Shrinkwrap Killers – Feed The Clones Pt. 2

Mit dem Nachfolger zur exzellenten 2023er LP Feed The Clones Pt. 1 – auf welcher sie erstmals ihr volles Potenzial verwirklicht haben wenn ihr mich fragt – schraubt die Band aus Oakland jetzt nicht groß herum an ihrer spezifischen Formel, wie ja auch schon das „Pt.2“ im Titel von Anfang an suggeriert. Das geht aber auch sowas von klar für mich, denn da war ja auch schon vorher nichts an ihrem Sound, was gefixt werden müsste und das hier versammelte Songmaterial ist erneut überwiegend hochwertiger Scheiß, auch wenn es sich hier zugegebenermaßen gefühlt eher um eine EP voller echter Hits handelt, die sich ihren Platz teilen müssen mit einer Anzahl größer als Null von langsameren, abstrakt-atmosphärischen Stücken, die teilweise schon eher als glorifiziertes Interlude-Material zu klassifizieren sind. Nichtsdestotrotz ist das essenzielles neues Futter für Kenner des dementen Horror-/Garage-/Synth Punk mit starkem Spits-Beigeschmack.

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Psychic Vampire – Sophomaniac

Exzellenter Garage-lastiger Horror Punk von gleich noch so einer Band aus Minneapolis. Ich muss zugeben ich war nicht sofort davon überzeugt, kann ich doch den Opener Lobotomized ihres Langspieldebüts nicht anders beschreiben als ein wenig richtungslos, aber dankenswerter Weise findet die Platte nachfolgend schnell ihre Balance und alle weiteren Tracks sind eigentlich ein ganz anderes Level, wie da Stilmittel aus früh-’80er Goth- und Death Rock mit Elementen von frühem Westküsten-Punk und -Hardcore kollidieren sowie Riffs und Solos, die vielmehr der Mottenkiste des ’70er Metal und Motörpunk entspringen zu scheinen, in einer erfinderischen und verdammt tighten Entladung von derbe süchtig machenden Hooks.

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Dick Hick – Evil Music !!!

Horror-/Dungeon-affiner Garage Punk aus Houston. Ausgebombt, moderig riechend und ausgesprochen grob, erinnert mich dieser Scheiß an so Größen wie frühe Strange Attractor, Neo Neos, Lumpy & The Dumpers, Stinkhole und Research Reactor Corp. Alles davon klingt wie Musik in meine Ohren, auf jeden Fall mehr als was du vermutlich gerade hörst.

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Trauma Harness – Walt’s Crawlers

Album Nummer drei der ganz offensichtlich von Horror und B-Movies beeinflussten Postpunker aus St. Louis führt die zwiegespaltene Marschrichtung der vergangenen paar EPs fort, wechselt sich wie selbstverständlich zwischen quirligem Synthpop mit einem gelegentlichen John Carpenter-Vibe und vorzüglich knarzenden Punknummern ab, die häufig wie eine Verquirlung aus frühen Misfits und Naked Raygun klingen, veredelt mit einem Kreissägen-/Gitarrensound, den man eher bei Hüsker Dü oder Big Black einordnen würde. In beiden Betriebsmodi fällt hier das deutlich geschärfte und teilweise fantastische (Organ Donor ist sowas von perfekt!), mindestens aber immer solide Songmaterial auf. Etwas ambivalent stehe nur ich dem grenzwertigen Kalauer am Ende entgegen…



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