Alien Nosejob – Turns the Colour of Bad Shit

Mit jeder neuen Alien Nosejob-Veröffentlichung weiß man im Voraus nie so genau was einem darauf begegnen wird. Eine oldschoolige Hardcore-Attacke? Tieftrauriger Power Pop? Ein kleiner Ausmuteants-Flashback? Unnachgiebig hämmernder Industrial Punk? Stark nach Eurotrash/Italo Disco riechender Synth Pop? Eine ganze LP voller breitbeiniger AC/DC-Vergötterung? Nu ja, ich sach mal das ist alles schon mal vorgekommen mit Jake Robertson's massiv wandlungsfähigen Projekt. Dennoch trägt jede dieser Inkarnationsn seine unverwechselbare Handschrift und wenn es so etwas gibt wie einen "klassischen" Alien Nosejob-Sound, dann kommt diese Platte der Sache ausgesprochen nahe, ohne dabei aber die gewohnte stilistische Vielfalt vermissen zu lassen in einem irrsinnig starken Bündel neuer Tunes, die nicht ein einziges mal von Robertson's unfehlbarem Songwriting-Talent im Stich gelassen werden.

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The Carp – Knock Your Block Off

Lange erwartet, ist hier endlich das Debütalbum der Art Punks The Carp aus Cleveland, Ohio, einer Band bestehend aus Leuten unter anderem mit Verbindungen zu Perverts Again, Knowso und Cruelster. Die meisten der Songs sind schon vom 2022er Demo geläufig, werden her aber mit deutlich polierteren Produktionswerten und angemessener Wucht präsentiert, wobei ihr Sound es sich irgendwo in der Lücke zwischen den Klangparametern von Knowso und Cruelster breit macht und die elaborierten und rigiden Strukturen ersterer mit dem Spaß und der Energie letzterer kombiniert und obendrein gibt's in The Old Ways noch einen Hauch von Cowpunk á la Murderer zu bestaunen.

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Mitraille – Mitraille

Die zweite EP dieser Band aus Antwerpen, die auch mindestens ein Mitglied von Itches zu den ihren Zählt mit weiteren Connections zu Star Visistors und The Queefs, transportiert ihre ursprünglich etwas schlichtere Garage Punk-Formel in ein geringfügig ausgefeilteres und polierteres Klangbild, dem ein bisschen was von einem Vintage Crop-, Patti-, Reality Group- und Yammerer-Vibe innewohnt. Gleichermaßen weht hier aber auch immer noch der Geist von so Euro-Acts wie Dadar oder Shitty Life mit und nicht zuletzt auch so US-Bands des vergangenen Jahrzehnts á la Shark Toys, Ex-Cult und Tyvek. Also klar, hier passiert nicht viel neues oder bahnbrechendes, dennoch ist dabei jede Menge dementer Spaß zu haben mit dieser neuen Sammlung von durchweg kompetenten und solide konstruierten Garagenkloppern.

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Beef – Il Manzo

Der Nachfolger zur tollen letztjährigen EP der Band aus Cincinnati, Ohio versucht gar nicht zu fixen was nicht kaputt ist und liefert stattdessen einfach kurzangebunden vier neue Schläge von dem gleichen großartigen Scheiß ab, der sich aus Elementen von Noise Rock, Post-, Garage- und Synth Punk zusammenfügt und mich auf die eine oder andere Art an so unterschiedliche Bands wie Busted Head Racket, Brandy, R.Clown, ISS, Spyroids and Knowso, De()t, Toy Brigade oder Nervous Tick and the Zipper Lips erinnert.

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Gull House – Gull House 1

Fünf irrsinnig ansprechende neue Knaller aus geradlinigem Garage Punk von schon wieder so einer belgischen Band, die hier tadellos eine schnörkellos-simple Strategie ausführt und Tugenden von so europäischen Bands wie Itches, Mitraille, Dadar und Shitty Life mit den verschachtelten Grooves etwa von frühen Uranium Club, Dumb und Reality Group verquickt und als angemessenes Gegengewicht noch Anklänge an Acts am räudigeren Ende des Garage-Spektrums wie Easers, Crisis Man, Cruelster und Curleys beinhaltet.

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Reckless Randy – Speed/Babies

Garagenfreak Reckless Randy aus New Jersy fiel mir zum ersten mal so richtig mit der netten selbstbetitelten '22er LP auf und hat daraufhin im letzten Jahr noch eine weitere ausgesprochen starke EP nachgeliefert. Auf dieser neuesten (mini-) LP legt er noch einmal ordentlich einen drauf und präsentiert uns seine fraglos ausgereifteste Veröffentlichung bisher. Am besten lässt sich jenes Wachstum anhand der handvoll Tracks illustrieren, die wir bereits von früher kennen und die hier rundum erneuert und kräftiger als je zuvor auf die Scheiße hauen. Ein hochdosierter Koffeinkick ist das aus extrem Ohrwurmverdächtigem Garage- und Synth Punk, der irgendwo zwischen den Klangparametern der frühen The Spits-Schule, Die TV (welcher offenbar auch schon mal für die Drums auf Randy's früheren Veröffentlichungen verantwortlich zeichnete), Sick Thoughts, Buck Biloxi und Kid Chrome alterniert.

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Pisse – Dubai

Was gibt es noch neues zu sagen über Pisse? Das schlechte Gewissen des deutschsprachigen DIY Punk hat mal wieder einen Batzen exzentrischer und wie immer ausgezeichneter neuer Songs in ihrer einzigartigen Fusion aus gleichermaßen angepisstem und quirligem Post-, Garage- und Synth Punk wie üblich ohne großes Getöse bei Bandcamp abgeladen und bald™ soll das ganze dann auch als LP via Phantom Records zu bekommen sein.

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Deformative – Fugue

Seit der schon durchweg schmackhaften selbstbetitelten EP im letzten Jahr hat diese Band aus Los Angeles definitiv sehr fleißig ihre Operationen konsolidiert und gestrafft, was sich hier in einer noch mal deutlich kräftigeren, konzentrierten Attacke ihres elektrifizierten Punklärms äußert, der sich irgendwo zwischen den Parametern von Garage-, Hardcore- und Eggpunk bewegt und auf mich wirkt wie ein unförmiger Frankensteinbastard, für den etwa die rohen Gewalten von Arse und 2 Stroke verschweißt werden mit dem Noise-/Fuzz-/Garage Punk von S.B.F. und was auch immer der berüchtigte Zhoop/Djinn/Brundle/RONi/etc...-Komplex gerade wieder auf dem Kerbholz hat.

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Jëg Hüsker – My Dawn

Nach der schon äußerst neugierig machenden Teaser-EP von einigen Wochen bekommen wir jetzt endlich das Langspieldebüt der Dungeon Punk-Zauberer aus Karlsruhe in voller Länge zu hören und meine Fresse, fegt das mal alles weg! Die Mischung aus Neuaufnahmen von Songs, die bereits vom letztjährigen Demo geläufig sind und absolut ebenbürtigem neuem Material wird hier zu einem atemlosen Ritt verwebt, dessen maximal schmuddelige und verhallte, zwischen lo- mid-fi rangierende Produktion, die ein bisschen so klingt als hätte man Dreck in irgendeinem Parkhaus aufgenommen, hier einfach so perfekt sitzt wie Arsch auf Eimer. Da gibt es tonnenweise funkelnder Psychedelia zu verorten im Opener Locket, simple und primitive Protopunk-Energie in Tear It Up, während Songs wie As Loud As Me und My Dawn mit unerwartet melodischen Lichtblitzen daherkommen, was im letzteren Fall durchaus etwas an die frühen The Men erinnern mag. Den Kontrast dazu setzen die beiden Hardcore-meets-Motörpunk-Attacken in Give Me Beat und All This Heat sowie die oldschool Sabbath-Überreste, die sie etwa in Suppression mit einer guten Ladung an Space Rock-Exzess á la späte Destruction Unit verschweißen. Die Dungeon Punk-Hymne Fomo Boy hat natürlich immer noch die gleiche Zerstörungskraft wie wir sie auf dem Demo erlebt haben und der darauf folgende neue Track Inte Mer Hem folgt ganz nahtlos in dessen Fußstapfen. Fickt mich, geht die Scheiße ab!

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Cherry Cheeks – B-Rot

Nun, es gibt ja mal Bands mit arg unzuverlässiger Qualitätskontrolle aber auch solche, die weise den Verschnitt von ihren subszanzielleren Kreationen zu unterscheiden verstehen. Und dann ist da noch die seltene dritte Sorte, die eigentlich keine verfickte Qualitätskontrolle nötig hat, weil scheinbar irgendwie jedes Stück Scheiße das sie anfassen sich wundersam in Gold verwandelt. Diese neue Compilation gespeist aus dem Abfalleimer der Garage-/Synth-/Eggpunk-Institution aus Portland ist ein duchaus überzeugendes Argument dafür, dass es sich bei Cherry Cheeks um eine jener letztgenannten Bands handelt, denn was bei denen als Krümel und Überreste vom Tisch fällt, sollte so einige Acts noch locker vor Neid platzen lassen. Klar, das Gesamtergebnis ist ein gutes Stück schräger, fragmentierter und chaotischer als die regulären Releases, aber dabei auch kein bisschen weniger aufregend, abwechslungsreich und mitreißend!

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