Nourishment – Nourishment

Hochwertiges neues Dungeon Punk-Material kommt da von einer mysteriösen Band, die aus irgendeinem unspezifizierten dunklen Wald in den vereinigten Staaten operiert. Ihre Herangehensweise an den ganzen „blackened“ Punk-Komplex attackiert das Genre von einem stark Richtung Post Punk und Goth-/Death Rock tendierenden Winkel aus und verkleidet dabei ihre voll ausgeformten und durchdachten Songstrukturen in einer wunderbar abgefuckten LoFi-Ästhetik, die mich an einen kleinen Strauß halbwegs aktueller Genre-Vertreter wie etwa Conifère, Unsheather und Bloody Keep erinnert.

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Piggy Bank – Pattern Recognition

Die Debüt-EP dieser Band aus Portland ist stilistisch eine ziemlich gemischte, aber durchweg brilliante Tüte. Die ersten zwei Songs gehen in die Richtung von verwinkeltem Garage- und Post Punk, der eine delikate Balance hält zwischen dissonanten Texturen und supereingängigen Hooks wie man es so ähnlich schon von so Bands wie Reality Group, Print Head, frühen R.M.F.C., Exit Group and Beef gehört hat. Technology Discriminates Against The Poor klingt daraufhin ein bisschen nach einer krautigen Variante von Spray Paint kombiniert mit dem spacigen Garage Punk von Mononegatives oder späten Useless Eaters. False Reality erinnert mich am stärksten an den nicht weniger abgespaceten Garagenlärm von Pow!, während Identity einen catchy-quirligen Minimalismus so á la Busted Head Racket oder Daughter Bat and The Lip Stings versprüht. Beat Struggle taucht dann ganz ein in die motorisch-krautigen Vibes bevor die EP ihren angemessen wertigen Abschluss verpasst bekommt mit einer gelungenen Coverversion der alten Niederländer Ivy Green und den walzenden Grooves des Synth Punk-Schwelbrandes Conflict Driven Entertainment.

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Various Artists – Battle For L.A.: A see/saw Benefit

Ich poste ja eher selten solche Compilations hier weil, ganz ehrlich, die meisten davon doch eine eher durchwachsene Angelegenheit darstellen, aber für diese hier mache ich doch gerne mal eine Ausnahme, wurde sie doch kuratiert von niemand geringerem als see/saw’s Evan Minsker und wie daraus im Vorfeld schon zu erwarten war, it das hier qualitativ doch einige Stockwerke über der durchschnittlichen „Schickt mir euren unveröffentlichten Krempel für einen guten Zweck“-Compilation zu verorten, mit einer ultradicht geschichteten Tracklist die sich liest wie ein who is who des aktuellen, internationalen Punkuntergrunds. Das, sowie die Tatsache dass deine 10$-oder-mehr-Spende jenen zugute kommt, die in der Feuerkatastrophe von Los Angeles ihr Hab und Gut und Dach über’m Kopf verloren haben. Klingt nach ’nem Deal, oder?

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Butter Swamp – Punk-Sure!

Hey, habt ihr alle schon gehört vom tragischen Tod des Eggpunk? Ja sicher, habt ihr, aber es scheint dass Butter Swamp aus Appalachia, Virginia das Memo noch nicht bekommen haben. Ey ihr, habt ihr es nicht gehört? Es schickt sich seit letzter Woche nicht mehr für Punks, solche Musik zu machen! Ach je, ich schätze mal unser Ex-Lumpy wird sich dann doch noch etwas länger mit den Zombies seiner eigenen fernen Vergangenheit arrangieren müssen und diese EP wird er dann vermutlich nicht so toll finden. Aber was mich angeht… ich mag meinen Punk am liebsten schön tot und verrottet. Möge er noch tausend Tode sterben, so lange ich noch atme!

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Delta Van Diel – Significant Ultra

Manche Bands machen meinen unbezahlten Job als Blogger ziemlich einfach, wie etwa diese Londoner. Die Sache ist nämlich, nu ja… Band existiert weil Typ mag Suicide, so einfach verhält sich das. Und jetzt wo Alan Vega schon fast ein volles Jahrzehnt nicht mehr unter uns weilt, breche ich dankbar das Brot mit jedem kompetenten Ersatzpriester, der das unheilige Feuer am brennen hält. Und was jene angeht, kann man sicher schlechteres wählen als diese rundum adäquate Gedenkzeremonie.

The Martha’s Vineyard Ferries – Decorations / Context

Auf ihrer neuesten und – soweit ich weiß – einzigen 7″ bisher, geht die sporadisch aktive Post Punk/-core Supergroup ein bisschen lärmiger und roher zur Sache als wir es im Schnitt von ihnen gewohnt sind und ich sag mal das passt mir ganz wunderbar in den Tee. Die A-Seite kommt dabei etwa so rüber wie ein verschollener Wipers-Outtake, performt von einer Fusion aus Scratch Acid und Feedtime, während die B-Seite eine überaus kompetente Coverversion eines ausgesprochen ikonischen Songs von Strike Under ist. Da gibt’s einfach nichts zu kritisieren an dieser perfekten kleinen Punksingle!

Winky Frown – ;(iii

Ihr habt alle noch zu wenig Ehrfurcht erwiesen vor der mächtigen zwinkernden Schmollfresse! Auf ihrer iii-ten EP treibt die Band aus Ottawa, Ontario erneut einen musikalischen Aufwand, der weit über das hinausgeht, was man von einer durchschnittlichen Eggpunk-Platte zu erwarten hätte. Ist es ihre stärkste bisher? Ihre schwächste? Ich hab keine Ahnung und es ist mir auch scheißegal, denn saumäßig gut ist bisher alles gewesen, was die so abliefern. Wie gewohnt, eine unheimlich kreative EP von der Band. Schwer zu empfehlen für Fans von: Winky Frown. Und auch alle anderen, die mein dummes Gewäsch hier lesen.

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Raya – Malas Noticias

Das dritte Kurzform-Artefakt der Band aus Madrid ist ihr stärkstes bisher würde ich mal sagen und liefert zwei explosive neue Ladungen von etwas, das man ganz ohne Not als Eggpunk bezeichnen kann, wie er im Buche steht und in einer Reihe mit so Bands wie Beta Máximo, Beer, Pringue, Prison Affair, Möney, Goblin Daycare und Hugayz. Aber so sehr die Ästhetik hier auch vordefiniert scheint, bringen Raya doch genug eingene Substanz zum Klingen um auf eigenen Beinen zu stehen. Niebla ist hier das wahre Highlight, das sich traut etwas beherzter auf die Zwölf zu hauen und in etwas dunklere Abgründe hinein zu schauen als wir es von der durchschnittlichen Genre-Veröffentlichung gewohnt sind in Form einer perfekten Post Punk-Miniatur.

Möney – Hegemony

Möney aus Bristol haben ’nen Moment gebraucht um als Band zu sich selbst zu finden, aber nachdem ihr 2023er Demo durchaus vielversprechend klang und das Split-Tape mit SPRGRS von stetigem Fortschritt zeugte, fügt sich zu guter letzt alles perfekt zusammen auf ihrer neuesten EP dank ihres ausgereiftesten Songmaterials bislang in ihrer ausgesprochen psychedelischen, Post Punk-lastigen Herangehensweise an zeitgenössichen Eggpunk, die man hier ins beste Licht zu setzen vermag mit einer ordentlich fluppenden Performance und einer vergleichsweise glitzernden Produktion. Ich würde mal sagen damit katapultiert sich die Band erstmals in die Erwachsenen-Liga des Genres und das in einer Sub-Nische, die ihnen relativ zu eigen erscheint. Ungeachtet dessen würde ich aber auch mal behaupten, dass der Krempel auf Bewunderer von so Acts wie Molbo, Prison Affair, Winky Frown, Electric Prawns 2 und Beta Máximo magisch anziehend wirken sollte.

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Embargo – Demo

Diese Leipziger Band präsentiert eine verdächtige Mixtur aus geringfügig garagigem Post Punk, der angenehm vertraut klingen wird für aufmerksame Beobachter der hiesigen Szene aber gleichzeitig doch auf einem Level ein paar Stockwerke über dem durchschnittlichen deutschsprachigen Punk-Artefakt agiert. Die EP fängt bereits stark an mit den leichten Death Rock-Vibes von A-B-C Alarm und wird daraufhin nur noch viel besser, wobei Songs wie Trikont und Un Día En Grimma ein paar Echos von anderen lokalen Garage-Acts wie Lassie, Ambulanz und Exwhite transportieren und in anderen Momenten die DIY Post Punk-Vibes von Onyon oder auch von berliner Bands wie Pretty Hurts, Pigeon, Aus, Benzin reflektieren und nicht zuletzt mag man auch die ebenfalls teilweise in Leipzig beheimateten Laff Box zu der Liste geistesverwandter Bands hinzufügen.

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