Garage Punk mit deutschen Lyrics ist aus irgendeinem Grund ja eine ziemlich rare Angelegenheit und genau das macht diese Debüt-EP einer Band irgendwo aus Niedersachsen zu einer erfrischenden Anomalie. Musikalisch hält sich das am psychedelisch-spacerockigen Rand des Genrespektrums auf, erinnert mit seinen massiven Reverb- und Feedbackorgien z.B. an Destruction Unit oder die an dieser Stelle neulich zu bewundernden Australier Wash, aber auch große Teile der kalifornischen Dwyer-Connection sind als Vergleich nicht ganz fehl am Platz. Zudem weckt ein leicht postpunkiger Unterton in Verbindung mit den minimal aber deutlich gehaltenen Texten Assoziationen zum Stuttgarter Unbehagen. Sauber!
Was muss ich dazu denn noch groß erzählen? Eine neue Cassingle mit zwei mal neuem Kraftfutter der Hammerköpfe! Also dreht ordentlich auf und schaut den eigenen Extremitäten dabei zu, wie sie in nervöses Zucken ausbrechen.
Hab ich anlässlich des letzten Demos der Band aus Alicante, Spanien noch den Neo Neos-Vergleich bemüht, kommt das auf Demo Nummer drei nicht mehr so recht hin. Neben etwas weniger schrottigen, aber immer noch angenehm scheppernden Produktionswerten zeigen drei neuen Songs eine Hinwendung zu einem melodischeren Unterbau, der ihnen ebenfalls ganz ausgezeichnet steht.
Der verlängerte Synthpunk-Arm von Raymond Schmidt (u.a. S.B.F., Race Car) hat seine zweite EP bei Digital Regress draußen und erweist sich - wie eigentlich alles woran er sich beteiligt - erneut als hochpotente Spaßkanone.
Auf ihrer aktuellen, äh... definitiv-keine-LP sorgen Antibodies aus dem kanadischen Charlottetown für höchste Zufriedenheit mit so schnörkellosem wie auch hochexplosivem Hardcorezeugs, das obendrein mit einem spaßigen Garagen- und Fuzzpunk-Faktor aufwartet. Album-Stream →
Ein sehr passendes Addendum zum vorherigen Post ist auch die vierte und bisher stärkste Cassingle in der Pentalogie (so macht man einen auf Progressive Rock) von Rolex aus Los Angeles. Eine garagig angehauchte Mischung aus Postcore und -punk, bei der jeder einzelne Takt voll ins Schwarze trifft.
Zwei Bands aus Indianapolis geben sich auf diesem Tape die Ehre. The Resource Network machen dabei schon mal einen saustarken Eindruck und bewegen sich zwischen Hardcore, Garage und Post Punk, der in einer perfekten LoFi-Produktion daher kommt. Big Hog mixen dann Hardcore mit Hardcore und einem ähnlich auf Hochglanz geschrubbten Sound, wären dabei gerne Slayer. Auch das hat seinen Charme.
Schon anderthalb Jahre sind ins Land gezogen seit die kalifornische Supergroup aus Mitgliedern von z.B. Acrylics, Public Eye, Violent Change und Ceremony bei mir mit einem Demo für eine ausgezeichnete Tageslaune sorgte. Die neue 7" auf Digital Regress macht sofort an gleicher stelle weiter, liefert also Garagepunk mit ein bisschen Hardcore-Sprengstoff ab, der einfach nichts in Watte packt; so etwas in Richtung von Mystic Inane, Lumpy and the Dumpers oder auch mal die erwähnten Acrylics.
Ganz prächtiger Lärm aus Madison, Wisconsin. Der spannt gekonnt einen Bogen vom 80er Westküstenpunk zu den Garagensounds von heute und lässt beides dann in einem warmen Bad aus Fuzz Punk und Noisepop á la Male Bonding einweichen.
Eine exzellente Compilation einer Band aus Hamilton, Ontario. Enthalten ist das in allesamt noch recht junger Vergangenheit erschienene Material von einem Demo, zwei EPs und zusätzlich gibt's noch ein paar bislang unveröffentlichte Songs oben drauf. Soundmäßig passt das gut in in eine Reihe mit verschiedenen anderen derzeitigen Bands, welche die Tugenden von Garage, Fuzz und Powerpop vereinen. Also z.B. Bad Sports, Tommy and the Commies, Radioactivity, Booji Boys... you name it.