Gummi – Something To Chew On

Ein irrsinniger Spaß, die Debüt-EP dieser Band aus St. Louis, Missouri, die ziemlich exakt so klingt wie... eigentlich keine andere Band, was in unseren stark genre-kodifizierten Zeiten eigentlich zu den besten Komplimenten gehört, die man machen kann. Vielmehr werden hier auf relativ freidrehende Art vertraute Bausteine des Synth-versifftem Gararage Punk von variabler Eierigkeit zu einem saumäßig catchy klingendem, kohärenten Ganzen verschweißt, das an diversen Stellen mal an so Bands wie Skull Cult, Print Head, Warm Bodies, Rearranged Face, Snooper oder Wax Minds erinnern mag.

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Distance – Le Décor

Diese Band aus Bordeaux, Frankreich fällt auf den ersten Blick nicht allzu sehr aus der Reihe gegenüber dem omnipräsenten Grundrauschen an französischen Bands, die jene einfach gestrickte Formel aus leicht Oi!- und Post Punk-geprägten, eingängigen Punkhymnen durchziehen. Aber meine Fresse, treffen die Herrschaften hier mal jeden Nagel auf den Kopf auf ihrem Debüt-Kurzspieler und holen so ziemlich den optimalen Wumms aus einem relativ restriktiven und vorstrapazierten Subgenre. Ich würd mal sagen Freude von so Bands wie Telecult, Litovsk, Bleakness or Nightwatchers sollten sich das keinesfalls entgehen lassen!

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Cult Crime – Cult Crime

Cult Crime aus Toronto fielen bereits ausgesprochen positiv auf mit einem Demo und einer 7" in '23 und '24. Ihr Langspieldebüt hält sich jetzt erneut weitgehend an die bewährte Formel und liefert neun schnörkellos geradeaus gehende Garage Punk-Geschosse ab die gleichermaßen in den Klangparametern der '77er Ära wie auch im frühen Hardcore Punk verankert scheinen und ich bin mir ziemlich sicher dass hier unter anderem auch ihr Stiefellecker von so Bands wie Sick Thoughts, Bart And The Brats, Jean Mignon und Hood Rats Gefallen dran finden werdet.

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Silicon Heartbeat – Final Transmission

Silicon Heartbeat sind schon seit einigen Jahren eine konstante Präsenz an der Peripherie des 12XU-relevanten Klangspektrums und dennoch, so scheint es, habe ich sie bisher noch mit keinem Blogpost gewürdigt (sie sind euch jedoch mit Sicherheit schon auf der einen oder anderen Verspannungskassette begegnet). Das gehört natürlich sofort korrigiert und ihre neueste EP ist der perfekte Anlass dazu, hält jene doch nicht nur einige ihrer stärksten Songs bisher parat, sonden profitiert zusätzlich von dem Produktions-Zauber des Garage-Alleskönners Erik Nervous, die hier für reichlich Druck und Kontur sorgt in ihrem geringfügig Spits-beeinflussten, eingängigen und psychedelischen Sound aus Synth- und Garage Punk. Ich hoffe mal es ist - dem Titel zum Trotz - nicht das letzte, was wir von Silicon Heartbeat zu hören bekommen.

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96 Cougar – Forklift Rodeo

Was für eine schicke kleine Anomalie, die zweite EP von Forklift Rodeo aus Chicago. Darauf verquirlen sie einige Ladungen von wunderbar kaputtem Cowpunk mit leichten Spuren von klassischen, AmRep/Touch&Go-mäßigem Noise Rock und Postcore und zeitweilig auch einer gewissen Eggpunk-Qualität, wobei ich aber eher an frühe Skull Cult denke als an die inzwischen geringfügig kodifiziertere, aktuelle Welle des gepflegten Lo-Fi-Wahnsinns. Apropos Lo-Fi... das ist diese Platte definitiv nicht und die polierten Produktionswerte bewirken einen ungewohnten Glanz und eine klangliche Tranzparenz für ihre unvorhersehbaren, verworrenen Songkonstrukte, die es tatsächlich auch gar nicht nötig hätten, sich hinter einem schützenden Schleier aus Lärm und Dreck zu verstecken.

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Garbanzo – Grub

Für unsere wöchentliche Dosis des ausgesprochen toten Eggpunks zeichnet eine Band irgendwo aus Pennsylvania verantwortlich. Jene fiel bereits positiv auf mit einem 2023er Demo sowie einer Split-EP mit RONi im letzten Jahr und liefert auf ihrem neuesten Tape ihr kräftigstes und ansprechendstes Material soweit ab mit einem durchaus vertrauten Vibe so á la Beer, Raya, Winky Frown, Midgee, Goblin Daycare oder Pringue.

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Punter – Australienation

Punter aus Melbourne zeichneten bereits für ein starkes Demo und eine brilliante 2023er EP verantwortlich, aber wenn du glaubst viel besser könnte es nicht werden, dann halt dich jetzt gut fest! Aufbauend auf der schon vertrauten Mischung aus gelegentlich Metal-infiziertem, wunderbar schmierigem Hardcore- und Garage Punk á la Polute, Cheap Heat, Cement Shoes oder Cülo, nicht vor epischen Gitarrensolos zurückschreckend und mit weiteren Ähnlichkeiten etwa zu Postcore-Acts wie Dollhouse, Flea Collar und der Melancholie, dem überlebensgroßen Drama von Pist Idiots und Split System, sind das dreizehn perfekt kalkulierte Präzisionsschläge, jeder davon leitet gekonnt ein solides Drama in seinen Lauf, um im dritten Akt unfehlbar in Flammen aufzugehen. Jau, diese Ausbrüche des Jet-getriebenem Rock'n'Roll sind bombenfest verankert in einem Fundament von ultrasolider Songkonstruktion, viel smarter und aufwändiger als man es auf den ersten Blick vermuten würde und gewürzt mit einer Fülle von unerwarteten Schnörkeln und Stilblüten die dennoch niemals den Bogen zu überspannen drohen. Selbst die extravaganteren Akzenze wie der Einsatz von Orgel, Dudelsack, ja sogar einem epischen Saxophon-Solo im abschließenden Track It Aint Pretty, verfehlen nie ihre Wirkung.

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Baghed – Smear Campaign

Nach ihrer schon durchweg beachtenswerten, noch deutlich Egg-mäßiger klingenden 2023er EP kommt diese Band aus Reading, Pennsylvania jetzt aber mal so richtig in die Gänge mit ihrem ersten Langspieler und einem Sound, der konstant auf der Grenze zwischen Garage- und Hardcore Punk balanciert ohne dabei das Rad neu erfinden zu wollen - diese Songs halten sich recht treu an etablierte, simple Garage-Formeln aber verdammt, machen die mal alles richtig dabei! Was so dumme wie spaßige Rock'n'Roll-Rifforgien angeht, holen die hier mal so ziemlich das Optimum aus den vorhandenen Mitteln.

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Piggy Bank – Pattern Recognition

Die Debüt-EP dieser Band aus Portland ist stilistisch eine ziemlich gemischte, aber durchweg brilliante Tüte. Die ersten zwei Songs gehen in die Richtung von verwinkeltem Garage- und Post Punk, der eine delikate Balance hält zwischen dissonanten Texturen und supereingängigen Hooks wie man es so ähnlich schon von so Bands wie Reality Group, Print Head, frühen R.M.F.C., Exit Group and Beef gehört hat. Technology Discriminates Against The Poor klingt daraufhin ein bisschen nach einer krautigen Variante von Spray Paint kombiniert mit dem spacigen Garage Punk von Mononegatives oder späten Useless Eaters. False Reality erinnert mich am stärksten an den nicht weniger abgespaceten Garagenlärm von Pow!, während Identity einen catchy-quirligen Minimalismus so á la Busted Head Racket oder Daughter Bat and The Lip Stings versprüht. Beat Struggle taucht dann ganz ein in die motorisch-krautigen Vibes bevor die EP ihren angemessen wertigen Abschluss verpasst bekommt mit einer gelungenen Coverversion der alten Niederländer Ivy Green und den walzenden Grooves des Synth Punk-Schwelbrandes Conflict Driven Entertainment.

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Various Artists – Battle For L.A.: A see/saw Benefit

Ich poste ja eher selten solche Compilations hier weil, ganz ehrlich, die meisten davon doch eine eher durchwachsene Angelegenheit darstellen, aber für diese hier mache ich doch gerne mal eine Ausnahme, wurde sie doch kuratiert von niemand geringerem als see/saw's Evan Minsker und wie daraus im Vorfeld schon zu erwarten war, it das hier qualitativ doch einige Stockwerke über der durchschnittlichen "Schickt mir euren unveröffentlichten Krempel für einen guten Zweck"-Compilation zu verorten, mit einer ultradicht geschichteten Tracklist die sich liest wie ein who is who des aktuellen, internationalen Punkuntergrunds. Das, sowie die Tatsache dass deine 10$-oder-mehr-Spende jenen zugute kommt, die in der Feuerkatastrophe von Los Angeles ihr Hab und Gut und Dach über'm Kopf verloren haben. Klingt nach 'nem Deal, oder?

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