Amphetamine Reptile-Schule ausmachen, getrieben von schön dummem wie auch spaßigem Stooges-Geriffe.

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Subtle Turnhips – Petit Déjeuner à l’Onion Club

Die französischen Weirdo-Punks haben jetzt auch schon gute anderthalb Jahrzehnte auf dem Buckel und sie werden auch auf ihrem neuesten Album dem Ruf als eine der eigenwilligeren, aber auch eine der liebenswertesten Bands gerecht, die unser Kontinent über die Jahre so ausgespuckt hat. Wie gewohnt lungern sie irgendwo zwischen den Stühlen von Noise, Post-, Garage- und Artpunk rum und es interessiert sie nicht im geringsten was du davon hälst.

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Shop Regulars – Spirited Regulars

Shop Regulars aus Portland sind ein neues Projekt von Matt Radosevich, der hier ja schon mehrfach mit seinem Soloprojekt Honey Bucket vertreten war. Anders als bei Honey Bucket hat sich hier aber eine kleine Supergroup der lokalen DIY-Szene zusammengefunden; das Lineup wird vervollständigt durch Raf Spielman (Woolen Men) und Stevie Pohlman (Mope Grooves). Die Musik klingt wiederum sehr ähnlich zum minimalistisch-verschrobenen Art-/Post Punk von Honey Bucket, womit ich natürlich nicht das geringste Problem hab. Immer her mit dem Zeug!

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Flogging A Dead One Horse Town – Noise Crack / EP 4

Auf der aktuellen EP dieser Combo aus Auckland, Neuseeland nimmt ihr dissonanter und wunderbar unkonventioneller Sound aus Noise Rock und Post Punk eine deutlich konkretere Form an als auf bisherigen Veröffentlichungen. Ein bisschen klingt das als träfe der abstrakte Lärm von Spray Paint oder Housewives auf die uralte AmRep- und Touch&Go-Schule.

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Noughts – Noughts

Die Debüt-EP von Noughts aus Melbourne macht schon mal einen sehr angenehmen ersten Eindruck mit ihrem entschlossenem Krawall zwischen Noise Rock und Post Punk, der sich komfortabel in der Gesellschaft ähnlich gelagerter australischer Acts á la Batpiss oder Bench Press aufhält.

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Donors – Donors

Ausgesprochen spaßiger Lärm zwischen Garage- und Post Punk auf dem Debüt-Tape einer Band aus Nashville, die zeitweilig mal nach einer im Tempo halbierten Kreuzung aus Sauna Youth, Ex-Cult und Uranium Club klingt.

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Padkarosda – Visszatérő Rémálom

Auf ihrem neuesten Langspieler hält sich die Dark Punk/Death Rock-Formation aus Budapest wie schon auf dem Vorgänger bis auf’s letzte Komma an die etablierte Genre-Rezeptur, aber das auf einem ausgezeichneten Niveau.

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Flat Worms – The Apparition / Melt The Arms

Flat Worms aus Los Angeles melden sich zurück mit einer gewohnt hochwertigen 7″ auf Famous Class, auf der ihr Sound ein gutes Stück verspielter rüber kommt als auf ihrem letztjährigen Debütalbum. Dabei tritt der Garagenfaktor in den Hintergrund, die zwei Songs rücken stattdessen vermehrt in die Gegend von Noise-getränktem Post Punk. War alles auch früher schon da, aber diesmal gewähren sie dieser speziellen Sau etwas großzügigeren Auslauf.