Nick Normal aus Portland ist in der Vergangenheit bereits mit einer Handvoll eher LoFi-mäßiger EPs in willkommenster Art und Weise auffällig geworden. Nicht nur hat der Bursche neuerdings zwischen den ganzen anderen schrägen Kaspern auf Discontinuous Innovation Inc. eine perfekte Labelheimat gefunden, sondern er hat nun auch zum ersten mal eine EP in einer Qualität aufgenommen, die das hörbare Spektrum geringfügig besser ausnutzt. Ansonsten wie gehabt ein mächtiger Spaß auf halbem Weg zwischen Post- und Garagepunk mit einem deutlich wavigen Schliff. Aufgrund von letzterem kann man sich an Andy Human oder Erik Nervous erinnert fühlen, darüber hinaus auch mal an Ausmuteants oder Useless Eaters.
Wunderbar pervers dreckiges Zeug aus Washington, DC, das in einem Spektrum zwischen Hard-, Post, Garage- und Weirdcore ganz ungeniert eigenwillig rumkrawallt – eine ordentliche Dosis an kaputtem, KBD-mäßigem Punk und ein gelegentlicher Syntheinsatz tragen ebenfalls sehr zum Genuss bei.
Vier bereits sehr appetitlich anmutende Kurzspieler-Häppchen gibt uns hier eine mutmaßlich einköpfige Band aus Cambridge auf die Ohren. Auf die elektrische Trommel kloppender Garagepunk befindet sich im Inneren und wird besonders bei Freunden von S.B.F., Kid Chrome, Skull Cult oder Powerplant große Zufriedenheit hervorrufen.
Hui, auch schon ’ne Weile her, seit die New Yorker etwas von sich hören ließen. Ihre neue Platte auf Total Punk fährt jedenfalls genau die zu erwartende Garagepunk-Urgewalt mit deutlichem Hardcore-Einschlag und kleinen Noise-Partikeln auf. Läuft rund wie eh und je.
Kurzspieler Nummer drei der Band aus Sydney schließt nahtlos da an, wo ihre unerwartet starke zweite EP vor anderthalb Jahren aufgehört hat. Mit gleichermaßen großer Wucht und Eleganz vorgetragene, angepisste Hymnen, die zwischen kräftigem Garagenpunk und bittersüßem Powerpop oszillieren und Ähnlichkeiten vor allem zu weiteren australischen Kollegen der Marke Mini Skirt, Royal Headache, Bed Wettin Bad Boys, Jackson Reid Briggs & The Heaters oder Dumb Punts aufweisen. Ihren eigenen Platz innerhalb des unüberschaubaren australischen Garagenwildwuchses finden sie aber insbesondere aufgrund von ausnahmslos tadellosen, oft brillianten Songwriting-Qualitäten.
Das aktuelle Tape der Dorks aus Melbourne begrüßt einen in den ersten Takten mit einem Sound als wären Motörhead auf ’nem Surftrip hängen geblieben. Nachfolgend pegelt sich sich das ganze in einem Spektrum zwischen Garage Punk, etwas angeschrägtem alten Hardcorezeugs á la Noxious Fumes, gemischtem Krempel der KBD-Varietät und einem satten Stooges-Nachbrenner ein. Auch jüngere Bands wie Temple Dogs, Cement Shoes, Rinse oder Fried Egg stehen dem sicher nicht allzu fern.
Diese 7″ auf Meatspin von einer Band aus Sydney weiß den Hörer zu überrumpeln mit drei konzentrierten Attacken aus ultra-ungeduschtem Garage Punk mit überresten von Noise und Post Punk. Pampers kommen mir hin und wieder in den Sinn. Nicht die Windeln, sondern die Band – ungeachtet der thematisch passenden Assoziation. Außerdem bilde ich mir da ein wenig Ex-Cult ein, eine leichte Dosis von Flipper und frühen Low Life.
Schon wieder eine Band aus Melbourne, schon wieder exzellentes Zeug. Einen Mix aus Garage- und Post Punk gibt’s zu hören, der mal an den Garage Punk von Pinch Points erinnert – deren Adam Smith zeichnet hier auch für die Produktion verantwortlich – mal an den Post Punk von Rolex und ganz besonders oft an einen Mix aus Dumb Punts, Sauna Youth und Ex Cult. Läuft also.
Auf Spanisch brüllender Garagenpunk kommt auf diesem Demo von Miedo aus New York ohne Umschweife und überflüssige Schnörkel direkt zur Sache, mischt den einen oder anderen Hardcore-Spritzer unter und tritt dabei gewaltig viele Ärsche. Entsprechend kommen mir als brauchbare Vergleiche etwas simpler, aber dafür umso energischer vorgehende Bands wie Priors, Lysol oder Civic in den Sinn.
Okay, das musste ja irgendwann passieren. Knappe sechs Jahre hält sich dieses Blog jetzt über Wasser und ich poste hier doch tatsächlich mal etwas mit Joy Division-Bezug. Hab ich bisher gerne vermieden, weil diese Band und ihre Geschichte einfach in einem für alle Ewigkeit ausreichenden Maß von den Musikmedien ausgebreitet und platt getreten wurde. Weil ein sich vor lauter Ehrfurcht einpissender Leichenkult um Ian Curtis einfach nur noch nervt. Gerade deshalb finde ich es ausgesprochen erfrischend, wie vollkommen respektlos sich da irgend so eine Garagenband aus Mobile, Alabama an der Tracklist des ursprünglich geplanten, lange Zeit unveröffentlichten ersten Warsaw/Joy Division-Albums abarbeiten und die allseits bekannten Songs zu einem dissonanten, ungesund quietschenden, nur vom Rost und Dreck noch zusammengehaltenen Unwerk formen, dass am Ende ein ganz eigener, absurder Glanz übrig bleibt.