False Act - Extended Memory

Aus Toruń, Po­len kommt die­se Band und was die auf ih­rer ak­tu­el­len EP ze­le­brie­ren fällt nicht un­be­dingt durch Ori­gi­na­li­tät oder be­son­de­ren Fein­schliff, da­für aber um­so mehr durch ent­schlos­se­nes Vor­ge­hen und ro­he En­er­gie auf. Das ist dun­kel­grau ge­färb­ter Post Punk in re­la­ti­ver Nä­he zu Cri­mi­nal Code, Pret­ty Hurts oder Sie­ve­head.

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Cat Scan - In Nature

Ge­wohnt hoch­wer­ti­ge Vo­lar Re­cords Qua­li­tät gibt's mal wie­der auf dem Lang­spiel­de­büt von Cat Scan aus Los An­ge­les zu ver­mel­den und ei­nen Sound, der ge­konnt auf der Ga­ra­ge-/Post Punk-Ach­se ba­lan­ciert. Der au­ßer­dem mit leicht­fü­ßi­gen Ar­ran­ge­ments be­geis­tert, die sich grund­sätz­lich am eher quir­li­gen En­de bei­der Gen­re-Ska­len be­wegt. Da hab ich dann auch nur erst­klas­si­ge Re­fe­ren­zen für üb­rig wie et­wa Pinch Points, Sau­na Youth, Pat­ti, Ura­ni­um Club, Li­thics oder Flat Worms.

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Cakewalk - Wildflower

Post Punk aus Syd­ney, der sich ei­ner­seits schon mal recht groo­vy gibt, als po­ten­tes Ge­gen­ge­wicht aber auch noch ei­ni­ges an Noi­se und No Wa­ve-Ver­satz­stü­cken ins Spiel bringt. An­klän­ge an die ak­tu­el­le Sze­ne-Ge­nera­ti­on á la Slumb Par­ty, Crack Cloud tref­fen auf mit al­tes Cha­os der Mar­ke No Trend und Flip­per.

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No Sister - Influence

Auch an­läss­lich ih­rer neu­es­ten EP lässt sich der Ver­gleich zu 80er So­nic Youth nicht um­ge­hen. Was aber kei­nes­wegs hei­ßen soll, dass es sich bei der Band aus Mel­bourne le­dig­lich um ei­ne gu­te Ko­pie han­de­le. Ganz im Ge­gen­teil, auf In­flu­ence agiert die Band aben­teu­er­li­cher als je zu­vor. Wäh­rend das all­ge­mei­ne Tem­po und Klang­kos­tüm sich dies­mal ver­gleichs­wei­se ent­spannt prä­sen­tiert, sind die Ar­ran­ge­ments hin­ge­gen ein gan­zes Stück abs­trak­ter ge­wor­den in ih­rem weit­ge­hen­den Ver­zicht auf kon­ven­tio­nel­le Me­lo­dik. Das wirk­lich bi­zar­re der gan­zen An­ge­le­gen­heit ist aber, wie rund und zu­gäng­lich ih­re me­tal­lisch glit­zern­den Klang­skulp­tu­ren da­bei im­mer noch an­zu­hö­ren sind.

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Anxious Living - Anxious Living

Das ma­lay­si­sche Kas­set­ten­la­bel Pis­sed Off!! Recs hat da mal wie­der ein präch­ti­ges Ar­te­fakt aus­ge­bud­delt in Form ei­ner Band, de­ren Mit­glie­der sich ir­gend­wie über Sin­ga­pur und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­tei­len. Ih­re ers­te EP weiß je­den­falls schon durch­weg zu be­ein­dru­cken mit ei­ner strai­ght nach vor­ne ge­hen­den Spiel­art von Post Punk, die man zum Bei­spiel mit The Est­ran­ged, Red Dons, Day­light Rob­be­ry oder ge­mä­ßig­ten Cri­mi­nal Code ver­glei­chen könn­te. Zum Schluss wird dann noch mit ei­ner ge­lun­ge­nen Co­ver­ver­si­on ei­nem eben­falls sehr of­fen­sicht­li­chen Vor­bild Tri­but ge­zollt.

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Die! Die! Die! - O

Den Neu­see­län­dern stand ich in ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer et­was ge­spal­ten ge­gen­über, aber mit ih­rer neu­es­ten EP rei­ßen die mich dann doch mal wie­der rich­tig mit. Auf den letz­ten Kurz­spie­lern gab es ja eh schon An­zei­chen ei­ner deut­lich kom­pro­miss­lo­se­ren Marsch­rich­tung, aber erst hier las­sen sie den für mei­nen Ge­schmack im­mer et­was zu ge­fäl­li­gen Noi­se Pop-/Post Punk-Hy­brid - für den sie wohl am meis­ten be­kannt sind - weit­ge­hend hin­ter sich zu­guns­ten von un­gleich sta­che­li­ge­rem Noi­se­rock und ei­nem En­er­gie­le­vel, wie man ihn von der Band schon seit ei­nem gu­ten Jahr­zehnt nicht mehr zu hö­ren be­kam.

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Emergency Contact - Population Control /​ The Ladder /​ Proletariat

Jau, die Band aus Se­at­tle hat auch schon wie­der ei­ne neue EP raus­ge­hau­en. Be­reits die drit­te in­ner­halb von ge­ra­de mal vier Wo­chen - noch ei­ne da­von und wir krat­zen dar­aus ein Al­bum zu­sam­men. Ich schlu­cke aber auch noch be­reit­wil­lig die nächs­ten vier bis fünf Kurz­spie­ler, auf die wir si­cher nicht lan­ge war­ten müs­sen. Ihr quir­li­ger Post Punk mit leich­tem Wa­ve- und Ga­ra­gen­zu­satz zeigt näm­lich bis­lang noch kei­ner­lei Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen.

Gamma World - Demo

Ich glaub mich tritt was, hab ich ge­dacht: die­se Stim­me kenn ich doch! Und in der Tat han­delt es sich um das un­ver­kenn­ba­re Ge­sangs­or­gen und das Wi­pers-in­fi­zier­te Gi­tar­ren­ge­schrub­be von Jeff Klein­man, des­sen al­tes Ve­hi­kel Ner­vo­sas bei mir in ver­gan­ge­nen Jah­ren be­reits mehr­fach blei­ben­den Ein­druck hin­ter­las­sen hat - ei­ne Band, die viel mehr Be­ach­tung ver­dient hät­te.

Nun ja, Ner­vo­sas sind wohl schon län­ger nicht mehr, da­für jetzt al­so Gam­ma World. Ein biss­chen zu­gäng­li­cher und im ge­mä­ßig­te­ren Tem­po gibt sich de­ren Sound, hat da­für ein paar Noi­se-Sta­cheln und ei­ne leich­te Ga­ra­gen­kan­te da­zu ge­won­nen. We­gen letz­te­rer Ei­gen­schaf­ten - in Ver­bin­dung mit den elek­tri­schen Drums - schlägt das ge­le­gent­lich et­was in Rich­tung Big Black (näm­lich in Mastiff), deut­lich öf­ter aber ge­gen S.B.F. aus. Auch die ge­wohn­te Wi­pers-Ten­denz ist nach wie vor an Bord und das Song­ma­te­ri­al trägt wei­ter­hin Klein­mans ver­trau­te, na­tür­lich ex­zel­len­te Hand­schrift. Ein wür­di­ger Nach­fol­ger für ei­ne mäch­ti­ge Band. Hof­fent­lich gibt's da bald 'nen Lang­spie­ler von.

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Hobocop - Hungry Freak In The Data Mine

Die Band aus Oak­land hat mal schlap­pe fünf Jah­re ge­braucht nach ih­rer De­büt-EP auf Slo­ven­ly Re­cord­ings, um ei­nen Nach­fol­ger an den Start zu brin­gen. Der ist da­für aber ab­so­lut bril­li­ant ge­ra­ten und des­ori­en­tiert er­neut mit ei­nem wun­der­voll schrä­gen Klang­bild in dem z.B. ex­zen­tri­scher Ga­ra­gen­krem­pel á la Wire­heads und UV Race mit die­ser leicht sprö­den Sor­te von Art Rock zu­sam­men­fließt, wie man ihn der­zeit vor­nehm­lich aus der DIY-Sze­ne von Port­land und de­ren Bands wie Ho­ney Bu­cket und Shop Re­gu­lars ver­nimmt. Da­zu kom­men dann noch psy­che­de­li­sche Vi­bes - et­wa so Pink Flag in ei­nem Müll­con­tai­ner auf­ge­nom­men - und noch wei­te­re bri­ti­sche Alt­las­ten auf der Schwel­le von Art- und Post Punk drü­cken hier re­gel­mä­ßig auf die Klin­gel. Swell Maps fal­len mir da ein, au­ßer­dem The Fall und Mem­bra­nes - je­weils in ih­ren frü­hen Jah­ren. Und lan­ge hab ich kei­ne Plat­te mehr ge­hört, die der­art ef­fek­ti­ven und be­wuss­ten Ge­brauch von ih­rer char­man­ten Lo­Fi-Äs­the­tik macht.

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Clang! - Whac-A-Mole

Ein sau­mä­ßig star­kes De­büt­al­bum ha­ben Clang aus Tam­pa, Flo­ri­da hier­mit ab­ge­lie­fert, das mit ei­ner zeit­lo­sen Spiel­art von Noi­se- und Math Rock, Post­core und -punk in­klu­si­ve mar­kan­tem Sa­xo­fon­ein­satz zu be­geis­tern ver­steht. Im Ge­samt­ein­druck klingt das Re­sul­tat et­wa so, als hät­te man di­ver­se Ver­tre­ter der ak­tu­el­len Post­punk-Ge­nera­ti­on mit Pio­nie­ren aus den Acht­zi­gern wie No­me­ans­no, Tra­gic Mu­lat­to und Flip­per ge­kreuzt.

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