Nette 7" mal wieder via Iron Lung Records von den Shrinkwrap Killers aus Oakland. Die sprengt ein ganz respektables Loch in eure Lautsprecher mit zwei tadellosen KO-Schlägen aus fuzzlastigem, melodischem Garage Punk mit gewissen Ähnlichkeiten zu den Stalins Of Sound, S.B.F. oder Kid Chrome.
Nachdem der letzte Siebenzöller des Trios aus Cleveland ein gewisses Maß an Entspannung in ihrem Sound suggerierte, hat es jetzt nicht lange gedauert bis sie auf ihrem zweiten Album wieder in die raubeinigen alten Gewohnheiten zurückfallen - ja sogar noch einen drauflegen im Vergleich zum schon reichlich wuchtigen Debüt. Das Ergebnis ist erneut eine unaufhaltsame Fuzzkanone aus Punk, Garage und Noise, wobei mich das diesmal besonders stark an die kompromisslose Intensität früher The Men in der Greenberg-Ära erinnert.
Isotope Soap a.k.a. das schwedische Punk-Urgestein Peter Swedenhmar hat schon in der Vergangenheit unter diesem Moniker ausschließlich qualitätsware abgeliefert - in Form von drei EPs, die im letzten Jahr verdienter Weise auch noch mal als Compilation von Emotional Response wiederveröffentlicht wurden. Auch sein erster Langspieler enttäutscht nicht. Hier plündert er sich noch mal deutlich freizügiger seinen Weg durch Jahrzehnte von obskurem Punk - das Resultat ist sein vielseitigstes und verspieltestes Material bisher, wobei unter anderem auch mal Platz für nebeligen Space Punk, puren Elektropop und verträumte Krautscapes drin ist. Und natürlich gibt es auch einiges von seinem etwas weniger verspulten, eingängigen Devo-meet-Ausmuteants Garage- und Synthpunk Style, wie er bereits auf den EPs eine gute Figur abgegeben hat.
Modern Needs aus San Francisco entlassen einen bekömmlichen Furz nach dem anderen in die Atmosphäre, zusammengesetzt aus ebenso gradlinig-simplem als auch effektivem Fuzz Punk, der stark an früh-80er Westküsten-Sound erinnert und außerdem reichlich kaputte KBD-Vibes am Start hat. Damit befinden sie sich in ganz guter Gesellschaft zu jüngeren Bands wie Launcher, Beast Fiend, Freakees oder Liquid Assets.
Ein Trio aus London liefert hier ein paar neue Takte an hochwertigem, betont krudem Garagenzeug mit klarer Postpunk-Kante ab. Freunde von Constant Mongrel, Ex-Cult, Tyvek, Useless Eaters oder Shark Toys werden das sicher zu schätzen wissen.
Neue Tonkonserven von Hank Wood und seiner Crew sind in den letzten Jahren. Aber immer wenn dann doch mal neues Material von ihm an die Öffentlichkeit dringt, werde ich auf der Stelle dran erinnert, warum ich seinen Soul-infizierten Garage Punk einst so lieb gewonnen hab - auch auf der neuesten EP ist das nicht anders. Wie gewohnt treffen Songs und Arrangements absolut ins Schwarze, angetrieben von einer rasiermesserscharfen Performance. Diese Hämmer treffen weiterhin mit bemerkenswerter Präzision alle Nägel auf den Kopf.
Das ist keine Raketenwissenschaft, was Chubby & The Gang auf ihrem Langspieldebüt abziehen, sondern die gute alte Masche mit dem melodischen Punkrock, aber das in richtig, richtig gut. 77er Melodien treffen auf Hardcore-Energie und eine kratzige Garagenoberfläche. So ein bisschen Booji Boys im HiFi-Sound.
Hochexplosiven Noise Punk mit Garagecore-Raketenantrieb liefert uns das Debütaubum von Maximum Roach irgendwo aus Arizona. Abwechselnd darf man sich mal an Bands wie Beast Fiend, Anxiety, Soupcans, Bo Gritz oder Mystic Inane erinnert fühlen.
Eine weitere Ladung an starkem Garage Punk mit gelegentlicher Hardcorekante aus der zuverlässigen Szene in Melbourne. Öfter mal versprüht das die atemlosen Qualitäten von Jackson Reid Briggs & The Heaters, kombiniert mit dem etwas bodenständigeren Garagensound etwa von Civic oder früheren Vaguess. Der Pop-Instinkt letztgenannter, sowie auch einiges an Pist Idiots-mäßigem Drama, finden ihren Höhepunkt im hymnischen A Minute's Silence.
Keine Ahnung ob Alien Nosejob aktuell als vollzählige Band existieren, aber zumindest das zweite Album seines Projekts hat Jake Robertson (Ausmuteants, School Damage, Leather Towel, Hierophants, etc.) jedenfalls ganz alleine eingespielt. Nachdem die letzten paar Veröffentlichungen ein recht wilder Ritt waren, der von Power- und Jangle Pop über Synth Pop bis hin zu einer Hardcore-7" reichte, ist der neue Langspieler ein unerwartet homogenes Werk, das sich in einem Spannungsfeld zwischen typischem Ausmuteants-Garagenzeug und traurigem Powerpop bewegt, verpackt in einer flauschigen, mal mehr, mal weniger hochfidelen Analogästhetik. Das Songmaterial ist ausnahmslos vom feinsten - Mr. Robertson ganz in seinem Element.