Metdog – Certified Lover Dog

Metdogs vierter Kurzspieler ist mal wieder ’ne Wundertüte voller verspieltem, relaxtem Garage Punk, lass uns dabei nicht von Eiern reden… Bewunderer von R.M.F.C., Research Reactor Corp. oder Satanic Togas werden den Krempel sicher befürworten, so wie auch ich hier mal ’ne Ausnahme mache und den Einsatz von Auto-Tune oder Vocoder oder was auch immer das im Rausschmeißer-Track sein soll voll und ganz befürworte. Kunst, schätze ich mal.

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Pinch Points – Reasons To Be Anxious / Boy

Pinch Points docken jetzt also bei Exploding In Sound Records an? Nicht unbedingt die naheliegendste Wahl, würde ich sagen, aber wen interessiert’s… so lange ihre Musik weiterhin so rasiermesserscharf bleibt wie auf ihrer neuesten 7″, die sie erneut irgendwo zwischen gradlinigeren Reality Group und einer no-bullshit-Inkarnation von Uranium Club positioniert.

Safety Net – Art

Die letztjährige Health EP war schon echter Qualitätsscheiß, aber der jetzt erschienene Nachfolger ist dann mal so irsinnig ansprechend, da war ich echt nicht drauf vorbereitet… Das Trio kommt aus Nashville und ich hab mal den konkreten Verdacht, dass Connor und Sean die gleichen Typen sind, die euch ansonsten sicherlich als das Duo Skull Cult bekannt sind. Keine Ahnung wer Cam ist. Oh, und dann ist da noch das kleine Detail namens Erik Nervous, der hier mischend und masternd seine patentierten Bierflecken hinterlassen hat auf dieser Kassette, deren Sound so gleichwertig eklektisch wie catchy daherkommt. Verhallter Garage Surf Twang? Abgespacte Psychedelic Freakouts? Wire und Mission Of Burma trippen auf Benzos? Alles am Start hier! Und anmutig über all dem schwebt das perfekte 70er-Powerpop-meets-80er-Hair-Metal-Meisterwerk Be With You – ein berauschend süßer K.O.-Hieb mit plüschig weichem Aufprall.

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Alien Nosejob – Paint It Clear

Nun… was soll man denn inzwischen noch nennenswertes hinzufügen anlässlich eines neuen Alien Nosejob Tonträgers? Die Dinger kommen in zwei Daseinsformen: Die sich durch alle Genres wildernde, gemischte Grabbelkiste von einer Platte auf der einen, die stur auf ein Genre hyperfokussierte Monokultur auf der anderen Seite, wie etwa seine Hardcore-Siebenzöller oder diese Synth Pop-/Eurotrash 12″ Maxi vor ’ner Weile. Hier haben wir es mal wieder mit einer seiner gemischten Wundertüten zu tun und ansonsten ist das alles nur die gleiche alte Göttlichkeit, die wir inzwischen gewohnt sind von diesem Typen der eine gruselige Unfähigkeit dazu an den Tag legt, einen langweiligen Song zu schreiben.

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Aborted Tortoise – A Album

Ich hab diese Band aus Perth erst ziemlich spät wahrgenommen, aber seitdem steigern die sich mit jeder Veröffentlichung ganz beachtlich und ihr neuester Langspieler ist schlicht und ergreifend eine hochkalibrige Spaßattacke für anspruchsvolle Garagenkinder und insbesondere für Bewunderer von so Zeug wie Uranium Club, Pinch Points, Dumb oder Vintage Crop.

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Disli – Disciplina Limitar

Garage Punk aus Spanien, der bei mir genau die richtigen Nerven anzapft und exakt diese explosive Triebkraft einer hungrigen Band transportiert, die in letzter Zeit aufgrund der offensichtlichen Umstände auch auf Tonkonserven etwas dünn gesät war. Das hat mal was von Dadar, Sauna Youth, Ex-Cult, Constant Mongrel, Jackson Reid Briggs or Pedigree auf der einen Seite, zeigt öfter mal aber auch einen starken Post Punk Vibe – etwa wie eine Kreuzung aus Berliner Bands á la Pigeon, Diät, Pretty Hurts mit der melancholischen Stimmung von Red Dons, Telecult oder Nightwatchers.

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Print Head – Boringboring / IDKWTFimdoing

Juhu! Neuer Scheiß von der Person oder Band, die vielleicht aus Hicksville, New York kommt oder auch nicht und deren 2020er Garage-/Post-/Eggpunk-beinahe-Meisterwerk Happyhappy mich in genau den erwähnten Zustand versetzte. Da ist jetzt also erst mal ein neues, kurzspielendes Hi-Fi-Erlebnis am Start und darüberhinaus noch so ein anderes, etwas weniger kurzes, minimal weniger Hi-Fi-mäßiges Dings. Beim erstgenannten suggeriert wenn überhaupt nur der Titel Langeweile und was das andere Dings angeht… ich glaube ich hab eine recht brauchbare Idee davon, was Print Head nicht glauben zu wissen, dass sie es (the fuck) machen und sie machen es genau richtig und es ist ganz wundervoll und ich lecke freiwillig noch die Reste vom Boden auf!

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Jackson Reid Briggs – Fear​/​Move

Ich hatte so meine Probleme, mich mit den letzten paar Veröffentlichungen von Jackson Reid Briggs und ihrem etwas schwerfälligen, überladenen Klangkostüm anzufreunden. Seine neueste EP – während einer kurzen Verschnaufpause zwischen Australiens derben Covid-Lockdowns in einer von seinen üblichen „Heaters“ abweichenden Konstellation aufgenommen – sprüht hingegen wieder vor Energie und Spielfreude in vier durchweg starken Songs, denen der deutlich entschlackte Sound ganz ausgezeichnet steht.

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The Cowboy – Riddles From The Universe

The Cowboy aus Cleveland haben bisher noch mit jeder Platte absoluit meinen Nerv getroffen und ihre dritte LP setzt diesen Trend nahtlos fort. Ihr Sound läuft inzwischen so rund wie ein Uhrwerk und inzwischen würde ich mal sagen, dass sie an der Schnittstelle von drückendem Garage Punk und kantigem Noise Rock ihre ganz eigene kleine Mikro-Nische mit sofortigem Wiedererkennungswert etabliert haben, jedoch weiterhin genug frische Ideen einbringen um die Scheiße spannend zu halten.

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Daisy Daisy – Fairy Liquid

Die Debüt-EP dieser Band aus Utrecht ist ein Suppenwürfel aus hochverdichtetem Wohlgefallen, welcher sich in fünf angemessen dementen Synth-/Garagepunk-Jams entfaltet mit der wundersamen Kraft, im gesunden Menschenverstand einen gezielten Kurzschluss zu erzeugen um auf geradem Wege bei den niederen Instinkten anzudocken. Läuft!

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