Sick Thoughts – Born To Blitzkrieg

Eine neue EP von Drew Owen aka Sick Thoughts… und wenn du jetzt weniger als unverdünnte Garage Punk-Brillianz erwartest: Was machst du eigentlich die ganze Zeit hier denn das Teil liefert mal sowas von ab! Der Opener Sick Thoughts geht als straighter Hardcore-Smasher los, der dann unerwartet scharf abbiegt so ungefähr Richtung Ramones treffen auf Cheap Trick. Hellraiser ist pure '77-getränkte Power Pop-Ekstase mit einem hauchdünnen Hüsker Dü- und Moving Targets-Überzug. Die besagten Siebenundsiebzig-Vibes erreichen dann in Schoolgirls In Chains ihren Höhepunkt und der krönende Abschluss My Heart Is Breaking Over You ist genau die Art von ungesundem Zuckerrausch, der in den Händen weniger kompetenter Songwriter und Performer sicher zu viel von allem wäre, aber hier auf einer Basis felsenfester Songkunst umso heller strahlt.

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New Vogue – Waiting Daze

Die Band aus Montreal legt hier ordentlich nach mit dem ersten neue Material nach einer exzellenten, selbstbetitelten LP in 2020. Viel Synth-lastiger ist die Sache diesmal geworden aber auch kein bisschen weniger infektiös, was einen konstant im Wandel befindlichen Vibe versprüht, der hin und wieder auch an so Bands wie Freak Genes, Useless Eaters, Powerplant, Andy Human and The Reptoids, Lost Sounds, Mononegatives und Alien Nosejob erinnern mag, nur um einige der offensichtlichsten Hausnummern zu nennen.

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Zero Bars – Demo 2023

Ein starkes Demo von dieser Band aus Toronto hat vier schnörkellos nach vorne gehende Klopper für uns auf Lager, grob im Grenzbereich von Garage Punk und Postcore lokalisiert. Das hat ein bisschen Hot Snakes-Energie aber auch einen Vibe nicht unähnlich zu dem frühen Material von Video und Teenanger, nicht zuletzt auch Acts wie Ascot Stabber, Flowers Of Evil, Piss Test und zwischen Garage und Hardcore agierenden Bands á la Launcher oder Mystic Inane. Musik in meinen Ohren!

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Ninja Sword – The Art Of Bone Smashing

Auf der Debüt-EP dieser Band aus Oslo wird einer Attitüde und Ästhetik irgendwo zwischen Egg- und Dungeon Punk ein thematisch fernöstlicher Anstrich gegeben. Im Kontext eines Genre-Komplexes der von sich selbst aus schon sehr bemüht ist keinen Sinn zu ergeben, ergibt das reichlich Sinn. Macht das Sinn? Egal, der Scheiß macht Bock!

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Billiam – Corner Tactics

Billiams erste Veröffentlichungen waren so um 2020 herum aber für mich fühlt es sich an, als wäre der Typ schon viel länger bei der Sache, irgendwie immer an der Peripherie dieser 12XU-relevanten Bubble herumschwebend. Spätestens mit seiner neuesten LP sehe ich ihn aber vom Status einer allgegenwärtigen Randerscheinung mitten ins Spotlight katapultiert, nicht zuletzt dank seinem bislang stärksten und konsistentesten Bündel neuer Songs in seiner schwer zu imitierenden (was nicht heißen soll, dass es niemand versuchen würde…), leicht Egg-lastigen Melange aus mal mehr, mal weniger minimalistischem Synth-, Garage- und Post Punk - catchy wie Sau, dumm und simpel aber gleichzeitig ist jeder Move ist ein Volltreffer!

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Flat Worms – Witness Marks

Flat Worms gehören fraglos zu den zuverlässigsten Acts der letzten Jahre - man weiß im groben, was man zu erwarten hat aber auch dass es gut wird und jedes mal genug frische Ideen mitbringt, um spannend zu bleiben. Selbstredend kann die neueste LP auch nicht enttäuschen. Ihr ganz eigener Sound zwischen den Welten von Garage Punk, Noise Rock und Post Punk pulsiert so tight und energisch wie eh und je, kommt dabei vielleicht aber noch eine spur verspielter und abwechslungsreicher rüber als zuvor. In SSRT vermischen sich die markanten Grooves von Wire und Television zu einem subtil krautigen Konstrukt. Time Warp In Exile fühlt sich in etwa an wie eine Fusion von The Cowboy mit Spray Paint… ähnliches könnte man auch dem das Album abschließenden Titeltrack bescheinigen, aber der borgt sich definitiv auch ein paar Elemente vom Ruts-Klassiker It Was Cold.

Sorry folks, es gibt keinen kompletten Albumstream den ich einbetten kann, aber drüben bei Soundcloud gibt es das ganze Ding zu hören..

Kalte Hand – Kalte Hand // Dunkle Strassen – Alles Fuckt Mich Ab

Zwei starke deutschsprachige Post Punk-Releases hier. Kalte Hand kommen aus Augsburg, klingen dabei aber eher nach Berlin der letzten 10 Jahre - ihr in eiskalten Sarkasmus gehüllter dystopischer Post Punk ruft unter anderem Bands wie Pigeon, Glaas, frühe Diät and Pretty Hurts sowie weitere deutsch singende Erscheinungen wie Die Wärme, Hyäne, Maske, Die Verlierer, L'appel Du Vide ins Gedächtnis… nicht zuletzt hat's auch einen leichten Hauch von Puff and Pisse.
Die Tendenzen letzterer zwei Bands drängen sich dann stärker in den Fokus auf der Debüt-EP des Hamburger Duos Dunkle Strassen - ein kraftvoll geradeaus gehender Sound mit einer deutlichen Noise Rock-Kante, der darüber hinaus vielleicht noch Ähnlichkeiten zu internationalen Acts wie Arse, Ascot Stabber oder Crisis Man aufweisen mag.

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Datenight – Clueless and Hangless

Zuerst war ich mir ja nicht so sicher, ob diese Angelegenheit nicht etwas zu entspannt wird für meinen Geschmack, aber letztendlich kann mich auch dieses mal wieder die schiere Kraft des Songwritings überzeugen auf einem Album, das irgendwie den Eindruck einer gemischten Tüte von Outtakes und sonstigen Krümeln erweckt - ein Eindruck der durchaus stimmen könnte und noch bestärkt wird davon, dass die Songs hier einfach alphabetisch sortiert sind. Die Songs selbst sind aber durchweg makellose A-Ware.

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Завірюга – 18000

Die einzige Ukrainische Eggpunk-Band von der ich bislang weiß hat mein Interesse schon durchaus geweckt mit einer Reihe solider EPs in den letzten Wochen und die neueste davon regelt jetzt mal so richtig die Scheiße, wenn ihr mich fragt. Pflichtprogramm für Fans von so Krempel wie Prison Affair, Set-Top Box, Beer und Nuts!

The Bozo Big Shit Garbage Band – It’s My Move

Ein neuer Trading Wreckage Release - das verspricht immer willkommenen Nachschub an vage No Wave-inspirierten Unsäglichkeiten. Das hier ist aber noch mal ein ganz anderes Kaliber… In dieser aktuellen Inkarnation ist The Bozo Big Shit Garbage Band wohl eine reine Soloangelegenheit von Tony Shit aka Reese McLean und vermutlich noch ein Arsch voll anderer Pseudonyme, welcher auch integraler Bestandteil von Bands wie Gay Cum Daddies, Eat Avery's Bones, Bukkake Moms, Flesh Narc und noch einigen weiteren war oder ist. Ein Fundament aus No Wave-Experimenten ist auch hier noch durchaus greifbar, aber weniger menschliches Chaos bei den Recordings hat sich hier offensichtlich auch in einem entsprechend weniger wirren Klangbild niedergeschlagen. Das ist immer noch so kreativ und unvorhersehbar wie man es von bisherigen Veröffentlichungen des Typen gewohnt ist, wird dabei aber in so strukturierte, eingängige und kraftvoll vorangetriebene Bahnen geleitet wie man es bisher noch nicht von ihm gehört hat. Mal hat das etwas von Bands an der Schnitstelle von Garage-, Post- und Art Punk wie etwa The UV Race, Soft Shoulder, Shark Toys oder Parquet Courts, in anderen Augenblicken klingt das als kollidierte der 90er Noise rock aus der AmRep- oder Touch&Go-Ecke auf Mittachtziger The Fall.

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