Ich musste mir gerade mal selbst die Augen reiben anlässlich der Tatsache, dass es sich hier erst um die zweite EP der italienischen Hardcoreformation handelt. So stark hat sich der Vörgänger in meine Synapsen eingebrannt, dass es mir vorkommt als wären Impulso schon immer da gewesen. Kurzspieler Nummer zwei - schon im letzten Jahr erschienen (gracias an Sonic Threat für den Wink mit'm Zaunpfahl) und diesmal von den norwegischen Genre-Spezialisten Byllepest zu bekommen - legt jedenfalls wiederholt eine gemein hohe Messlatte vor mit einer Spielart von Hardcorepunk, kompromisslos und unnachgiebig, der irgendwie schon recht klassisch und dennoch fest in der Gegenwart verankert klingt; der eine Beklemmung transportiert, dass alles Licht erlischt, das letzte zaghafte Flämmchen an Sauerstoffmangel krepiert.
Die letztjährige EP der kanadischen Punks wusste schon sehr zu gefallen, aber mit dem Nachfolger treffen sie bei mir diesmal so richtig ins Schwarze. Ihr saumäßig tight eingeknüppelter Hardcorepunk der oldschooligen Machart hat dabei deutlich hörbar seinen Garagenmotor aufgemotzt und beides zu einer tadellos ineinander greifenden Maschine verschweißt, die nicht nur ordentlich Wind sondern auch unendlich Spaß macht.
Ein roher und primitiver, vollkommen über die Klippe gerollter Garage-/Hardcore-Hybrid kommt hier von einer Band aus Toronto angepoltert, der so beherzt den Elefanten im Porzellanladen channelt, dass mir zwangsläufig ein kleines bisschen warm ums Herz wird.
Verdammt, machen die Jungs Spaß. Buffet kommen aus der Kleinstadt Anacortes auf der Fidalgo-Insel, Washington und ihr erstes Album ist eine einzige Granate, die irgendwo zwischen den Welten von Post-/Hardcore der klassischen Westküstenprägung und melodischem Fuzz Punk operiert. Letzterer darf wahlweise mal an frühe No Age, Male Bonding oder Terry Malts erinnern . Und mit Throne gibt's dann auch noch einen absolut erfreulichen Flashback zum Emocore der frühen Neunziger zu bewundern.
Die Berliner mal wieder, eine weitere Band von der X schon mit Y bei Z gespielt hat. Ich hab da den Überblick schon lange verloren. Tendenziell geht's diesmal eher Garagenmäßig zu in den sieben kurzen, schnörkellosen, treffsicheren Punkkonserven, inklusive oldschooligem Hardcorevibe. Wie aus der Ecke zu erwarten stimmt die Energie und das zugrunde liegende Material.
Nach dem geilen Demo von kürzlich ist auch das nachfolgende Tape der Hate Preachers aus Los Angeles ein ausgezeichnet altschuliger Arschtritt aus Hardcorepunk, der von explosiven Garagenvibes den passenden Nachbrenner verpasst bekommt.
Diese Band bringt Mitglieder der beiden isländischen Krawallerzeuger schlechthin zusammen: Dauðyflin und ROHT. Da ist natürlich von Anfang an klar, worauf man sich einzustellen hat. Eine kompromisslose Wucht aus maximal angepisstem Hardcore mit eingebautem Noise-Exzess par excellence gilt es zu verarbeiten.
Auf ihrem Demo operiert diese Band aus dem kanadischen Halifax ohne Rücksicht auf zerfetzte Tweeter und katapultiert schmerzfreie Genießer damit auf geradem Weg in den LoFi Himmel. Oder ist das jetzt schon Shit-Fi? Was man zwischen den Pulsen aus Distortion und weißem Rauschen ausmachen kann klingt jedenfalls nach einem Mix aus Fuzz Punk, Hardcore, etwas Garagenzeug. Man könnte sich fast vorstellen, dass ihr Lärm auch in einer cleaneren Aufnahme noch ziemlich gut kommt.
Das Demo dieser Band aus Los Angeles macht schon mal einen sauguten ersten Eindruck mit fünf kleinen Sprengladungen in der Grauzone zwischen Garage Punk und oldschooligem Hardcore, dem man außerdem einen leichten KBD Weirdopunk-Vibe unterstellen mag.
Vorzüglich popoverdreschender Hardcorekrempel aus der Nashville, Tennessee. So etwa frühachtziger kalifornische Schule um einen räudigen Garagenvibe angereichert. Außerdem hat's auch parallelen zur noise-infizierten Dissonanz aktueller Bands wie Acrylics und die versiffte LoFi-Produktion setzt diesen Sound genau ins richtige Licht.