Martyrs – Demo

Hardcore, der mich nicht total langweilt oder aus unzähligen anderen möglichen Gründen ankotzt, kommt in den letzten Jahren ja zu einem sehr großen Teil aus nicht englisch- oder deutssprachigen Ländern und diese EP einer Band aus Seoul, Südkorea fügt sich mit ihrem unverschämt drückenden und in eiskalter Konsequenz durchgezogenen Hardcorepunk ganz exzellent ein in diese nicht abreißen wollende Kette von Veröffentlichungen aus allen Ecken und Enden dieser Welt.

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Golpe – Subisci. Conformati. Rassegnati.

Hardcore aus Italien man wieder, der so alt und basic klingt dass ihn meine Eltern gespielt haben könnten. Kommt so aber nicht hin, weil mein Vater nur akustische Klampfe und Bratsche, meine Mutter gar kein Instrument spielt und beide nach meinem Wissen kein Italienisch sprechen. Was also diese definitiv anderen Menschen als meine Eltern an Originalität nicht dabei haben, wird aber durch einen garagigen Drive und ebenso simple wie hundertprozentig effektive Bollerstrukturen locker wieder ins Positive umgekehrt.

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Skin Tags – Skin Tags

Ungeschliffener Rotz von einem Trio aus St. Louis, Missouri, der herzhaft scheppernden Fuzzpunk und Hardcore, wie man ihen zum Beispiel von Vexx aufgetischt bekommt, mit etwas Postcore und Garagengedöns der gleichwertig unentspannten Machart kollidieren lässt.

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Bad Breeding – Exiled

Okay, neben der Kaleidoscope ist hier gleich eine weitere herausragende Hard-/Postcore-Formation dieser Tage, die gerade einen neuen Langspieler am Start hat. Nach einem eher auf der Postcore-Seite zu verortenden Debütalbum von unglaublicher Schubkraft und einem deutlich chaotischeren, raubeinigeren Nachfolger scheint die Band aus Stevenage, UK seit der letzten EP den gesunden Mittelweg zwischen den Extremen gefunden zu haben. Zu erwähnen, dass sie dabei auf die Scheiße hauen wie kaum eine Band derzeit ist ja schon Eulen nach Athen tragen und ebenso, dass sie nahezu perfekt die Gegenwart des Postcore auf den Punkt bringen, vollständig im Hier und Jetzt verankert klingen ohne dafür irgendwas bahnbrechend neues erfinden zu müssen.

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Kaleidoscope – After The Futures…

Kaleidoscope aus New York stechen schon seit einigen Jahren als eine der spannendsten Hard-/Postcorebands der Gegenwart heraus. Die Mitglieder verdingten sich in der Vergangenheit bei Bands wie Ivy, Deformity und JJ Doll - ja auch alles nicht die langweiligsten Acts - und auf ihren bisherigen EPs konnte man sich nie so ganz sicher sein, was sie einem dieses mal vorsetzen würden; so konnte der ungeschliffene Hardcorepunk ihrer frühen Veröffentlichungen mal eine etwas postpunkige Richtung einschlagen, ein anderes mal mit psychedelischen Sounds, dreckigem Garage- und Acid Rock versetzt sein. Von all dem finden sich auch auf ihrem ersten Langspieler subtile Echos wieder, aber vor allem darf man feststellen, dass sie dabei noch nie so kompakt, selbstbewusst und druckvoll geklungen haben mit einem endlos popotretenden Postcore-Sound, den ganz besonders Freunde von Institute und Bad Breeding zu schätzen wissen werden. Aber von den genannten Bands heben sie sich dann wiederum auch problemlos ab mit einer nach wie vor ausgesprochen breiten Palette an Einflüssen und Stilmitteln. Da besteht kein Zweifel, dass wir von denen noch öfter hören werden.

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Speck – Dead Air Sessions 2019

Speck aus Los Angeles stachen schon auf ihrer ersten EP Psycho Babble im letzten Jahr deutlich aus der Masse heraus, indem sie ihren Postpunk - der damals vielleicht ein bisschen an Bruised erinnerte - mit einem für's Genre eher ungewohnten psychedelischen Unterton anreicherten. Davon ist auf der neuesten EP nicht mehr viel zu vernehmen. Stattdessen hat ihre Musik seitdem eine satte Ladung Hardcore-Kawumms und Noise in sich aufgesogen, was in dieser Kombination ein bisschen an Anxiety oder Acrylics erinnern mag, und will sich auch sonst nicht allzu sklavisch an etablierte Genre-Strickmuster halten. Spannende Band.

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Urin – Incydent

Der neueste Output auf ETT kommt aus Berlin und hat mal wieder ein paar Mitstreiter transkontinental einschlägiger Namen wie etwa Vexx, Cuntroaches, G.L.O.S.S. mit von der Partie. Ihre Debüt-EP liefert nach einem schon ausgesprochen unentspannten Demo eine einzige Reizüberflutung an derbe grobmotorischem Hardcore der Marke Kopfschuss. Platsch!

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Security Guard – Five Musical Journeys To Improve Social Skills And Productivity

Schick rumpelndes Zeug von einer Band aus Vancouver. Was einem da auf ihrer ersten EP entgegengeplärrt kommt riecht stark nach einer Verschmelzung von zeitgenössischem Garage Punk mit ultraklassischem DC-Hardcore, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Minor Threat und Gray Matter.

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Purple-X – Purple-X 7″

Das erste Demo vor zwei Jahren von der Band aus Oslo versprach schon einiges, basierte für meine Tasse Tee aber noch etwas zu stark auf ausgeleiertem Metal-Riffing. Genau dessen haben sie sich auf ihrer ersten 7" - natürlich wieder via Byllepest veröffentlicht - entledigt und ihr kratzbürstiger Sound zwischen Post- und Hardcorepunk entwickelt darauf eine nicht zu unterschätzende Sprengkraft.

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Heterofobia – Queremos Ver El Mundo Arder

So einige sonnenscheue Geschöpfe sind ja in den letzten Jahren aus der trüben Dark Punk / Death Rock-Revival Pfütze gestiegen und trotz einiger klarer Höhepunkte hält sich mein Interesse doch meistens in Grenzen aufgrund der Gleichförmigkeit, die von den meisten dieser Bands an den Tag gelegt wird. Selten aber kam mir eine derartige Konsequenz und radikale Vision unter wie auf dem zweiten Minialbum von Heterofobia aus Monterrey, Mexiko. Ihr roher und ungewaschener Deathcore ist das ideale Gegengift für die weitgehende Sterilität des Genrespektrums.

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