Isolation – Fabric Tear

Ein neuer Kurzspieler der britischen Band bestehend aus fast allen Mitgliedern von Internal Credit, unter ihnen auch niemand geringeres als Charlie Murphy, der unter anderem auch bei Freak Genes und The Red Cords seine Finger drin hat. Die neueste EP knüpft genau da an, wo die letzte aufhörte was bedeutet, dass mal wieder ausgezeichnete Songwriting-Qualitäten auf ein so melodisches wie auch melancholisches Post Punk-Feuerwerk treffen, das klare Wipers-Einflüsse zur Schau trägt und das sich Fans etwa von Nervosas, The Estranged, Daylight Robbery, Radioactivity or Anxious Living auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

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Nubot555 – No Way Back

Maximal durchgeknallter Scheiß mal wieder aus dem belgischen Belly Button Records-Dunstkreis. Was sich auf der Debüt-EP des Typen unter dem Nubot555-Alias (davor auch als King Dick bekannt…) wiederfindet ist ein wildes Durcheinander zwischen Garage- und Electro Punk von der klar Eierköpfigen Subströmung. Diese LoFi-Konstrukte bündeln dabei ihre vielen Schrägheiten aber mit reichlich smarten Ideen und frischer kreativer Energie zu einem beeindruckenden Debüt, das mit Leichtigkeit aus dem inzwischen doch reichlich vollen Genrepool herauszustechen vermag. Insbesondere Freunde von Egg Idiot finden hier neues Futter, würde ich mal sagen.

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Gluer – Gluer

Auf ihrem ersten Langspieler tritt diese Band aus Stockholm einen exzellenten Radau los, unterteilt in unverzüglich auf den Punkt gebrachte Detonationen irgendwo im Spannungsfeld von Garage Punk, Hard- und Postcore mit gewissen Parallelen etwa zu Tenement Rats, Sick Thoughts und frühen Teenanger auf der Garage-Seite der Gleichung und – ausgehend von jener Tendenz – eher zum Postcore orientierten Acts wie Video, Crisis Man, Ascot Stabber, Batpiss oder Flowers Of Evil.

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Freak Genes – Hologram

Ein neuer Release von dem britischen Garage-/Synth Punk Duo bestehend aus Proto Idiot-Frontmann Andrew Anderson und Charlie Murphy den man aus The Red Cords, Internal Credit und Isolation kennt, ist eigentlich immer eine sichere Wette. Nachdem der Vorgänger eine etwas kühlere, minimalistische Synth-Ästhetik ausgelotet hat, kommen sie diesmal mit einem etwas volleren Sound daher und ihrem bislang wohl griffigsten Songmaterial, das überwiegend den Geist alter Synthpunk-Genrepioniere wie Primitive Calculators, Nervous Gender, Screamers, Units, Minimal Man und natürlich Devo (duh!) channelt, aber auch Vergleiche zu Isotope Soap oder Alien Nosejob im vollen Elektro-Modus sind durchaus angebracht.

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Thee Khai Aehm – Parrier

Ein neues Dungeon Punk-Artefakt aus Karlsruhe! Anders als die meisten Bands des jungen Mikro-Genres nähern sich Thee Khai Aehm ihrer Sache weniger mit oldschool Metal-Versatzstücken, dafür umso mehr mit einem starken Psych-/Acid Rock-Vibe, ein bisschen wie ein Extrakt aus Oh Sees, Strange Attractor… und Salamirecorder vielleicht auch? Ziemlich verspielt ist das, immer ordentlich schräg, manchmal episch, präsentiert in einer moderig anmutenden Produktionsästhetik, die bestimmt schon sehr lange kein Sonnenlicht mehr gesehen hat.

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Erste Hilfe – Erste Hilfe

Ausgesprochen geiles Synth-/Elektro Punk-Zeug, das etwas rüberkommt wie eine Mischung aus Pisse, Puff! oder der jüngsten, sehr elektro-lastigen Schiach EP. Außerdem mag man Vergleiche zu Spyroids oder Heavy Metal ziehen, ebenso wie zu uraltem Synth Punk-Inventar á la Screamers oder Nervous Gender. Insbesondere Klickfarm mag sich dann auch ein bisschen Inspiration aus dem Visitors-Klassiker Electric Heat gezogen haben.

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Coke Asian – Kegel Excess

Das wohl unwahrscheinlichste Schmuckstück dieser Woche kommt von einer pariser Band und die Aufnahmen gammelten wohl schon seit 2018 irgendwo rum. Ein entwaffnend schräger Brocken aus chaotischem Noise ist das, unbequem verkantet zwischen den Grenzen von Garage Punk, alten KBD-mäßigen Auswüchsen und den äußersten Tellerrändern des früh-80er Hardcore Punk. Der Opener VVV entwickelt einen Vibe wie ein Mix aus Subtle Turnhips und Landowner während Moose Lodge den Geist der Proto-Noiserock-Acts vom Kaliber Flipper, Broken Talent oder Fungus Brains heraufbeschwört. City Blocks verschnürt die Qualitäten der Bad Brains mit einem starken MC5-Vibe zu einem schön handlichen Paket. An anderer Stelle mag man an The Mentally Ill denken oder sie spannen den definitiven Bogen von Neos zu Neo Neos und eine ganze Reihe aktuellerer Bands á la Total Sham, Liquid Assets, Launcher, Crisis Man, Freakees oder Liposuction liegt da auch nicht zu fern. Der Scheiß hier ist gleichermaßen originell und primitiv, weitgehend unberechenbar und erweist sich bei jedem Versuch der Genre-Einordnung als ein äußerst flutschiges Ding.

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Curleys – Curleys

Eine primitive Attacke aus Hardcore-injiziertem Garage Punk ohne überflüssigen Bullshit von einer Band, die für die Veröffentlichung auf Total Punk Records geradezu vorherbestimmt erscheint, so wie die hier ausschließlich die rohesten, chaotischsten Tendenzen von Bands wie Crisis Man, Liquid Assets, Launcher, Mystic Inane, Fried Egg heraufbeschwören… und vielleicht einen Hauch von The Mentally Ill obendrein?

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Exwhite & The Gobs – Split

Exzellenter Scheiß mal wieder von Turbodiscos. Exwhite aus Leipzig, Berlin und wasauchimmer sollten ja keine Vorstellung mehr brauchen, nachdem ihre noch recht frische Estray EP ein respektables Loch in den Boden gesprengt hat. Ihre Seite dieser Split EP hält dann auch was man sich davon verspricht mit zwei vergleichsweise geradeaus rockenden, schnörkellosen Garage Punk-Pistolen.
Nicht weniger aufregend sind dann die Songs der Washingtoner Synth-/Garage Punk-Wunderkinder The Gobs, die euch sicher auch schon ein Begriff sind durch einen ganzen Arsch voll Demos in den letzten anderthalb Jahren. Hier bekommen wir die zum ersten mal in gepflegter MidFi-Qualität zu hören und wer hätte es geahnt… auch so klingen die verdammt gut!

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Klint – Heat Wave

Neuer Scheiß von dem einzigen Viking Synth Punk-Projekt der Welt… und schon wieder ein echter Knaller! Der Titeltrack vereinnahmt sofort mit einem pulsierenden Groove wie es nicht ganz unähnlich die Dance-Single vor kurzem schon abgezogen hat, diesmal aber gewürzt mit einem Hauch von altem Eurotrash-Käse. Go Ahead ist dann ein schnörkellos effektiver Punk-Smasher und das seltsam platzierte/betitelte Instrumental Interlunde fühlt sich an wie ’ne Hommage an klassische Chiptunes, die sich irgendwie auch gut in die laufende Dungeon Synth/-Punk-Welle einreihen lässt.