Blank Realm – Grassed In

blank realm
Sieht langsam so aus als wäre das doofe Winterloch rund um den internationalen Tag des Konsums überstanden, für die nächsten Tage und Wochen kündigen sich die ersten ernstzunehmenden Neuveröffentlichungen des Jahres an. Und Blank Realm aus Brisbane, Australien starten gleich mit einem ersten Knaller ins neue Jahr.
Legten sie es auf ihren bisherigen Alben noch eher auf die klangliche Überwältigung des Hörers an, haben sie für ihre neue Platte ihr Spielzimmer ein wenig aufgeräumt und es geht mit einem entschlackten Sound deutlich fokussierter zu.
Durchsetzt von 60er/70er Powerpop, Hypnotischen Psychedelic-Jams und schrammeligem, C86-beeinflusstem Frühneunziger-Indiepop, der auch der Neuseeländischen Flying Nun-Connection entstammen könnte, haben die eher minimalistischen Songkonstrukte hier alle Zeit der Welt um ihre hypnotische Wirkung zu entfalten; kein Song ist hier unter vier Minuten. Dank hervorragender Songwriting-Qualitäten wirkt das ganze aber keinesfalls redundant oder überflüssig ausufernd, sondern die Songs nehmen sich einfach die Zeit die sie brauchen um so richtig zu klicken.

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Dead Waves – Take Me Away EP

dead waves
Ganz schöner Fahrtwind kommt einem da entgegen auf der zweiten EP des New Yorker Trios. Grungiger Noise Rock, der es gerne einfach hält, dies aber durch seine gewaltige Intensität bestens ausgleicht. Oberflächlich betrachtet fällt natürlich zuerst das Mark-und-Bein-erschütternde Gesangsorgan des Sängers auf, das durchaus an einen gewissen toten blonden Sänger erinnert. Auch der erste Track hätte durchaus auf eine nicht ganz unbakannte Platte namens Bleach gepasst, aber mit den folgenden fünf Songs fangen die Jungs dann doch an, aus einer etwas breiteren Palette von Einflüssen zu schöpfen. Das wären zum Beispiel Melvins, The Jesus and Mary Chain und Pixies. Das alles auf elf gedreht und fertig ist das wuchtige Ungetüm einer Platte. Hätten bestimmt mehr Leute mitbekommen, wenn das Ding nicht im Dezember erschienen wäre, also genau wenn alle Blogs und Magazine mit dem posten ätzender Weihnachtslieder und dem kompilieren überflüssiger Jahresendlisten (mal ehrlich, wer braucht denn noch eine davon?) blockiert sind. Aber so kann das Musikjahr 2014 gerne weitergehen. Es ist wirklich an der Zeit die verschlafene Szene rund um das, was wir mal Indie Rock (R.I.P.) nannten, ein wenig wach zu schreien.
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Big French – Downtown Runnin

big french
Ganz krudes Zeug von dieser New Yorker Band. Zach Phillips von Blanche Blanche Blanche ist mit an Bord, und wer mit dessen Hauptprojekt vertraut ist weiß jetzt schon, dass er sich über gar nix wundern darf. Hier haben wir eine Platte voller psychedelischem Progressive-Glam-Punk-Noise-Post-Pop-irgendwas. Yep. So als hätten sich frühe Guided By Voices beim jammen zu viel LSD ins Bier gekippt und dabei Helium geatmet, das würde den durchgehenden Falsettgesang erklären. Zerfahrene, chaotische dreißig Minuten, aufgeteilt in 18 kurze Songskizzen und durchdrungen von vielen mitreißenden Popmomenten. Und bevor man seine heruntergefallene Kinnlade wieder unter Kontrolle hat, ist der Spuk auch schon wieder vorbei.

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Commonwealth Choir – Shirtless EP

Commonwealth Choir
Schön relaxter, powerpoppiger Indie Rock aus Doylestown, Pennsylvania, mit deutlichem Wink in Richtung Elvis Costello und The Jam. Mal leicht Folkig-Hymnisch, mal straight nach vorne rockend.
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Johns – Temple of False Love

johns
Johns aus Buffalo, NY spielen auf ihrer zweiten (?) EP eine sehr eigene Mischung aus Garagenrock, Postpunk und Indie Rock, mit einer gewissen Wipers-Kante, aber auch mal mehr, mal weniger subtile Americana-Einflüsse sind spürbar. Eigentlich hat aber jeder der vier Songs seinen ganz eigenen Vibe, ein Kompliment das man nicht jeder Band machen kann. Wie am Coverformat unschwer zu erkennen ist, erschien das ganze als Tape. Digital gibt’s die EP zum Preis deiner Wahl.
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Cuddly Shark – The Road To Ugly

cuddly shark
Das zweite Album der Glasgower erschien schon Anfang 2013, ist aber irgendwie an mir vorbei gegangen. Dabei hatte mir bereits ihr inzwischen schon vier Jahre altes Debüt sehr gefallen. Wir haben es immer noch mit dem leicht Postpunkigen Indierock und gelegentlichen Noise-Einflüssen zu tun, aber die Band hat ihre Farbpalette deutlich erweitert, da können jetzt auch mal gewisse Country- oder Folk-Einflüsse durchscheinen. Mehr eingängige Melodien lassen sie jetzt zu und das Songwriting ist deutlich gereift. Trotzdem behält sich die Band eine gewisse Kantigkeit, die in diesen eher weichgespülten Zeiten sehr gut tut. Wunderschöne Platte, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte.
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The Losers – The Losers EP

the losers
The Losers aus Greenville, Illinois bringen uns einen Flashback zurück in den Mittneunziger College Rock, etwa wie eine leicht angefolkte Superchunk-Variante. Oder ein zweiter Beschreibungsversuch: Lemonheads treffen auf Buffalo Tom. Die EP gibt’s zum Preis eurer Wahl auf Bandcamp.
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The Wytches – Robe For Juda 7″

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Tod und Verderben transportiert diese Band aus dem britischen Peterborough. Auf ihrem neuesten Siebenzöller bringen sie zwei hervorragende Frustattacken aus Noiserock mit offensichtlichen Grunge- und Garageneinflüssen. Erinnert ein wenig an alte Chokebore Platten oder ans erste Ten Kens-Album, aber auch die Pixies-artige Surfgitarre nimmt hier eine prominente Stellung ein.
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Tideland – Lull

Tideland
Shoegaze-Bands gibt’s derzeit mal wieder wie Sand am Meer. Gute Schoegaze-Bands muss man aber noch genau so mit der Lupe suchen wie schon vor so zehn Jahren, als das Genre noch nicht ins öffentliche Bewusstsein zurückgehypt wurde und als eher tot galt. Zu den durchaus vorhandenen hörenswerten Bands ist seitdem vor allem eine riesige Menge unausgereifter Müll hinzugekommen.
Tideland aus Sterling, Virginia sind eine von den guten Shoegazer Bands. Denn sie scheinen zu wissen, dass ein brav nach Genrekonventionen modellierter Sound nicht reicht, dass man letztendlich jede Band – egal welcher Musikrichtung – an der Qualität des Songwritings, an ihren Hooks und Arrangements und vielleicht auch ein kleines bisschen an ihren spielerischen Fähigkeiten misst. Nicht an einem Image oder einer ach-so-tollen Produktion.
Dieses Album ist ein perfektes Beispiel dafür, denn Tideland spielen einen Sound der klassischer kaum geht. My Bloody Valentine sind natürlich als unvermeidbare Referenz heranzuziehen und ein bisschen Swervedriver klingt durch. Dazu kommen weitere Anklänge aus dem Punk- und Alternative-Umfeld der späten 80er, besonders Dinosaur Jr. haben hier noch eindeutige Spuren hinterlassen. Und anders als die meisten musikalisch verwandten Bands schaffen es Tideland den allgemeinen Spirit und die treibende Energie dieser Ära zu transportieren. Das, und gute Songs. So einfach ist das. Höre und lerne.
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Deathfix – Deathfix

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Was geht eigentlich heute mit Dischord? Vol.2
Bereits im Februar erschien die erste Platte der aktuellen Band von Fugazi-Drummer Brendan Canty, mit an Bord sind auch Mitglieder von Faraquet und Medications. Und ich bin sehr überrascht von dem was ich da höre, das ist mal locker die untypischste Dischord-Platte die ich je zu Gehör bekam. Nix mit Post-irgendwas hier, stattdessen wühlt sich die Band mal quer durch alles was Power Pop, Glam- und Artrock der frühen bis mittleren Siebziger so hergeben. Und das ganze funktioniert, weil hervorragende Songs das Fundament für den zeitweise doch recht wilden Stilmix bilden.
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