Thigh Master – Head of The Witch 7″

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Brisbane schon wieder. Diese Stadt ist eine unerschöpfliche Quelle für Fans von schrulligem Indie- und Garagenrock. Diese leckere EP schlägt in eine ähnliche Kerbe wie die ebenfalls von dort stammenden Blank Realm, die ja gerade verdientermaßen einige internationale Aufmerksamkeit bekommen. Flauschiger Janglepop, an dem auch Freunde von the Clean gefallen finden könnten.

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Scrabbled – Welcome To Pig City

Scrabbled
Das noch taufrische Label Virtual Cool beschert uns gleich zu Beginn ein tolles Tape eines Kollektivs aus Brisbane, das wohl die halbe dortige Szene vereint und Mitglieder aus gefühlten zwanzig Bands an Bord hat, von denen mir bisher ehrlich gesagt nur Gravel Samwidge ein Begriff sind. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß mehr als Krude. Entspannter aber zugleich schräger LoFi-Indierock mit ausgeprägtem psychedelischem Einschlag á la ganz frühe Sebadoh, aber auch alter Garagen- und Protopunk weiß da ein Wörtchen mitzureden. In manchen Momenten drängen sich Velvet Underground-Vergleiche geradezu auf.


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Christian Fitness – I Am Scared Of Everything That Isn’t Me

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Future Of The Left-/ Ex-Mclusky-Frontmann Andrew Falkous hat scheinbar aus reiner Langeweile ein neues Soloprojekt am Start und verscheuert die Platte jetzt ohne großen Promowirbel auf Bandcamp. Ehrlich gesagt, das Ding sagt mir besser zu als so einige seiner nach wie vor exzellenten Hauptwerke. Entspannter, verspielter und melodiöser geht es hier zu Werk. Auch wenn sich hin und wieder das von seinen Hauptbands etablierte, dissonante Geriffe einstellt: hier ist auch mal Platz für leicht folkige Einlagen und generell tendiert das ganze eher in die Richtung von oldschooligem Indierock, man darf sich gelegentlich durchaus an alte Helden wie Archers of Loaf erinnert fühlen. Die Lyrics hingegen bleiben so bissig wie eh und je.


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Woolworm & Grown Ups – Split 7″

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Schöne Splitscheibe zweier Kanadischer Bands. Woolworm aus Vancouver überzeugen mit schrammeligem, melancholischem Indierock. Grown Ups aus Calgary hingegen präsentieren eine ungemein lautere, punkige Variante desselben.


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Times Beach – Raw Pop

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Räudigen Pop versprechen Times Beach aus St. Louis im Albumtitel und behalten Recht. Das ist nicht die Art von Pop, die wie Honig aus den Lautsprechern sifft. Das ist die Art von Pop, zu dessen Schönheit man erst mal durchdringen muss, durch dichte Lagen aus Stacheldraht, Dreck und Taubenschiss. Das erinnert zeitweise an die jüngere Indierock-Vergangenheit wie etwa frühe Wavves und die Debütalben von Male Bonding oder Rat Columns. Etwas offensichtlichere Klassiker wie Hüsker Dü oder Dinosaur Jr könnte man auch anführen oder aktuelle Noisepop-Bands wie etwa Joanna Gruesome. Geht runter wie lauwarmes Karlskrone-Pils.


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Scupper – Scupper!

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Der warme Powerpop dieser New Yorker Band bewegt sich auf sehr vertrautem Gelände. Kleine Seifenblasen von Guided by Voices, Pavement oder Replacements steigen vom ersten Ton an im Geiste des Hörers auf. Das gewinnt zwar keinen Nobelpreis, macht aber großen Spaß. Denn mal ehrlich, in vielen Momenten ist ein ausgezeichneter Popsong plus etwas Lärm doch alles, was einem zum glücklich sein fehlt, oder?

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Contrast – Less Than Zero EP

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Schön oldschooliges Shoegaze-Zeugs aus Melbourne. Der konstante Mikro-Hype um das althergebrachte Genre scheint ja langsam nachzulassen; entsprechend verflüchtigen sich meine Übersättigungserscheinungen und ich hab zunehmend auch wieder Bock mir sowas rein zu tun. Und diese EP ist ein ausgezeichneter, wenn auch eher konservativer Genrebeitrag, der mich mal wieder daran erinnert, warum ich derartige Musik so mag. Hatte ich schon fast vergessen.

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Tape/Off – Chipper

Tape OffDass langjährige Musikblogger ihre eigenen Labels starten ist ja kein neues Phänomen und gehört inzwischen wohl eher schon zum guten Ton. Aber wenige scheinen das so ernst zu meinen wie Onkel Masala (nicht sein echter Name) von der australischen Bloginstitution (naja, in einer gerechteren Welt…) Sonic Masala. Katalognummer 3 ist erwartungsgemäß wieder ein wundervolles Album, vielleicht die schönste Veröffentlichung bisher.
Tape/Off aus Brisbane spielen diese Art von in den 90ern geerdetem Indierock, der spürbar Herzenssache ist und sich deutlich von der gegenwertigen Schwemme an ach-so-coolen Bands abhebt, denen es reicht sich in eine medienwirksame aber oberflächliche Slacker-Pose zu werfen. Sie spielen ganz offensichtlich nicht einfach ihre Einflüsse nach, sondern haben sie sich einverleibt, zu eigen gemacht und gelernt sich in dieser Sprache auszudrücken. Es ist ja ganz offensichtlich nicht so schwer, einer Lieblingsband von damals ähnlich zu klingen. Dabei aber einen eigenen Ausdruck zu finden, etwas neues und sehr persönliches damit zu kommunizieren, bleibt wenigen Musikern vorbehalten. Diese Platte aber schafft es, zu mir mit einer eigenen Stimme zu reden.
Das Album ist lose inspiriert von ihrer Heimatstadt, und tatsächlich klingt es wie eine dieser Platten, die nur an einem bestimmten Ort entstehen können und ein gutes Stück der dortigen Atmosphäre und dem Geist ihrer Bewohner zu transportieren weiß. Behauptet zumindest eine alte Couchkartoffel wie ich, die nicht besonders viel in der Welt rumgekommen ist.
Musikalisch sind da die bekannten Einflüsse im Spiel. Archers of Loaf, Pavement und Sebadoh sind da mal wieder zu nennen und – so müde ich auch bin, das zu jeder zweiten Band zu sagen – Sonic Youth haben natürlich ihre Finger im Spiel. In ihren lärmenderen Momenten (davon gibt es hier mehr als genug) könnte man Solids als etwas aktuellere Referenz anführen.


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What Moon Things – What Moon Things

what moon things
Wow. Schwer zu greifendes, wahnsinnig ambitioniertes Debüt dieser Band aus New Paltz im Bundesstaat New York. Die möglichen Referenzen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber besonders oft fühle ich mich an den epischen Post-Emo alter Appleseed Cast-Platten erinnert und The Cures trauriger Pop-Meilenstein Disintegration scheint immer wieder durch. Auch Chokebore oder Cursive zu Ugly Organ-Zeiten sind da zu nennen. Das alles wird dann zusammengehalten von einem Sänger, dessen Organ wie eine Kreuzung aus Greg Dulli und Chino Moreno klingt. Die Band des Letzteren könnte auch durchaus ähnlich klingen, wenn sie mal den Moshfaktor gröstenteils ausradieren würde. Trotz der vereinnahmenden Düsternis der Platte und des eher schleppenden Tempos hat fast jeder Song hier einen seltsam Hymnischen Charakter, eine weitere Qualität, die sie mit genannten Bands gemein haben.


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Geronimo! – Cheap Trick

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Diese Woche wollen die hochkarätigen Veröffentlichungen einfach nicht abreißen. Heute dran: Der neueste Streich einer Band aus Chicago, erschienen auf dem Qualitätslabel Exploding in Sound, ist vorzüglicher Postcore, der stark an 90er Dischord-Bands wie etwa Lungfish, Shudder Think oder Bluetip erinnert, aber auch der zeitgleich stattgefundene Noiserock von Jesus Lizard oder Chavez hat wohl deutliche Spuren hinterlassen. Das ganze bewegt sich aber weniger auf der verkopft-vertrackten Seite, sondern beackert die explosiv rockenden Facetten jenes Genrepools und enthält auch einige waschechte punkige Indierock-Hymnen, so wie sie selten geworden sind. Das fügt sich auch ganz gut in eine Reihe mit aktuellen Labalmates wie etwa Grass is Green, Ovlov oder Krill. Toll.


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