Donors – Donors

Das hier ist ein seltsames Biest. Donors aus Nashville zogen schon vor zwei Jahren mit ihrer ersten EP und einem noch nicht ganz so ausgefreakten Cocktail aus Garage- und Post Punk meine Aufmerksamkeit auf sich, aber das hier ist ein ganz anderer Level an Schrägheit, wenn sie ihren Sound in zunehmendem Maße mit dissonantem No Wave verwüsten sowie mit altem proto-Noiserock á la Flipper oder No Trend anreichern. Womit könnte ich dieses Zeug vergleichen… Tyvek oder Constant Mongrel als No Wave Band reinkarniert? Spray Paint auf’m Garagentrip? Auch wenn ich nicht so sicher bin was die Band sich hier mal vorgenommen hat, besteht doch kein Zweifel dass ihr Unterfangen ein durchschlagender Erfolg ist. Und gerade glaubt man alles verarbeitet zu haben, da überraschen sie einen noch mal im Rausschmeißer Fine Print mit einer an Haunted Horses erinnernden Industrial-Kante.

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Neutrals – Rent / Your House EP

Nach zwei starken Demotapes und dem unglaublichen Knaller von einem Debütalbum, das letztes Jahr via Emotional Response auf uns logelassen wurde, ist nun auch schon wieder eine neue EP am Start, die nahtlos an dessen Qualitäten anknüpft. Derzeit trifft keine andere Band so überzeugend den Nagel auf den Kopf in diesem speziellen Subgenre aus endlos charmantem und verschrobenem, dabei aber grundehrlichem DIY Post-/Art Punk, bei dem unter anderem sicher die Television Personalities, frühe Mekons oder Desperate Bicycles Pate gestanden haben – während ihre Musik gleichzeitig nach allem anderen als einer Retro-Show klingt, sondern klar unserer Zeit entstammt und mit beiden Füßen auf dem gegenwärtigen Boden der Tatsachen steht.

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Xetas – The Cypher

Ihre dritte LP – erneut auf dem geschmackvoll benannten Label 12XU Records erschienen (ich bin da nicht involviert, Ehrenwort) – präsentiert die Xetas aus Austin und ihren Sound in seiner ihrer bislang reifsten Inkarnation, was sich vor allem in einem selbstbewussteren, abwechslungsreichen und immer grundsoliden Songwriting bemerkbar macht. Immer noch ist das auf der Schwelle zwischen straightem Punkrock und energischem Post Punk/-core zu verorten, wenn auch der Kompass diesmal verstärkt in letztgenannte Richtung ausschlägt. Kann man etwa als eine Mischung aus Red Dons, Video, Meat Wave und Daylight Robbery bezeichnen. Oder anders ausgedrückt: Qualitätslärm!

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The Cowboy – WiFi on the Prairie

Nachdem der letzte Siebenzöller des Trios aus Cleveland ein gewisses Maß an Entspannung in ihrem Sound suggerierte, hat es jetzt nicht lange gedauert bis sie auf ihrem zweiten Album wieder in die raubeinigen alten Gewohnheiten zurückfallen – ja sogar noch einen drauflegen im Vergleich zum schon reichlich wuchtigen Debüt. Das Ergebnis ist erneut eine unaufhaltsame Fuzzkanone aus Punk, Garage und Noise, wobei mich das diesmal besonders stark an die kompromisslose Intensität früher The Men in der Greenberg-Ära erinnert.

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The Worms – Back To The Bog

Ein Trio aus London liefert hier ein paar neue Takte an hochwertigem, betont krudem Garagenzeug mit klarer Postpunk-Kante ab. Freunde von Constant Mongrel, Ex-Cult, Tyvek, Useless Eaters oder Shark Toys werden das sicher zu schätzen wissen.

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Signal – Love w/o Moisture

Ein roher, potenter Mix aus Noise-/Fuzz Punk und Postcore von einer New Yorker Band. Hat was von einer noise-lastigeren Verschmelzung aus Lié und Ugly Little Girls, hat aber auch einiges an dreckig garagigem Sound in Richtung Warp oder Vexx mit an Bord.

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Gunky – Ectoplastic

Als ein seltsamer (Post-) Punk/Noise-Bastard, der sich ganz frech durch die Geschichte des Punk und Noise-Untergrunds plündert, stellt sich die Debüt-EP von Gunky aus Philadelphia heraus. Ich meine Echos von MX-80 und Mittachtziger Sonic Youth zu hören, von The Mentally Ill und Saccharine Trust. Oder auch von jüngeren Bands wie Patti oder Plax.

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The Resource Network & Big Hog – Split 7"

Zum zweiten mal kommen die beiden Bands aus Indianapolis für eine Splitveröffentlichung zusammen – diesmal ist es ein Siebenzöller auf Goodbye Boozy Records geworden. Nicht nur ist die Aufnahme hier etwas weniger roh, sondern auch soundmäßig haben beide ihr Vokabular deutlich diversifiziert. The Resource Network hauen uns mal schlauen Garagepunk zwischen Uranium Club und Yammerer um die Ohren, mal Post Punk/-core, der sich z.B. irgendwo zwischen Rites of Spring und frühen Slovenly verorten lässt, und zu guter Letzt noch eine straighte Punknummer mit Launcher-mäßigem KBD-Vibe.
Letzterer ist auch im Hause Big Hog am Start, vom Hardcore des Split-Tapes ist nun aber nicht mehr so viel zu spüren. Dafür gibt es eine Postpunkabfahrt á la Patti treffen auf frühe Minutemen zu bestaunen, eingerahmt von zwei mal Noise Punk, der etwas wie Lumpy & The Dumpers auf ’nem leichten Sludgetrip klingt.

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Krul – EP

Die australische Szene ist immer für eine Überraschung gut, wie auch hier in Form einer Band aus Melbourne, die mit Leuten von unter anderem Kids Of Zoo an Bord und nicht zuletzt auf Japanisch vorgetragenen Vocals aufwartet. Soundmäßig könnte man es so beschreiben, als träfe leicht angedunkelter Post Punk irgendwo zwischen Institute, Pretty Hurts, Diät, Criminal Code, Pretty Hurts oder Acrylics auf deutlich raubeinigeren Krawall in der Gegend von Lumpy & The Dumpers oder Beast Fiend, einen Hauch von Hot Snakes.

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Super X – Super X

Dieses Tape von Super X aus Melbourne ist inzwischen alles andere als neu, aber auch viel zu gut um hier nicht erwähnt zu werden. Darauf entfaltet sich ein Klangspektakel, bei dem alter Garage-/Proto Punk á la Stooges der Fun House-Ära auf abgespacete Sounds zwischen Destruction Unit und frühen Telescopes trifft, auf dem Weg aber auch noch ein paar Spuren von kontemporärem Post Punk mitschleift.