Und gleich das nächste schöne Ding aus Dänemark. Die Kopenhagener Less Win verbrechen auf dieser schon etwas älteren EP einen vorzüglichen Krawall irgendwo zwischen Garagenpunk und Noiserock. Neben offensichtlicheren Referenzen wie Mittachziger-Sonic Youth und The Fall, muss ich hier irgendwie auch an die derzeit wieder aktiven Blues-/Noisepunker Feedtime oder an Eddie Current Suppression Ring denken.
Brilliantes Zeug aus Bristol. Spectres spielen eine eigenwillige Mischung aus Shoegaze, Noise und düsterer Psychedelia. Das alles vermengen sie zu einem schweren, atmosphärisch dichten Brocken. Der Opener lärmt in in etwa so los als hätte man das Debüt von A Place To Bury Strangers mit frühen Black Rebel Motorcycle Club und etwas Sonic Youth oder Swervedriver verschmolzen. In anderen Momenten kann man sich auch an My Blody Valentine’s „Isn’t Anything“-Phase oder die Psych-lastigeren Momente von Disappears oder Black Angels erinnert fühlen.
Hypermotorisches Postcore-/Noiserock-Zeugs aus London. Orientierungspunkte wären z.b. die alten Säcke Hot Snakes, aktuelle Noise-Sachen á la Wymyns Prysyn, Greys, Low Fat Getting High und auch ein kleines bisschen Fugazi oder Faraquet. Die Platte ist eine Wucht, von Anfang bis Ende.
Vorzüglicher Instrumentalkrach von einem Trio aus Istanbul. Irgendwo zwischen Noise, Postpunk und experimentellem Geschredder, kratzt das sehr gründlich den Putz von der Decke.
Gekonnte Mischung aus Noise Rock, Sludge und Punk hauen einem The Coltranes aus dem kalifornischen Temecula um die Ohren. Etwa so als hätte man die australischen Bluespunker Feedtime mit dem Touch&Go-Sound der späten Achtziger gekreuzt.
Eine sehr willkommene Bandeinreichung kam hier mit der zweiten EP von Gazer aus Cincinnati rein. Darauf findet man energetischen und intelligenten Noiserock/Postcore, den man vielleicht irgendwo im klanglichen Umfeld von Brainiac oder Hot Snakes einordnen könnte, oder von aktuellen Bands wie Wymyns Prysyn.
Eine neue Sub Pop Single, die auch ganz gut in den Output des Labels vor so zwanzig Jahren gepasst hätte. Daneben erinnert die Band aus Olympia aber auch an diverse Amphetamine Reptile-Geschichten und der Opener hat ’n bisschen den Vibe von Fudge Tunnel abbekommen.
Neuer Kurzspieler der Postcore-Krawallbrüder aus Toronto. Wie schon auf ihrem Debütalbum, gibt’s mitreißenden Rock’n’roll mit einem Fundament aus Hardcore und einem rauen Beschlag aus Noiserock. Bekommt man als Tape oder Download im Label-Shop.
Mitreißender Noise-/Mathrock von einem Trio aus dem Städtchen Varaždin in Kroatien. Das ganze wandelt klar auf den Spuren von so Klassikern wie frühen Shellac, Fugazi, Sonic Youth, Faraquet und Frodus, bleibt dabei aber durchaus eigenständig und gehört so mit zum besten was ich derzeit aus diesem Genre-Umfeld mitbekomme. Bin ganz entzückt.
Aus Winnipeg kommt dieser abwechslungsreiche Krach irgendwo zwischen Noiserock und Postpunk/-core. Von Steve Albini auf seine altbewährte, schnörkellos trockene Art auf Konserve gebannt, mag das mal nach altem AmRep-Zeug oder McLusky klingen, mal eher nach Wire, besonders häufig aber auch nach spätem Dischord-Zeug á la Faraquet oder Q And Not U. Unmittelbar und eingängig, macht das nicht nur ordentlich Lärm sondern auch ganz viel Spaß.