Wristwatch – III

Wenn euch hier das Gefühl beschleicht, dass ihr diese Songs schon mal gehört habt, dann seit ihr nicht total plemplem sondern in der Tat war jeder dieser Songs auf Album Nummer 3 der Band aus Madison, Wisconsin bereits schon mal auf einer ihrer bisherigen zwei LPs vertreten. Also spielt sich das hier einersets ein bisschen ab wie eine etwas überstürzte Best of-Compilation aber andererseits wurde hier alles neu aufgenommen und aufpoliert, ein neuer Anstrich der insbesondere die Songs von der ersten LP mit neuem Glanz und reichlich Durchschlagkraft ausrüstet, nachdem jene doch auf der Produktionsebene noch ein bisschen was zu wünschen übrig ließ. Also im Grunde ist das mal wieder eine Art "erste Snooper LP"-Situation mit was ich mal als die definitiven Versionen dieser Tracks bezeichnen würde und die bislang überzeugendste Repräsentation ihrer doch recht eigenständigen Mischung aus supereingängigem Garage- und Post Punk mit psychedelischen Obertönen und obendrein einer Glasur aus ein bisschen Glam und Goth - eine Kombination die mich an der psychedelischen Seite der Medallie etwa an Powerplant, De()t oder Isotope Soap minus die Synths, an Mononegatives, Shrudd oder Electric Prawns 2 erinnert, in den leichtfüßigeren Momenten hingegen auch an so Zeug wie Erik Nervous, Andy Human & The Reptoids, SGATV, Freak Genes oder Chthr.

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Bungee Jumpers – Not Today…

Diese New Yorker Band lässt ausgezeichneten Lärm vom Stapel auf ihrer vermutlich zweiten EP bisher, acht kurz angebundene Eruptionen aus catchy Fuzz-lastigem Garage- und aldmodischem DIY punk, der einerseits mit einem ausgeprägten 2010er Vibe etwa an Tyvek, Parquet Courts erinnert oder vielleicht auch eine rustikale Lo-Fi-Inkarnation der Wimps, andererseits aber auch berechtigte Vergleiche zu alten KBD-mäßigen Acts wie The Endtables oder The Mentally Ill hervorruft. Außerdehm ist da eine unübersehbarer Desperate Bycicles-Energie zu spüren und was jüngere Zeiterscheinungen angeht, bin ich mir sicher dass diese Songs zum Beispiel Freunden der letzten Winston Hytwrs Perfect Harmony EP einen neuen Kick liefern können.

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Puke Pisstols – The Lost Recordings

Dem Titel nach zu urteilen haben diese zur Hälfte aus Mitgliedern von The Monsieurs bestehenden Bostoner ein paar Aufnahmen wiedergefunden und auf Bandcamp verklappt, keine Ahnung also wie alt der Krempel jetzt schon ist, aber mein Bauchgefühl sagt: noch gar nicht so alt. Aber auch egal eigentlich. Wo The Monsieurs sich aber für meinen Geschmack über weite Strecken etwas zu treu an eine ultra-aldmodische und wenn ihr mich fragt auch reichlich zu Tode gerittene Retro-Formel hielten, hat das Zeug hier doch - wenngleich auch nach wie vor ohne das Bedürfnis, das Rad neu zu erfinden - deutlich mehr Karacho unter der Haube und liefert altbewährten Garage Punk-Rausch mit reichlich Wumms ab, der sich dabei auf strapazierfähige Hooks und durchweg grundsolides Songmaterial stützen kann.

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The Moids – Demos

Ausgesprochen ansprechender Scheiß, dieses Demo von The Molds aus Sydney. Was mit ziemlich standardmäßigen, elektrischen Lo-Fi beats beginnt, die einen unterschwellig eierigen Garage Punk-Sound so á la S.B.F., 3D & The Holograms und Witch Piss voranpeitschen, gewinnt die Platte ab dem darauf folgenden Track Maitland Man dann doch eher eine gewisse KBD-Qualität dazu, was mich an so jüngere Bands wie Launcher, Liquid Assets, Freakees und Mystic Inane erinnert, wohingegen Long Week mehr von einem aufs wesentliche reduzierten Art Rock-Feel nicht unähnlich zu den frühen Peace de Résistance-Veröffentlichungen hat.

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Game Show Models – Everything’s Gonna Be All Right

Diese Ein-Mann-Band aus Chicago hatte einen echten Quantensprung hingelegt mit ihrer 2025er Sunk EP, nachdem frühere Veröffentlichungen des Typen sich noch mehr nach flüchtigen Schnappschüssen eines noch in der Selbstfindungsphase befindlichen Acts anfühlten. Auch das neue Tape aus der guten Kassettenschmiede Knuckles On Stun macht erneut klar dass er es jetzt ernst meint, wie er uns darauf vier superkompakte, einfach gestrickte und ausgesprochen ohrwurmgefährliche Häppchen aus Power Pop-getränktem, melodischem DIY Garage Punk mit einer subtilen Spur von Wipers zum gierigen Fraß vorsetzt, die nicht lange rumfackeln und immer flott auf den Punkt kommen.

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Doe St – Same Day

Diese Leute aus Rye, Australien sind jetzt auch schon so einige Jahre am Werk, aber ich kann mich nicht erinnern dass sie zuvor schon mal so beherzt auf den Putz gehauen haben wie auf ihrer neuen 7" auf Legless Records, auf welcher sie erneut ihre catchy Songwriting-Skills unter Beweis stellen, aber sie mit einem deutlich rauheren Garage-Vibe und melancholischen Obertönen verquicken, die - obwohl meines Wissens niemand von jener Band direkt im aktuellen Line-Up von Doe St beteiligt ist - keinen Zweifel an der geografischen und persönlichen Nähe zu Melbourne's Garage Punk-Dynamos Split System lassen. Wer denen was abgewinnen kann, muss auch das hier gehört haben!

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Sex Mex – Down In The Dump Tracks

Sex Mex waren eine echte Konstante in den letzten paar Jahren und eine Bank, wenn es um einfach gestrickten, melodischen Fuzz- und Garage Punk geht, der sich nicht weit aus dem Fenster seiner zeitbewährten Gewinnerformel hinauslehnt aber auch noch nie enttäuscht hat, immer auf Kurs gehalten von der Qualität des Songmaterials und zweifellos handelt es sich bei der neuesten EP um eins der stärksten Bündel, die sie bislang auf uns losgelassen haben - erneut ein schnörkelloser Leckerbissen des Synth-veredelten, euphorischen Garage Pop.

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The Meccanics – Good Time Rock N Roll

Die Debüt-EP dieser Band aus Auckland, Neuseeland fühlt sich stark nach einem Flashback zu einer früheren Ära des (Proto-)Eggpunk, wie sie hier einen Sound nicht unähnlich etwa zu frühem Erik Nervous, Hobocop, Coneheads, Neo Neos, Skull Cult oder einem jungen Billiam mit einer rauhen oldschool Garage Punk-Kante verquicken, wie man es heutzutage eher selten hört aus der einfach nicht abreißen wollenden aktuellen Welle von Eggheads. Mir passt ausgesprochen gut den Kram denn irgendwie muss ich doch zugeben, die alte Schule etwas zu vermissen.

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Shrudd – No Man Is Good Three Times

Über die letzten paar Jahre haben Shrudd aus Loiseville, Kentucky zuverlässig mit jeder neuen Veröffentlichung die eigene Messlatte ein Stück höher gelegt aber ich würde mal sagen, dass ihr erster Langspieler jetzt noch mal in einer ganz anderen Liga spielt, ein bemerkenswerter Sprung vorwärts von allem was zuvor von der Band kam. Nachdem ihr bisheriges Werk sich durch eine Reihe verschiedener Subgenres plünderte, aber dabei fast immer eine gewisse Eggpunk-Qualität beinhaltete, bewegt sich die Band hier deutlich davon weg und der Opener M.M.I.T.L. hat da noch die größte Ähnlichkeit mit diesem gewissen Ghoulies-Vibe, bevor Stagnant als erster Vorbote einer dunkleren, stark psychedelischen Richtung mit Spuren etwa von Useless Eaters, Pow!, Electric Prawns 2 und Mononegatives fungiert. So richtig kommen jene Tendenzen dann aber in Fahrt mit den leicht Powerplant-mäßigen vibes von Bodies. EMT hingegen hat einen klassisch bluesigen, subtil Cowpunk-mäßigen Einschlag, gefolgt von Gift, welcher in den vollen abgespaceten Acid Punk-Overdrive geht. Und so ähnlich geht es weiter, wie die Band hier mit fast jedem Song ihren Klanghorizont ein Stück erweitert - ein weiteres Beispiel einer Band die aufwächst und von ihren bescheidenen Eggpunk-Wurzeln zu neuen Horizonten aufbricht, was Ex-Lumpy Martin Meyer mit Sicherheit stolz und glücklich machen wird. Und mich auch, denn der Scheiß ist einfach verdammt gut.

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Botox – Promo Tape

Dieses neue Tape der Londoner Botox versucht überhaupt nichts neues aber in dem was es sich vornimmt, trifft es absolut den Nagel auf den Kopf wenn es ein primitives aber hochprozentiges Gesöff aus '77er-, KBD- und Garage Punk destilliert, das zu so 35% aus Fuzz und 45% aus Attitüde besteht und die übrigen 20% aus einem hauchdünnen Fundament zeitbewährter oldschool Punk-Tropes und -Formeln, die ihren Job hier ganz tadellos verrichten in einem Sound, der zu den sparsam-effektivsten Detonationen gehört, die mir in letzter Zeit so begegnet sind.

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