Ich weiß, darauf habt ihr alle gewartet. Die zweite Flaschenpost des Kopenhagener Hardcore-/Garage Punk-Duos breitet sieben epische neue Erzählungen aus ihrer märchenhaften Welt vor uns aus, begrenzt ausschließlich von einem pausenlos erweiterten Horizont und gewürzt mit wichtigen Diskussionen um so kontroverse Themen wie ihre Namen, deine Problemfresse und was ihnen sonst noch so am Arsch vorbei geht. Erneut ein brilliantes, vielschichtiges Meisterwerk!
Hier ist noch ein weiteres gleichermaßen kurzes und spaßiges Tape, das einen dieser leckeren oldschool Hardcore/KBD-Style/Garage Punk-hybriden transportiert, so schlicht und elegant und makellos in der Ausführung. Dieser Scheiß wird nie alt.
Deluxe Bias trifft zum wiederholten mal gut in die Scheiße mit einem weiteren Tape von der Sorte, dessen kurze Laufzeit schon an Satire grenzt und auf dem mir ein Hardcorepunk entgegen kommt, der kaum ursprünglicher und primitiver sein könnte, die Hörer mit reiner Willenskraft überrumpelt bevor jene überhaupt verarbeiten können, was sie sich da eigentlich gerade angehört haben.
Okay… es scheint ganz so als ob die um sich greifende Dungeon-Welle, welche vor geraumer Zeit im Gebiet der Synth-basierten Klangexperimente ihren Lauf nahm und seitdem unter anderem an den Tellerrändern des Garage Punk an Einfluss gewann jetzt ganz zaghaft aber unvermeidlich in den feuchten Kellern des Hardcore Punk Einzug hält. Dieses spaßige Tape mit neuen, mittelalterlichen Überlebenskampf-Hymnen über schwere, stumpfe Objekte und anderer Leute Schädel klingt ein bisschen so, als vereinten etwa Lumpy & The Dumpers, Cülo und Strange Attractor ihre Kompetenzen um einen alternativen Jabberwocky-Soundtrack aufzunehmen.
Die zweite Hardcore-7" für Iron Lung Records ist das hier von Muteant Jake Robertson's Alien Nosejob, sein dritter Hardcore-fokussierter Release insgesamt, wenn ich mich nicht irre. Und natürlich artet das mal wieder in einen prachvollen kleinen Haufen an verspielten und einfallsreichen interpretationen des Genres aus. Was hätte man auch sonst erwartet?
Das Demo von 2019 war schon eine sehr respektable Sprengladung des durchdachten Lärms und auf die neue EP der New Yorker trifft das noch umso mehr zu, dank einer vergleichsweise ausgefeilten Produktion, die ihr Klangwerk aus einer Grauzone zwischen Hardcore, Post Punk und Postcore in genau das rechte Licht rückt, sauber die Balance zwischen kantigem Dreck und blanker Wucht hält. Das ganze Ding schwemmt mir einen recht vielseitigen Klumpen an Bands ins Gedächtnis wie etwa Mystic Inane, Hot Snakes, Wymyns Prysyn, Launcher, Cement Shoes oder Liquid Assets.
Auf ihrer neuesten EP nehmen Electric Chair aus Olympia, Washington den zuvor sehr präsenten Garagenfaktor etwas zurück, ohne dabei ihren speziellen Vibe aufzugeben - geschickt vermeiden sie es, in einen schnöden Oldschool-Purismus zu verfallen, indem sie die alten und erprobten Hardcore-Formeln in genau den richtigen Momenten aufbrechen, um aber dennoch ihre zeitlose Durchschlagkraft anzuwenden, wo es drauf ankommt.
Mann, war das eine lahme Woche was neuen Lärm angeht. Aber immerhin eine Veröffentlichung möchte ich euch nicht vorenthalten, und zwar diese kleine Schönheit zwischen Garage Punk, Hard- und Postcore - ein bisschen wie ein Mix aus Fried E/M, Modern Needs, Mystic Inane… mit einem gewissen Drive Like Jehu-Zusatz in den passenden Momenten.
Diese Band ungeklärter Herkunft hat kürzlich ihr zweites Tape von der Leine gelassen - erneut auf dem Kassettenlabel Deluxe Bias - und wie auch beim Vorgänger bekommen wir darauf einen ordentlichen Lo-Fi Knall verpasst, der etwas danach klingt als hätten sich Stooges und MC5 als eine Hardcore-Kapelle neu erfunden. Ein gewisser Bad Brains-Unterton vertieft den allgemeinen Oldschool-Vibe und in der Gegenwart könnte man das mit etwas aufgemotzten Vexx vergleichen. Aufgemotzt mit 50% mehr X.
Dritter Langspieler der Band aus Oakland und erwartungsgemäß ist das mal wieder ziemlich geiler Scheiß hier. Ich find's immer noch absolut bemerkenswert wie das, was mal als eine Art Hüsker Dü-Verschnitt losging sich zu einer der kraftvollsten, eigenständigsten und sofort wiedererkennbaren Bands der letzten Jahre entwickelt hat, die scheinbar ohne große Mühe die rohen Energien von Hard- & Postcore, Noise Rock und Garage Punk zu einem wunderbar raubeinigen, unberechenbaren Biest verkantet.