DWP – DWP

DWP ist das aktuelle Soloprojekt von Sloane Flashman, der sich in der Vergangenheit auch bei der Postpunk-Formation Nail Polish an der Gitarre zu schaffen machte. Wer bereits mit deren experimentellem, No-Wave inspiriertem Krach vertraut ist, ahnt sicher schon, dass es auch auf dieser EP wieder etwas abenteuerlicher zugeht. Innerhalb von acht abstrakten, monotonen Skizzen entfaltet sich hier eine experimentelle Art Punk-Klanglandschaft, die - neben vielen anderen Dingen - scheinbar zu gleichen Teilen Einflüsse von Suicide, Wire und Glenn Branca in sich aufgesogen hat.

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Germ House – World’s A Chore

Wieder mal eine tolle EP von Germ House, einem Soloprojekt von Justin Hubbard aus Rhode Island, der zufällig auch bei Far Corners seine Finger im Spiel hat. Die drei neuen Songs strahlen erneut den vertrauten Lo-Fi Charme aus und decken eine Bandbreite ab, die von kantigem Post Punk - welcher sicher ein paar Einflüsse bei The Fall oder Desperate Bicycles aufgesogen hat - hin zu klassischem Garage Rock und gegenwärtigem Garage Punk reicht. Gleichzeitig offenbart das ganze aber auch ein paradoxes Ohrwurmpotenzial und einen verspielten Vibe, der mich an The Woolen Men denken lässt.

S:Bahn – Queen of Diamonds

Diese Band aus Melbourne war schon mal früher unterwegs, und zwar war das irgendwann in den 90ern mit einem Sound, den man eher als den typischen, leicht emofizierten Postcore-Style jener Zeit beschreiben kann mit Echos von Chavez, Slint und Polvo. Ihre ersten neuen Songs in einem Vierteljahrhundert sind dagegen aber alles andere als ein nostalgischer Neuaufguss ihrer alten Tricks. Stattdessen präsentieren sie einen rundum erneuerten Postpunk-Sound, der klar in der Gegenwart zuhause ist und sich gut zwischen Bands wie Sleepies, Gotobeds oder Drahla mischt, dabei gleichzeitig aber auch recht zeitlos und gereift im besten Sinne klingt, was ab und an auch mal leichte Moving Targets oder Volcano Suns-Vibes wachruft.

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Sarcasm – Creeping Life

Ist schon ein paar Jahre her, seit ich zuletzt von den Londonern gehört hab. Auf ihrer neuesten und - so scheint es - letzten EP klingt ihr minimalistischer Post Punk mit Spuren von Crass und neueren Bands wie Marbled Eye, Rank/Xerox oder Labor fast als wäre seitdem keine Minute verstrichen. Geht für mich voll in Ordnung so. Gut möglich sogar, dass die Aufnahmen noch aus der gleichen Zeit stammen wie die 2017 erschienene Malarial Bog EP.

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Big Jar of Mayo – Big Jar of Mayo

Wieder mal Qualitätsware aus dem Hause Deluxe Bias. Diese Cassingle von absurd kurzer Laufzeit zwischen KBD-getränktem Weirdcore, Garage- und Post Punk wird klar für erfreuliche Zustände bei denjenigen sorgen, die bereits eine gesunde Erektion für Bands wie Mystic Inane, Rolex oder Fried E/M aufgebaut haben.

Nag – Observer

Nach dem geringfügig ausgefeilteren Debütalbum der Dark-/Post Punk-Combo aus Atlanta im letzten Jahr fühlt sich dessen Nachfolger wieder mehr nach den früheren EPs an - und das meine ich nur im besten Sinne. Diese Songs sind roh wie Trockenfutter, die Arrangements bis auf die Knochen reduziert, gerade so weit wie sich das Genre halt noch dehnen lässt, bevor die fragile Konstruktion in sich zusammen fällt. Warum einen Roman schreiben, wenn du nur einen absolut dringlichen Satz loswerden must?

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Poison Ruïn – Poison Ruïn II

Das erste Tape der Band aus Philadelphia gefiel mir ja schon nicht schlecht, aber auf dem Nachfolger legt ihr Mix aus Garage-, Post- und Dungeon Punk die Messlatte noch mal ein ganzes Stück höher an und schreckt dabei weiterhin nicht davor zurück, auf eine gute Dosis des altgedienten "Heavy" Metal zurückzugreifen - was auf den Film gleichermaßen zutrifft wie auf das Musikgenre.

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Collate – Medicine / Genesis Fatigue

Es hat 'ne Handvoll Releases gedauert um dahin zu kommen, aber auf ihrer neuesten 7" trifft das Trio aus Portland für mich genau die richtigen Nerven mit ihrem No Wave-infizierten, Gang Of Four-inspirierten Post Punk, der mich in diesem Fall ganz besonders an die britische Kapelle Austerity erinnert.

Expert – Phylaxis

Exzellenten Post Punk der moderat düsteren Machart mit leichten Spuren von Postcore, Math- und Noise Rock setzt uns die erste EP dieser Australier vor. Ein bisschen wie eine Kreuzung aus B-Boys, Girls In Synthesis und Rank/Xeros… aber ebenfalls nicht ganz unähnlich zu Bands wie Video, Public Eye, Tunic oder The Estranged.

ISS – Spikes

Mal wieder eine astreine EP des Electro-/Sample-/Mashup Punk Duos ISS auf der sie neben ihrem vertrauten Sound auch mal in astreinen Hardcorepunk (in Facemask) abstechen. Ich glaube das gab's von ihnen bisher noch nicht und es funktioniert ganz vorzüglich hier.

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