Die 2017er Debüt-EP dieser Band aus Melbourne hat sich in meine Synapsen eingebrannt als eines der beeindruckendsten Artefakte aus den Garage-/Post-/Art Punk-Sphären ihrer Zeit. Schlappe fünf Jahre später gibt es jetzt einen Nachfolger zu begutachten und es findet sich darauf erwartungsgemäß ein etwas geordneteres Klangbild, aber immer noch voller Ambition und Überraschungen. Wie gehabt scheint das reichlich Inspiration von Wire’s Chairs Missing und Pink Floyd der frühen Syd Barret-Ära zu schöpfen, verlagert diesmal aber das Gewicht deutlich in Richtung Post Punk, was manchmal auch etwas von einer nerdigeren Variante der B-Boys oder Gotobeds hat. Elswhere, der geradlinigste und einladendste Moment der EP, ist hingegen eine melodisch lärmende oldschool Indierock-Hymne wie sie einem heute viel zu selten begegnet.
Erneut ein respektabler Tritt in die Weichteile von jener kalifornischen Supergroup, die unter anderem Mitglieder von Acrylics, Public Eye, Violent Change und Ceremony an Bord hat. Hier liefern die mal locker ihren bislang wuchtigsten, präzisesten Stapel neuer Songs ab; die Formel aus gleichen Teilen Hardcore- und Garage Punk inzwischen perfekt für den maximalen Einschlag optimiert. Das unnachgiebige Moment etwa von Acrylics und Bad Breeding wird gekontert von den räudigen Garage-Qualitäten früher Teenanger oder Video.
Der Typ aus Schleswig fiel bereits sehr positiv anlässlich seiner Debüt-7″ auf Goodbye Boozy Records auf. Auch wenn das Artwork jener sowie auch seiner neuesten EP eine Nähe zum Dungeon Synth/-Punk nahelegt, ist hier jedoch höchstens unterschwellig was von den im letztgenannten Genre-Cluster typischen Black- und/oder oldschool „Heavy“ Metal-Einflüssen zu bemerken, weshalb ich da soundmäßig eher mal jüngere Entwicklungen im Garage-/Synth-/Elektropunk-Bereich als Vergleiche anbieten würde – unter anderem von Mononegatives, Pow!, Liquid Face, Ghoulies oder Slimex.
Diese Band aus Santa Ana, Kalifornien erzeugt kurze, in dreckigen KBD-Vibes gewälzte Lärmfetzen, zu gleichen teilen im oldschooligen Garage- und Hardcoregedöns beheimatet mit einem gelegentlichen Hauch von Gun Club. Das ist auch nicht ganz unähnlich zu Neo Neos oder Maestro Voltaire’s diversen Hardcore-Projekten, frühem Erik Nervous und vielleicht einem leichten Touch von Launcher… gemeinsam verhackstückt mit irgendeinem prachtvollen Unfall von jener Art, die genau so gut auf irgendeiner Deluxe Bias oder Impotent Fetus-Veröffentlichung passiert sein könnte.
Die ruhelose Szene von Montreal hat mal wieder etwas verstörendes auf Lager für den anspruchsvollen Genießer von kaputtem Garage-/Post-/Egg-/ADHS-Punk und meine liebe Fresse, ist das mal wieder eine wundervolle, wild in alle Richtungen ausfransende Schweinerei, zusammengeplündert von all den richtigen Auswüchsen jüngerer Punk-Kuriositäten im groben Umfeld etwa von Print Head, Reality Group, Patty, Slimex, Big Bopper oder Skull Cult.
Ich bin grad mal ziemlich weggeblasen von der Stärke der neuesten EP dieser Band, die sich scheinbar irgendwo im Umfeld der Leipzig/Berlin/Halle-Achse des guten Garage- und Post Punk rumtreibt. Das ist einfach mal hochkalibriger Garagenscheiß der melodischen Machart und kommt hier in einer angemessen rohen Klangästhetik daher, simpel und catchy und dabei ausgesprochen effektiv, durchweg liebenswert. Ein fest für Bewunderer etwa von Booji Boys, Sweet Reaper, Telecult… ja sogar eine Spur von Radioactivity und Marked Men ist da mit am Start.
Schutzbrillen aufsetzen, es walzt hier eine komplett ungewaschene Ladung des gepflegten oldschool Hardcore, solcher, der sich auch in der Garage sehr zuhause fühlt, auf ’ner EP einer Band aus Kansas City, welche scheinbar auch aus den gleichen Leuten besteht, die sonst als Dye ihr Unwesen treiben. Fans von so Krempel wie Fried E/m und Modern Needs werden das sicher befürworten und auch Freunde von etwas stärker zum Garage Punk tendierendem Lärm á la Launcher, Liquid Assets und Mystic Inane wollen da bestimmt ein halbes Pfund von mitnehmen.
Leckere neue EP der Punks aus Montreal, liefert drei hochinfektiöse neue Knaller ab. Zum Einstieg tritt energischer Garage Punk auf etwas Hardcore-Energie, etwa wie beschleunigte Useless Eaters oder Mononegatives, gefolgt von einem saumäßig effektiven Midtempo Post Punk-Stampfer mit leichtem Wire-Unterton. Der Rausschmeißer hat dann noch so einen leichten Screamers- und Devo-Vibe, auch nicht ganz unähnlich zu gegenwärtigen Isotope Soap.
Okay, also Egg Metal ist jetzt ohne Scheiß ein echtes Ding? Macht ja irgendwie auch Sinn – als die etwas niedlichere Kehrseite zur derzeit kräftig rollenden Welle des Dungeon Punk. Das klingt ein bisschen so als hätte eine besonders lo-fi mäßige Inkarnation von Sheer Mag bei ihrer jüngsten Verirrung in Richtung Hair Metal ein gesundes Minimum an Selbstironie an den Tag gelegt.
Ein ordentlich sensationelles Ding hat diese Band aus dem belgischen Tournai meines Erachtens mit ihrem zweiten Langspieler gedreht. Vom ersten Moment an fühle ich mich an so viel guten, sowohl alten als auch neuen Scheiß an den Schnittstellen von Art-, Post- und Garage Punk erinnert, komplettiert von einer würzig-dissonanten No Wave und Noise Rock-Kante. Manchmal klingt das etwas nach Angst, die mit dem simplistischen Beat von Man Sized Action und etwas früher The Fall-Schrammelseligkeit verschmelzen. An anderen Stellen bilde ich mir ein, Echos von Membranes, Gordons oder Swell Maps wahrzunehmen aber genau so gut kann man auch Verbindungen zu gegenwärtigen Acts à la Honey Radar, Toe Ring, Lithics, Germ House, Shark Toys und Subtle Turnhips irgndwo da drin wiederfinden.