Fuzzlastiger Noise-/Indierock von einem Bass-und-Schlagzeug-Duo aus Chicago. Das könnte man sich in etwa so vorstellen wie eine sehr eingängige minimal-Version alter McLusky-Schinken, inklusive dem zugehörigen Schalk im Nacken.
Neuer Nachschub im derzeit nicht abreißen wollenden Strom von 90er Indierock-Revivalisten. Happy Diving aus San Francisco spielen eine offensiv eingängige Variante davon, die auch nicht vor zahlreichen Solos und einem ultrabreitbeinigen Gitarrensound zurückschreckt. Das trampelt offensichtlich in den Fusstapfen von Dinosaur Jr und frühen Weezer, aber auch eine kleine Dosis Jawbreaker mag sich da mal einschleichen. Aktuell mit Bands wie California X, Kicking Spit, Dead Soft oder Lurve vergleichbar. Macht wirklich Spaß die Platte dank des durchweg ausgezeichneten Songmaterials, dass sie in kurzweiligen 30 Minuten herunterspulen. Keine Minute zu lang.
Launiger wie auch rotziger Underdog-Indierock mit ausgeprägten Ausläufern in Folkige Gebiete von einem Trio aus Perth. Irgendwo zwischen Two Gallants, Built To Spill, späteren Gun Club und einer kleinen Dosis Pavement-Scheißegalismus.
Die sieben Songs dieses Minialbums brauchten etwas Zeit um sich in meinen Gehirnwindungen fest zu krallen, aber jetzt sind sie nicht mehr raus zu bekommen. Und nachdem ich’s schon einige Wochen vor mir her geschoben hab bekommt die Band aus Philadelphia hier endlich auch mal ’n Post spendiert. Die Platte ist vollgestopft mit tollem Indierock/Noisepop, der mal an klassische Dinosaur Jr, mal an aktuelle Vertreter des leicht verträumt melodischen Krachs á la Gold Bears erinnert. Die Band setzt sich unter anderem aus Mitgliedern der mir eher gleichgültigen Radiator Hospital und den ausgezeichneten Swearin‘ zusammen, letztere sind da musikalisch auch nicht so weit entfernt.
Sowohl energetischer als auch schrammelfreudiger Indie-/Punkrock mit melancholischer Grundstimmung aus Buffalo, New York. Als Referenzen fallen mir erstaunlicherweise vor allem britische Bands ein wie etwa Male Bonding, Playlongue oder Omi Palone. Aber auch an frühere Wavves kann man sich erinnert fühlen.
Gleichermaßen ausgezeichneter als auch chaotisch zerfahrener LoFi-Indierock/Powerpop aus New Haven, Connecticut, der immer wieder an The Clean, frühe Sebadoh oder Guided by Voices erinnert. Mit letzteren haben sie dann auch den überwiegend fragmentarischen Charakter der Songs und diverse Schrägheiten gemein. Da wird auch schon mal ein Song ausgeblendet, wenn er gerade erst fahrt aufzunehmen verspricht. Die Platte ist eine einzige, auf charmante Art unaufgeräumte Baustelle.
Das New Yorker Trio fiel letztes Jahr zum ersten mal im größeren Stil mit ihrem zweiten Album Rapid Reality auf. Die vier Songs vom neuen Gehirn Tape zeigen aber noch mal einen deutlichen Qualitätssprung. Mit dem durchweg getragenen Tempo, den entschlackten Arrangements und sehr souveränem Songwriting positionieren sie sich derzeit irgendwo zwischen z.b. Cayetana und Posse, zwei weiteren Bands denen man in Sachen melodischem Indierock gerade nicht so viel vormacht.
Melodischer und doch räudiger Indiekrach von einem Duo aus Valencia, Spanien. Man stelle sich vor, die melodischeren Tendenzen von Mission of Burma und Sonic Youth wären versehentlich in den 90er Post- und Emocore-Bottich gefallen. Die Platte gibt’s für lau bei Bandcamp.
Hübsche Splitveröffentlichung anlässlich einer zu diesem Zeitpunkt bereits beendeten UK-Tour der beiden Bands. Die geben jeweils zwei neue Kostproben von ihrem Fuzzigen Indie-/Punkrock zum besten. Dann fordern sie zu einem gepflegten Cover-Duell auf, bei dem sie sich jeweils an einem Klassiker von Wire die Zähne ausbeißen. Dabei stellen sich beide Bands nicht blöd an, aber ich finde Feature haben da eine halbe Nasenlänge Vorsprung. :-)
Endlich erscheint das Debütalbum dieser tollen Band aus Brisbane via Bedroom Suck & Fire Records. Das Trio klingt streckenweise ihren Label- und Stadtnachbarn Blank Realm nicht ganz unähnlich in ihrer eigenwilligen Darbietung modernen Psychrocks, aber Martyr Privates verpacken das ganze dann in einem deutlich bodenständigeren Sound zwischen Garagenrock und den Psych-lastigeren Strängen von Shoegaze- und Dreampop. Referenzen gehen quer durch die Genre-Historie von 13th Floor Elevators über Velevet Underground hin zu (und ganz besonders) Spacemen 3 und Galaxie 500. Neun Songs mit unverschämt hohem Ohrwurmfaktor.