Mit ihrer ersten Langspielkassette liefern Paz SS aus Valencia, Spanien einen ordentlichen Batzen Fuzz- und Garage Punk von veritablem Vorschub. Das hat mal was von geradlinigen Garagenbands á la Ex Cult, Sauna Youth oder Foul Swoops, dem wuchtigen Fuzzcore von Ill Globo und hat außerdem einen gelegentlichen Anflug von Wipers im Gepäck.
Ein etwas seltsames Geschöpf, diese Platte der Basement Boys aus Minneapolis. Was mit einem postpunkigen Vibe á la Plax, The Cowboy seinen Lauf nimmt, trifft sogleich auf garagiges Geschrabbel, eine Schaufel Noise und ein wenig Beach Goth Melancholie, irgendwo zwischen Shark Toys, Ex-Cult, Co Sonn oder frühe Wavves.
Das Bostoner Duo Rita Repulsa betritt die Bildfläche mit einer ersten EP, deren Sample-getriebener Inhalt in etwa den Charm einer extra gehirnamputierten Variante von ISS versprüht, angereichert um einen Teelöffel Noise Rock und eine thematische Fixierung auf… Power Rangers?!? Na gut, kann man machen.
Richard Rose sind eine neue Band aus Los Angeles und es wirken Leute von Ex-Cult, GØGGS, Bad Sports und OBN IIIs mit – viel hochkarätiger kann das Lineup einer Garagenband also kaum werden. Die Musik hingegen erinnert mich weniger an die kalifornische Szene, sondern viel eher an den hochenergischen Garage Punk australischer Acts á la Jackson Reid Briggs & The Heaters, Mini Skirt, Dumb Punts und WOD. Etwas aus dem Rahmen fällt dabei der langsame Stoner-Jam Queen Selene, was normal nicht so meine Tasse Tee ist, aber hier kommt das durchaus angenehm.
Warp kommen aus San Francisco und zählen unter anderem Mitglieder von Flesh World und Blank Square zur Besetzung. Ihr Langspieldebüt tritt schon mal sehr überzeugend Ärsche und kommt in einem wundervoll verschrobenen Sound irgendwo zwischen Fuzz- und Garage Punk, Hard- und Postcore, ungeschliffen und einfallsreich. Das hat ein bisschen was von Vexx oder Dots sowie vereinzelt auch einen leisen Hauch von Pixies der Surfa Rosa-Ära.
Whoa… drei Jahre nachdem diese Band aus Leeds mir mal mit einer durchaus netten, verspulten EP auffiel hab jetzt nicht wirklich damit gerechnet, dass mich das mich ihr Langspieldebüt so wegbläst wie das gerade passiert ist. Der relaxte DIY-Vibe der besagten EP muss hier einem lebensmüden Hochgeschwindigkeitstrip irgendwo zwischen abgefuzztem Space-, Pschedelic- und Garage Punk weichen, der mit Sicherheit keinen Originalitätspreis gewinnt, dafür aber eine Sprengkraft entwickelt, die einem auch gar keine Zeit lässt um sich über solchen Quatsch Gedanken zu machen. Ich fühle mich ausgesprochen positiv an Destruction Unit, Wash, Flat Worms, Draggs oder gar an die japanischen Genrevetaranen High Rise erinnert.
Kaum eine Band in ihrem Genre hat in den letzten paar Jahren so schnell und nachhaltig ihre eigene Nische besetzt und ausgebaut, macht nach so kurzer Zeit bereits so spürbarer seinen Einfluss auf andere Bands geltend, wie unser aller liebstes Garagenbusiness aus Minneapolis. Das versucht jetzt seine Zielgruppe zu erweitern und hat für sein neuestes Produkt eine alteingesessene, etablierte Marke als Geschäftspartner gewonnen. Das Ergebnis ist von der gewohnten Eleganz, schickt ihren markanten Sound dabei auf eine unerwartet epische Reise in zwei Akten und sieben Minuten, die sich mal wieder viel zu kurz anfühlen.
Nicht mehr brandaktuell, aber mir bisher vollkommen durch die Lappen gegangen ist dieses Demo von Bigpig aus St. Louis, Missouri. Das der Kompass schlägt hier vor allem in Richtung Garage Punk und etwas seltener auch Richtung Elektro-/Synth Punk aus. Besonders Frende von Digital Leather, Erik Nervous, Powerplant, Giorgio Murderer oder Booji Boys dürfen hier aufhorchen.
Während ein neuer Langspieler der Neo Neos – oder unter was auch immer für einem Pseudonym Herr Voltaire diesmal verkehren wird – noch auf sich warten lässt, kann man sich zumindest schon mal an dieser schönen Compilation abarbeiten, vollgestopft mit exklusiven Tracks diverser Bands aus der erweiterten Nachbarschaft mit und ohne C.V. an Bord. Die meisten davon werden euch sicher schon ein Begriff sein.
Auch EP Nummer zwei der Band aus Melbourne ist wieder ein wahnsinnig geiles Feuerwerk zwischen den Stühlen von Fuzz- und Garage Punk, Hard- und Postcore geworden. Orientierungshilfen wären da unter anderem Cutie, Anxiety, Kaleidoscope, Arse, Bad Breeding, Acrylics… sucht euch was aus!