Telepathic aus Philadelphia sind aus den Überresten von Bleeding Rainbow entstanden. Auf der ersten EP setzt es kraftvoll vorwärts rollenden Indierock, teils mit einem psychedelischen Touch und immer mit sonnigen Powerpop-Melodien.
Das zweite Album der British-Amerikanischen Punkrocker wurde erneut von Ben Greenberg (Uniform, Ex-The Men) produziert und ist wie auch nicht anders zu erwarten eine ziemliche Wucht. Stilistisch machen sie sich hier etwas breiter als bisher, “I’m Nobody” z.b. hat einen unerwarteten Gun Club-Vibe, auch ein relaxter Midtempo-Wipper und der eine oder andere psychmäßige Moment ist mit dabei. Am besten sind die Jungs aber nach wie vor, wenn sie’s ungezügelt krachen lassen.
Marvelous Mark ist wohl ein mehr-oder-weniger-Soloprojekt von einem Typen aus Toronto. Die Veröffentlichung auf Burger Records verspricht den für dieses Label typischen zuckersüßen Krach und hält das Versprechen auch. Nahezu käsiger Power-Fuzz-Pop mit leichtem Grungevibe, einfach gestrickt aber höchst ansteckend.
Fuzziger Spätachziger-Indie-Power-Pop mit Spuren von Psych und Shoegaze. Das erste Album der Day Ravies aus Sydney konnte mich trotz toller Momente nicht so ganz überzeugen, zu oft rutschte das ganze in die Sorte von richtungslosem Dreampop-Gesäusel ab, von dem es gerade eh schon zu viel gibt. Dieses Jahr hat das Quartett aber zwei neue Kurzspieler rausgehauen, die das Potenzial dieser Band deutlich besser ausspielen. Nicht nur ist der Sound jetzt etwas bissiger, auch die nötige Songsubstanz ist jetzt durchgehend vorhanden.
Woolen Men aus Portland bleiben eine gut geölte Songfabrik. Zwar lassen sie immer noch auf ein zweites Album warten, dafür gibt’s hier schon wieder eine weitere ausgezeichnete Schnappschuss-EP und bis zur übernächsten Single, Kassette oder Drehorgelwalze ist es bestimmt auch nicht so lange hin. Wie auf den letzten paar Kurzspielern bestätigt sich hier der Trend weg vom Dreck des Debütalbums zu einem entschlackten Soundgewand, in dem ihre Powerpop-Hymnen um so deutlicher ihre Qualitäten zeigen. Das stellte zuletzt schon ein mitreißendes LoFi-Unplugged-Album eindrücklich unter Beweis.
Ganz großer Sport, der vermutlich erste Langspieler der Space Drugs aus Philadelphia. Ein ambitioniertes und vielseitiges Album, das zwischen getragen melancholischem Indierock alter Schule und wilden Punk- und Noiserock-Eruptionen oszilliert. Man mag sich sowohl an alte Helden wie Slint, Archers Of Loaf, frühe Modest Mouse oder Sonic Youth erinnert fühlen, als auch an aktuelle Bands aus dem Indie-/Noiserock-Spannungsfeld wie Krill oder Pile.
Dieses Powertrio aus Chicago gibt sich auf ihrer ersten EP schon ganz schön ausgereift und lässt die goldene Ära des Indie Rock noch mal kurz aufleben. Erinnert mich unter anderem sehr an Chavez oder Jawbox, aber auch etwas spätes Dischord-Zeugs á la Faraquet, Medications und an Dismemberment Plan erinnernde Gesangslinien sind mit an Bord. Auch Freunde von Pile dürften dran gefallen finden.
Starkes Teil von dieser Band aus Atlanta. Relaxt aber druckvoll vor sich hin groovende und rollende Retro-Jams mit stark garagiger Note und deutlichen Southern-Einflüssen, ein wenig Psych, aber alles gefiltert durch den Indierock der neunziger und nuller Jahre. Dazu ein Sänger, dessen monotones Sprechgebell dem ganzen noch mal eine ganz eigene prägnante Note hinzufügt. Trotz durchgängigem Midtempo schaffen sie es, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten.
Abgefuzzter Indierock von einem Trio aus New Orleans, das in seinem Hang zur großen Hymne etwas daherkommt wie die melancholischen kleinen Brüder von California X. Mit deutlichen Disonaur Jr- und Swervedriver-artigen Momenten. Fügt sich auch ganz gut ein in die aktuelle Welle von Indiekrach á la Happy Diving, Solids, Weed oder Dead Soft.
Sechs Jahre sind vergangen seit dem letzten Album dieser ewigen Underdogs aus Melbourne, aber sie lassen sich einfach nicht totkriegen. In der aktuellen Landschaft wirkt ihr fuzzig warmer Indierock angenehm bodenständig und unaufgeregt. Und kein bisschen angestaubt.