Wertiger Scheiß von einer Band aus Salt Lake City, Utah auf ihrem zweiten Tape. Ausgefuzzter Lo-Fi Hardcore Punk, dessen raubeinige Eigenheiten etwa prädestiniert erscheinen für einen Kassettenrelease auf Impotent Fetus oder Deluxe Bias mit gewissen oldschool Westküsten-Tendenzen ebenso wie einem roh polternden KBD-Vibe, ein paar Exzentrizitäten á la Flipper und Broken Talent und ansonsten auch einer gewissen Nähe zu aktuelleren Bands von mehr Garage-mäßigen Acts wie wie Launcher, Liquid Assets und Freakees bis hin zu Hardcore-Artefakten der Sorte Insane Urge, Youth Regiment, Motor Corp und Tupperware.
The Dumpies aus Astoria, Oregon sind schon eine Weile unterwegs und waren von Anfang an eine durchweg liebenswerte Angelegenheit, aber haben meines Erachtens erst vor kurzem einen gewaltigen Qualitätssprung signalisiert in Sachen Energie, stilistischer Vielfalt und Songwriting-Potenzial mit ihren Songs auf der Split EP mit Night Court (von denen die meisten hier nochmal vertreten sind). Ein Versprechen, das sie ohne Zweifel einlösen auf dieser unglaublichen neuen LP, auf der sie endlose Iterationen durchspielen von Powerpop-infiziertem (Garage-)Punk, melacholischen Indierockern und auch zahlreichen Attacken von quergedachtem Hardcore Punk in einem einzigen, bemerkenswerten Ausbruch von ungezügelter Kreativität, krudem Humor und exzentrischen Fixierungen. Da ist nicht ein Partikel von Füllmaterial in diesen satten 19 Songs, von denen keiner sein Ziel verfehlt.
Dieses schnuckelige neue Tape einer Band aus Los Angeles hat für uns eine Ladung des so lärmigen wie auch hyperaktiven Synth-/Electro Punks, der sich irgendwie vage nach Klassikern der '70er und '80er anhört aber dann doch keine ganz treffende Ensprechung in jener Ära findet, wobei ich aber sagen würde dass Primitive Calculators und Nervous Gender keine ganz abwegigen Vergleiche wären. Darüber hinaus kann man auch gut Parallelen ziehen zu einer Reihe ziemlich unterschiedlicher jüngerer Bands wie Lost Packages, ISS, Spyroids, Skull Cult und Freak Genes, plus eine Prise von hybridem Garage-/Post Punk á la Tyvek und Shark Toys in gitarrenlastigeren Tracks wie Ford Branca.
Seit der schon durchweg schmackhaften selbstbetitelten EP im letzten Jahr hat diese Band aus Los Angeles definitiv sehr fleißig ihre Operationen konsolidiert und gestrafft, was sich hier in einer noch mal deutlich kräftigeren, konzentrierten Attacke ihres elektrifizierten Punklärms äußert, der sich irgendwo zwischen den Parametern von Garage-, Hardcore- und Eggpunk bewegt und auf mich wirkt wie ein unförmiger Frankensteinbastard, für den etwa die rohen Gewalten von Arse und 2 Stroke verschweißt werden mit dem Noise-/Fuzz-/Garage Punk von S.B.F. und was auch immer der berüchtigte Zhoop/Djinn/Brundle/RONi/etc...-Komplex gerade wieder auf dem Kerbholz hat.
Das Demo dieser Kalifornier lässt vier maximal rohe und versiffte Brocken des leicht garage-lastigen und noise-verseuchten Hardcorepunks vom Stapel, die mehr als nur ein bisschen von einem freidrehendem Lumpy and the Dumpers- oder The Mentally Ill-Amoklauf channeln. Danach willst du sicher erstmal Duschen. Anders ausgedrückt: Erstklassige, schnörkellose Unterhaltung für unausgeglichene Gemüter.
Die Debüt-EP dieses Typen aus New York City ist von vorne bis hinten durchtränkt von widerspenstigen Seltsamkeiten, die einerseits den Geist der etwas gestörteren Zweige des frühen Hardcore Punk und Proto-Noise Rock á la Flipper und Broken Talent versprüht, kombiniert mit tonnenweise zufälliger Artefakte der '80er Kassettenkultur und ihrer Ärea der ungestörten Kreativität, die sich um nichts scherte weil ja eh kaum jemand zuhörte. Ebenfalls im Spiel ist hier ein unwahrscheinlicher Cowpunk-Vibe, der sich besonders in der Doppel-Attacke von The Carnal Boogie und No Singing No Dancing zeigt, sowie ein nicht weniger plemplem wirkender Anflug von Rockabilly und '50er Bubblegum Pop etwa in The Night Is Here und Four Kinds Of Lonely. Der Scheiß ist komplett entgleist und es handelt sich dabei um einen wunderschönen Unfall.
Die jüngste EP dieser Kids irgendwo aus dem Umfeld von London und Buckinghamshire klingt äußerst einladend mit einer Handvoll schön primitiver Sprengungen des rohen, olschooligen Hardcore- und Anarcho Punk, die sich viel älter anfühlen als sie sind, so als hätten sie nach ca. '82 nichts neues mehr gelernt und ich würde mal sagen was nicht kaputt ist, muss hier auch nicht repariert werden. Die Songs gehen rein, so einfach ist das!
Nun, ich bin sicher die göttlichen Overlords des Dungeon Punk-Genres bedürfen hier inzwischen keiner besonderen Einführung mehr. Die Songs ihrer neuesten EP lassen klar ein Bestreben erkennen, die Klangpalette und die Grenzen ihres ureigenen Subgenres auszuweiten, was in einem ganz geringfügig gedämpft klingenden Gesamtbild resultiert, das einige von den melodisch-hymnischen Kampfschreien gegen ungleich melancholischere Post Punk-Vibes eintauscht etwa in Songs wie Attrition und Sanctuary. Insgesamt also eine Platte, die etwas weniger vollgepackt ist mit offensichtlichen Hits, wenngleich auch Execute und der Titeltrack Confrere zukünftig ganz bestimmt hoch unter den definitiven Publikumsfavoriten rangieren werden. Und überhaupt, macht euch jetzt keine allzu großen Sorgen um die Band, denn alles hier hat die von ihnen gewohnte Klasse und genau wie bei vergangenen Releases, wachsen einem auch diese Songs ausgesprochen schnell ans Herz.
Nachdem bereits ihre vielversprechende Debüt-EP im letzten Jahr ein paar Wellen geschlagen hat, kommt die Band aus Madrid jetzt mit einem noch mal deutlich stärkeren Nachfolger um die Ecke. Los geht's mit zwei simplen und unverdünnten Punkattacken in einer Art Hardcore-meets-Post Punk-Modus, gefolgt vom ultramelodischem Fuzz Punk in Quiero Ser Olvidado und zu guter Letzt dem krönenden Rausschmißer La Luz, einem perfekten Beispiel für antriebsstarken Post Punk, der grob in den oldschooligen Sphären von Criminal Code und Sievehead operiert. Mehr davon, bitte!
Eine sensationelle neue Split-LP liefert uns endlich neues Material von zwei Bands aus Los Angeles, die sich von Anfang an jeweils den gängigen Regeln und Konventionen des Hardcore Punk verweigert haben. Von beiden hat man, abgesehen von jeweils einem halbgebackenen Promo-Tape in 2022, auch schon länger nichts "offizielles" mehr gehört, was diese Platte natürlich umso erfreulicher macht.
Rolex agieren hier mit der gewohnten Wucht in ihren unvorhersehbaren und unglaublich erfinderischen Postcore-Attacken, die einerseits Echos jüngerer Bands beinhalten wie z.B. Mystic Inane, Big Bopper, Brandy, Launcher und frühe Patti, andererseits aber auch klar in der Schuld stehen von alten Größen wie etwa Minutemen, Dicks and frühe Saccharine Trust (deren erstes Album Surviving You, Always verdammt noch mal endlich wiederveröffentlicht gehört... ein kriminell vernachlässigter Klassiker des frühen Postcore, seiner Zeit um Jahre voraus wenn ihr mich fragt). Dazu kommen noch vereinzelte Spuren von Cowpunk und ein konstanter Lumpy and the Dumpers-mäßiger Chaos-Faktor, der hier in einer total entgleisten Vocal-Performance gechannelt wird. Das Resultat ist pure Glückseligkeit und lässt keinen Zweifel daran, dass Rolex nach wie vor eine unverzichtbare Institution ihres speziellen Subgenres sind.
Die Seite von Grimly Forming bläst dann zu einer ungleich roheren, aber keineswegs weniger schlauen und unkonventionellen Attacke auf die Sinne, die unnachgiebige Wucht mit reichlich ausgeklügelten Konstruktionen ausbalanciert und einer großzügigen Dosis von garagigen Untertönen, die jederzeit für ordentlich Spaß und Antrieb sorgen.