Hier ist gleich schon der nächste Kurzspieler von Emergency Contact aus Seattle. Die von mir zuletzt bemühten Vergleiche zu Patti, Rolex und Bruised halten immer noch stand; zu ihrem quirligen Post Punk gesellen sich hier aber auch vermehrt noiserockende Momente und leichte Wave-Vibes, letztere erinnern zum Beispiel an Andy Human & The Reptoids.
Das Demo von Positronix aus Philadelphia liefert abwechslungsreichen Post Punk, irgendwo zwischen dem Vorwärtsdrang von Nots, der etwas verschwurbelteren, kantigen Gangart von WALL und obendrein gibt's eine leicht garagige Oberfläche á la Patti.
Tolles und erfrischendes erstes Tape von einer Band aus Bloomington, Indiana. Zu hören gibt's eine recht ungewöhnliche Verschmelzung von Post Punk, Math- und relaxtem 90er Indierock, vereinzelt shoegazig-psychedelischen Momenten. Ab und an kann man Anklänge an weniger aufgeregte Vertreter der 90er Touch & Go-Schule erahnen, aber insgesamt panschen sich BCC doch ihr ganz eigenes Süppchen zusammen.
Verdammt geiler Stoff aus Sydney. Beherzt vorwärts bretternder Postpunk/-core, der mich vor allem an älteren Krempel erinnert; etwa an ein Mix aus Man Sized Action und Saccharine Trust mit starkem Garage-Nachbrenner, veredelt durch eine GItarrenarbeit á la Angst und einen Hauch von Hot Snakes. Bitte mehr davon!
Mächtig schrägen Scheiß enthält das erste Tape von Healthy Competition aus Minneapolis. Solchen, der sich ums verrecken nicht einordnen lassen will, insbesondere weil hier oft im Sekundentakt ein Genre-Hopping von extremer Ausprägung betrieben wird. So lassen sich Fragmente aus Garage-, Fuzz- und Post Punk erkennen, aus Noise Rock, Post-, Hard- und Weirdcore. Ein äußerst ansprechendes Chaos, muss ich sagen.
Nicht mehr wirklich neu, aber jetzt endlich unkompliziert in digital und voller Länge zu bekommen ist die aktuelle EP der Londoner Postpunk-Formation. Darauf klingen sie etwas zugänglicher und kontemporärer als je zuvor, ohne dabei aber die kantige Attitüde über Bord zu werfen. Was da eingerahmt von den schon länger bekannten Übersongs Tourist Estate und New Factory passiert ist jedes kleine Stück so eigenwillig und ausgezeichnet wie man es von dieser Band inzwischen erwarten darf.
Grundsolide Postpunk-Qualität kommt da ganz unvermeidlich mal wieder aus Berlin. Klingt auch durch und durch nach aktueller Berliner Schule, enthält darüber hinaus deutssprachige Lyrik und eine wavige Duftnote. Ein bisschen wie eine geringfügig freundlichere Variante von Aus oder Hyäne und generell diesem Subgenrekomplex angehörig, dem ich aufgrund des speziellen Retrobvibes mal den Namen MauerWelle verpasse. Damit ich auch mal dazu komme, ein Genre zu taufen. Da können sich dann später alle schön drüber aufregen.
Erste digitale Single der Band aus Seattle. Die kommt mit auf vergleichsweise lässige Art aber ebenso entschlossen vorwärts rockendem Post Punk daher, der außerdem genau die richtige Dosis an Chaos mitbringt und ein paar Zehenspitzen in Richtung Garage ausstreckt. Geht anstandslos rein. Wer Bands wie Patti, Rolex oder Bruised mag, wird dem hier sicher auch etwas abgewinnen.
Zum dritten mal liefern die B Boys aus New York ein Album ab, dessen am langen Draht gehisste rosa Fahne beim besten Willen nicht zu übersehen ist. Das könnte man ihnen zunehmend zum Vorwurf machen, aber auch anlässlich des dritten Remakes drücke ich gerne mal beide Augen zu, denn wie von der Band gewohnt handelt es sich um ein Derivat von ausschließlich höchstwertigem Material und handwerklich makelloser Verarbeitung. Mit seinen für heutige Verhältnisse sehr großzügig ausgelegten 15 Songs ist das noch keineswegs zu viel des Guten. Und um meine vorherige Aussage etwas zu relativieren, darf man sie außerdem auch der entfernten Verwandtschaft zu einigen kontemporären Acts wie etwa frühen Parquet Courts oder Gotobeds verdächtigen.
Die starke erste EP dieser Bostoner Band tanzt angenehm aus der Reihe mit einer Spielart von Post Punk in stellenweise leicht psychedelischer Ausprägung. In vielen Momenten agieren sie etwas leiser, gedämpfter als man es sonst gewohnt ist - getragen von ausbalancierter Songkunst und einer mal wirklich tollen, ausdrucksstarken Gesangsperformance (wir sind da sonst ja nicht so verwöhnt) entwickelt das einen Aufprall, den viele deutlich lautere Bands nicht erreichen. Als eine Konsequenz daraus brillieren sie mit einer für das Genre ungewöhnlichen Klarheit, die ihren Songs die nötige Luft zum atmen gibt. Umso effektiver ist es, dass sich der Energielevel im Laufe der vier Songs konstant steigert.